INNOVATION

Wel­che Inno­va­tio­nen bewe­gen den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr? Der VAP för­dert die Auto­ma­ti­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs und ist in der Pro­jekt­lei­tung der Migra­ti­on der DAK (digi­ta­len auto­ma­ti­schen Kupp­lung) vertreten. 

Dank der DAK wird der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr effi­zi­en­ter, pro­duk­ti­ver und befä­higt, sich in die mul­ti­mo­da­len Logis­tik­ket­ten der Wirt­schaft zu inte­grie­ren. VAP-Prä­si­dent und Stän­de­rat Josef Ditt­li hat mit sei­ner Moti­on 20.3221 «Durch Auto­ma­tis­a­ti­on Güter auf der Schie­ne effi­zi­en­ter trans­por­tie­ren» den Anstoss für ein Umset­zungs- und Finan­zie­rungs­kon­zept für die Auto­ma­ti­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs gege­ben. Der VAP hat gemein­sam mit dem Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) und dem Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr (VÖV) eine Absichts­er­klä­rung zur Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung des Schwei­zer Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs unter­zeich­net. Auch zahl­rei­che Unter­neh­men der Bran­che haben die Zusam­men­ar­beit erklärt.

28. Juni  2023: Auf­for­de­rung zur koor­di­nier­ten, euro­pa­wei­ten Ein­füh­rung der DAK mit­samt Digi­ta­li­sie­rungs- und Automatisierungstechnologie:

 

 

Medi­en­be­richt:

Bericht von Zeit Online vom 26.10.2021

Mit der DAK in die Zukunft investieren

Mit der DAK in die Zukunft investieren

Die digi­ta­le auto­ma­ti­sche Kupp­lung (DAK) ist weit mehr, als was ihr Name in Aus­sicht stellt. Sie ist Grund­la­ge für eine voll­stän­di­ge Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs in der Schweiz – und damit eine weit­sich­ti­ge Inves­ti­ti­on in die Zukunft. 

Schienengüterverkehr 4.0 

Wir von VAP enga­gie­ren uns für ein wett­be­werbs­fä­hi­ges Güter­bahn­sys­tem, um unse­ren Mit­glie­dern die freie Ver­kehrs­mit­tel­wahl zu sichern. Dafür sind wir auf ver­schie­de­nen Ebe­nen aktiv. Eine ist die digi­ta­le auto­ma­ti­sche Kupp­lung, kurz DAK. Mit die­ser kann der euro­päi­sche Schie­nen­gü­ter­ver­kehr die nächs­te Dimen­si­on der Moder­ni­sie­rung errei­chen.  

Die DAK erlaubt den auto­ma­ti­schen Kupp­lungs­vor­gang, wie es der Name andeu­tet. Doch das ist bei wei­tem nicht alles. Wir soll­ten den Schwei­zer Schie­nen­gü­ter­ver­kehr mit sei­nen sys­tem­über­grei­fen­den Pro­zes­sen als Gan­zes neu den­ken. In die­ser Betrach­tung ermög­licht die DAK einen durch­ge­hen­den Strom- und Daten­trans­fer im Zug. Ein sol­cher ist die Vor­aus­set­zung für die Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs. Sie kommt einem Quan­ten­sprung in Qua­li­tät und Kun­den­nut­zen gleich, da sämt­li­che Daten über alle Schnitt­stel­len und Logis­tik­be­tei­lig­te digi­tal vor­lie­gen. Die digi­ta­le Zug­steue­rung wird zudem zu einer bahn­bre­chen­den Fle­xi­bi­li­sie­rung der Netz­nut­zung und damit zu einer mar­kan­ten Erhö­hung der Netz­ka­pa­zi­tät füh­ren. Das bie­tet dem Schie­nen­gü­ter­ver­kehr die ein­ma­li­ge Chan­ce, eine Schlüs­sel­rol­le in der mul­ti­mo­da­len Logis­tik zu spie­len. 

Echte Innovation seit 100 Jahren 

Die letz­te echte Inno­va­ti­on im euro­päi­schen Schie­nen­gü­ter­ver­kehr erfolg­te durch die Elek­tri­fi­zie­rung. Sie liegt 100 Jahre zurück. In der Folge ist die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs ste­tig gesun­ken. Mit der Inves­ti­ti­on in die DAK kann der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr nun meh­re­re Ent­wick­lungs­stu­fen auf ein­mal nach­ho­len. Denn sie bie­tet neue Funk­tio­nen mit bahn­bre­chen­den Vor­tei­len (vgl. Abbil­dung 1).  

Abbil­dung 1: Die DAK bringt mehr Vor­tei­le als die Auto­ma­ti­sie­rung des Kuppelvorgangs.

Schienengüterverkehr als Rückgrat der Versorgung

Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr ist zen­tra­ler Bestand­teil der Güter­ver­sor­gung. Allein in der Schweiz rech­nen wir mit einem Wachs­tum des Güter­ver­kehrs­auf­kom­mens von 30 Pro­zent bis 2050. Die Trans­port­ka­pa­zi­tä­ten auf Stras­se und Schie­ne sind begrenzt. Ein Kapa­zi­täts­aus­bau ist vor­wie­gend durch ver­bes­ser­te Schnitt­stel­len der mul­ti­mo­da­len Logis­tik­ket­ten mög­lich. Und auch punk­to Nach­hal­tig­keit hat der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr eini­ges zu bie­ten. Ein Drit­tel der Treib­haus­gas­emis­sio­nen ent­fal­len jähr­lich auf den Ver­kehr. Mit dem Green Deal in Euro­pa und der lang­fris­ti­gen Kli­ma­stra­te­gie 2050 in der Schweiz hat sich die Poli­tik ambi­tio­nier­te Ziele gesetzt. Da erweist sich die emis­si­ons­ar­me Schie­ne als äus­serst wettbewerbsfähig.

Unterstützung gefragt

Den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr mit der DAK in eine neue Ära des Fort­schritts zu füh­ren gelingt nicht im Allein­gang. Unse­re Bran­che ist auf Unter­stüt­zung ange­wie­sen. Dazu gehört zum einen das poli­ti­sche Enga­ge­ment, damit eine naht­lo­se Koor­di­na­ti­on zwi­schen der Schweiz und der EU sicher­ge­stellt wird. Dazu gehört ande­rer­seits finan­zi­el­le Hilfe. Denn die Bran­chen­ak­teu­re kön­nen die hohen Anfangs­in­ves­ti­tio­nen nicht allein tra­gen. Der Mehr­wert der DAK ist lang­fris­tig aus­ge­legt und auf meh­re­re Markt­teil­neh­mer ver­teilt (vgl. Abbil­dung 2). Eine bewuss­te Anschub­fi­nan­zie­rung durch den Bund ist unse­rer Ansicht nach zwin­gend. Doch das über­ge­ord­ne­te Ziel muss die Eigen­wirt­schaft­lich­keit bleiben.

Abbil­dung 2: Der Nut­zen der DAK zeigt sich lang­fris­tig und ver­teilt sich auf meh­re­re Marktteilnehmer.

Überlegt nachrüsten

Wir erach­ten es als sinn­voll, den bestehen­den Wagen­park restrik­tiv nach­zu­rüs­ten und sich dabei auf junge und markt­re­le­van­te Wagen zu kon­zen­trie­ren. Wagen­hal­ter soll­ten ihre Wagen nur dann nach­rüs­ten, wenn dies über die Zeit gerech­net güns­ti­ger aus­fällt als eine Neu­an­schaf­fung. Aus­ser­dem soll­te der Bund eine Abwra­ck­ent­schä­di­gung für nicht abge­schrie­be­ne Wagen vor­se­hen, über deren Ver­wen­dung der Wagen­hal­ter selbst ent­schei­den kann. Tat­sa­che ist, dass eine hohe Anzahl von Wagen in einem kur­zen Zeit­raum koor­di­niert umge­rüs­tet wer­den muss, damit die Wagen unter­ein­an­der kom­pa­ti­bel blei­ben und die DAK ihren Mehr­wert bald­mög­lichst entfaltet.

Mehr zum Thema fin­den Sie in die­ser Prä­sen­ta­ti­on.

Forum Güterverkehr: Die Branche steht zusammen für den Fortschritt im Schienengüterverkehr

Forum Güterverkehr: Die Branche steht zusammen für den Fortschritt im Schienengüterverkehr

Am 3. Mai 2022 fand nach drei Jah­ren end­lich wie­der das belieb­te Forum Güter­ver­kehr statt. Es tra­fen sich die wich­tigs­ten Akteu­re und Ver­tre­ter aus der ver­la­den­den Wirt­schaft aus ganz Euro­pa, um ihr Fach­wis­sen auf­zu­fri­schen und sich mit Kol­le­gen unter­neh­mens­über­grei­fend aus­zu­tau­schen. Die Chan­cen, den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr in einem gemein­sa­men Anlauf für die Zukunft fit machen zu kön­nen, ste­hen gut!

Interessante Ansätze

Die Mas­ter­plä­ne Güter­ver­kehr sowie Schie­nen­gü­ter­ver­kehr im Beson­de­ren, die in Deutsch­land und Öster­reich lan­ciert wur­den, geben einen umfas­sen­den Über­blick über die poli­ti­schen Stra­te­gien und Mass­nah­men. Ver­gleich­ba­res fehlt in der Schweiz, statt­des­sen wird noch stark auf die ein­zel­nen Ver­kehrs­trä­ger fokus­siert. Der VAP ver­folgt daher wei­ter­hin eine Gesamt­sicht Güter­ver­kehr und Logis­tik, dies in enger Koope­ra­ti­on mit eco­no­mie­su­is­se und ASTAG. Öster­reich prä­sen­tiert eine Ände­rung im Abfall­wirt­schafts­ge­setz. Die­ses gibt vor, dass Trans­por­te von Abfäl­len mit einem Gesamt­ge­wicht von mehr als zehn Ton­nen, ab einer fest­ge­leg­ten Trans­port­stre­cke (sin­kend zwi­schen 1.1.2023 bis 1.1.2026 von 300, 200, 100 km), zukünf­tig per Bahn oder durch ande­re Ver­kehrs­mit­tel mit gleich­wer­ti­gem oder gerin­ge­rem Schad­stoff oder Treib­haus­gas­po­ten­ti­al (z.B. Antrieb mit­tels Brenn­stoff­zel­le oder Elek­tro­mo­tor) zu erfol­gen haben. Auch im Kan­ton Zürich zei­gen sich ähn­li­che Ent­wick­lun­gen, zum Bei­spiel in der Ver­ord­nung über den Bahn­trans­port von Aus­hub und Gesteins­kör­nung vom 3. Febru­ar 2021. Diese ver­langt, dass ein erheb­li­cher Teil des Aus­hubs per Bahn­trans­port zu erfol­gen hat – oder aber eine Ersatz­ab­ga­be anfällt. Im Ansatz begrüs­sen wir sol­chen Regu­la­ri­en zur Errei­chung der Umwelt­zie­le, jedoch hal­ten wir eine Vor­ga­be der Trans­port­mit­tel­wahl mit­tels sanf­ten Zwangs als wenig ziel­füh­rend. Viel­mehr ist der VAP bestrebt, die Bah­nen fit und für die Ver­la­der attrak­tiv zu machen, so dass eine Bevor­mun­dung nicht nötig ist.

Sehr posi­tiv wer­ten wir daher das gemein­sa­me Inter­es­se, die Digi­ta­li­sie­rung vor­an­zu­trei­ben. Wie nie zuvor ste­hen die Akteu­re der ver­la­den­den Wirt­schaft geschlos­sen für den Fort­schritt. Es ist beein­dru­ckend, wie die ver­schie­de­nen Play­er sich über ganz Euro­pa ver­netzt für die Digi­ta­li­sie­rung ent­schei­den und die­sen Hebel gemein­sam betä­ti­gen wol­len, um den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr für die Zukunft fit zu machen. In ver­schie­de­nen Refe­ra­ten wurde auf­ge­zeigt, dass die Digi­ta­le Auto­ma­ti­sche Kupp­lung (DAK), nicht nur erheb­li­che Erleich­te­rung für mecha­ni­sche Arbei­ten bringt, son­dern vor allem Wei­chen­stel­ler für die Kon­nek­ti­vi­tät eines gesam­ten Zuges ist. Dies ist die Vor­aus­set­zung für die für den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr so wich­ti­ge Digi­ta­li­sie­rung, wel­che sich in ande­ren Bran­chen schon lange voll­zo­gen hat. Mit effi­zi­en­te­ren und trans­pa­ren­ten Pro­zes­sen kann die Bahn nebst den ande­ren Ver­kehrs­mit­teln wett­be­werbs­fä­hig wer­den. Das Motto ist Col­la­bo­ra­ti­on und Coo­pe­ti­ti­on, wel­ches auch wir vom VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft unterstützen.

VAP-Mit­glie­der kön­nen mit ihrem per­sön­li­chen Login die Prä­sen­ta­tio­nen der Refe­ren­ten hier herunterladen.

Der Ablauf des Forums im Detail

Der Vor­mit­tag dreh­te sich um die Frage «Ver­kehrs­po­li­tik im grü­nen Rausch?». Gil­les Peter­hans, Secre­ta­ry Gene­ral der UIP erläu­ter­te die ver­kehrs­po­li­ti­schen The­men auf euro­päi­scher Ebene. Malte Law­renz, Vor­sit­zen­der des VPI Deutsch­land zeig­te für Deutsch­land den ver­kehrs­po­li­ti­schen Rah­men auf, wie der Schie­ne Prio­ri­tät ein­ge­räumt wer­den soll und wel­cher För­de­rung es bedarf, um den Mas­ter­plan für den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr umset­zen zu kön­nen. Frank Petut­s­ch­nig, Gene­ral­se­kre­tär VPI Öster­reich, zeig­te zum sel­ben Thema die Situa­ti­on in Öster­reich auf, wobei dort die Gesamt­sicht des Güter­ver­kehrs, näm­lich eine mög­lichst effi­zi­en­te Wahl des Ver­kehrs­trä­gers hin­sicht­lich Ener­gie­be­darfs pro Ton­nen, im Fokus steht. Dési­rée Baer, CEO SBB Cargo, ergänz­te mit ihrem Refe­rat die Sach­la­ge des ver­kehrs­po­li­ti­schen Rah­mens in der Schweiz und stell­te die Inter­es­sens­ge­sell­schaft Wagen­la­dungs­ver­kehr (IG WLV), der Platt­form zur Koope­ra­ti­on für Bah­nen und Ver­la­der vor.

In der anschlies­sen­den Podi­ums­dis­kus­si­on wurde deut­lich, dass die Wei­chen für die Zukunft des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs auf Inno­va­ti­on gestellt sind und es im nächs­ten Schritt zu defi­nie­ren gilt, wie die Inves­ti­tio­nen finan­ziert wer­den. Klar wurde, dass die Neue­run­gen alle Akteu­re betref­fen und somit ein kol­la­bo­ra­ti­ver Ansatz der rich­ti­ge Weg ist. Koope­ra­ti­on und Wett­be­werb – oder auch Coo­pe­ti­ti­on – sind zwei wei­te­re Schlag­wör­ter, die nicht nur bei den Schie­nen­ak­teu­ren erwünscht sind, son­dern auch im Zusam­men­spiel von Schie­ne und Strasse.

Der Nach­mit­tag glie­der­te sich in die zwei span­nen­den Schlüs­sel­the­men «Inno­va­tio­nen & mög­li­che Umset­zung» und «Digi­ta­li­sie­rung mit kon­kre­ten Mass­nah­men». Jürg Lüt­scher, fach­kun­dig für Inno­va­ti­on und Regu­la­ti­on beim VAP, sprach über die Auto­ma­ti­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs in der Schweiz. Er beton­te, wie wich­tig die Opti­mie­rung der Pro­zes­se und Schnitt­stel­len in Zuge von Inno­va­ti­on ist, der soge­nann­ten Inter­ope­ra­bi­li­tät. Ralf Mar­xen, Head of Exter­nal Tech­ni­cal Affairs bei der Deut­sche Bahn AG refe­rier­te über den Weg zum intel­li­gen­ten Güter­zug: «Von Shift2Rail zu Europe’s Rail». Er zeig­te wich­ti­ge Mei­len­stei­ne zur Inno­va­ti­on auf, wobei die Digi­ta­le Auto­ma­ti­sche Kupp­lung (DAK) die Schlüs­sel­funk­ti­on für die Digi­ta­li­sie­rung ein­nimmt und zum Bei­spiel auto­ma­ti­sier­te Vor­gän­ge und Moni­to­ring, wie auch eine punkt­ge­naue Kun­den­kom­mu­ni­ka­ti­on ermög­licht und damit den Ser­vice-Level des Trans­ports von Gütern auf der Schie­ne um ein Viel­fa­ches anhebt. Ste­fan Hagen­lo­cher, Geschäfts­füh­rer HWH und Pro­jekt­lei­ter TIS, der live über Video­ka­nal zuge­schal­tet wurde, zeig­te auf, was der Tech­ni­sche Inno­va­ti­ons­kreis Schie­nen­gü­ter­ver­kehr (TIS) für einen digi­ta­len und wett­be­werbs­fä­hi­gen Schie­nen­gü­ter­ver­kehr vor­aus­setzt. Er kom­mu­ni­zier­te klar, dass es ohne DAK keine voll­stän­di­ge Auto­ma­ti­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs geben wird und eine Stan­dar­di­sie­rung der tech­ni­schen Aspek­te sowie eine abge­stimm­te Migra­ti­ons­stra­te­gie uner­läss­lich sind.

Die bei­den Wagen­ver­mie­ter Niko Davids, Chief Digi­tal Offi­cer, VTG AG, und Chris­toph Becker, Lei­ter ECM II und Sicher­heits­ma­nage­ment bei Was­co­sa AG, zeig­ten ihre Digi­ta­li­sie­rungs­stra­te­gien zur Stär­kung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs auf. Auch ihre Bot­schaft – zumal die bei­den Kon­kur­ren­ten mit ihrem gemein­sa­men Auf­tritt schon ein Zei­chen setz­ten: «Col­la­bo­ra­ti­on und Coo­pe­ti­ti­on: Digi­ta­li­sie­rung ist kein Vor­ha­ben eines Ein­zel­nen! Nur durch akti­ve und offe­ne Zusam­men­ar­beit wird ein Nut­zen für den Sek­tor entstehen!»

Jörg Bisang, Lei­ter Pro­dukt­ma­nage­ment ZKE, beein­druck­te mit den schon heu­ti­gen Mög­lich­kei­ten, wel­che die Digi­ta­li­sie­rung der tech­ni­schen Fahr­zeug­kon­trol­le mit «Way­si­de Intel­li­gence» bringt, und for­der­te EVUs und Wagen­hal­ter auf, diese Mög­lich­kei­ten zu nutzen.

In der abschlies­sen­den Podi­ums­dis­kus­si­on wurde dann auch deut­lich, dass sich alle gemein­sam auf die Migra­ti­on der DAK fokus­sie­ren wol­len, im Sinne einer inter­ope­ra­blen Inno­va­ti­on. Diese Zusam­men­ar­beit betrifft das Gesamt­sys­tem Bahn, des­halb gilt es, nicht als Wett­be­wer­ber zusam­men daran zu arbei­ten, son­dern als Inno­va­ti­ons­team, wel­che sich über ihre Ziel­vor­stel­lun­gen aus­tau­schen. Schnel­le und muti­ge Ent­schei­dun­gen kön­nen eine effi­zi­en­te Umset­zung ermöglichen.

Wir bli­cken auf ein erfolg­rei­ches Forum Güter­ver­kehr zurück, bei dem es alle genos­sen haben, sich end­lich wie­der in der «rea­len Welt» tref­fen und aus­tau­schen zu können.

4. EU-Bahnpaket: Innovationsschub nutzen

4. EU-Bahnpaket: Innovationsschub nutzen

Kli­ma­schutz steht in Euro­pa ganz oben auf der poli­ti­schen Agen­da. Ein hoher Bedarf an Mobi­li­tät von Per­so­nen und an Trans­port von Gütern führt in unse­rer inten­siv indus­tria­li­sier­ten Regi­on seit län­ge­rem zu mas­si­ven kli­ma­schäd­li­chen Emis­sio­nen. Auf dem Weg zu Netto-Null erwar­tet die Poli­tik, dass der Bahn­sek­tor seine Vor­tei­le kon­se­quent nutzt und einen sub­stan­zi­el­len Bei­trag zur res­sour­cen­scho­nen­de­ren Logis­tik leis­tet. Dank Inno­va­ti­on haben wir die Chan­ce, die Pro­duk­ti­on der Güter­ver­keh­re effi­zi­en­ter, ergo kos­ten­güns­ti­ger und kun­den­freund­li­cher nutz­bar zu gestal­ten, und wir erhö­hen oben­drein die Tras­sen­ver­füg­bar­keit auf unse­ren bestehen­den Schienennetzen.

Bahnsektor muss sich digitalisieren

Die Vor­aus­set­zun­gen, die­sen poli­ti­schen Erwar­tun­gen gerecht zu wer­den, sind eigent­lich gut. In Euro­pa exis­tiert ein dich­tes Schie­nen­netz, auf dem die Bahn, ver­gli­chen mit ande­ren Ver­kehrs­trä­gern, gros­se Mas­sen mit nied­ri­gem Ener­gie- und Raum­be­darf bewe­gen kann, die wich­ti­gen Zen­tren sind alle mit­ein­an­der ver­bun­den. Aller­dings sind im Bahn­sek­tor zahl­rei­che Stan­dards und Arbeits­wei­sen mas­siv ver­al­tet. Und die spe­zi­fi­schen Eigen­hei­ten der ein­zel­nen Län­der lau­fen teil­wei­se dia­me­tral aus­ein­an­der. Dies ist ein wesent­li­cher Grund, dass die vom Bahn­sek­tor gefor­der­te Leis­tungs­stei­ge­rung bis­her aus­blieb. Der Bahn­sek­tor kann die hohen poli­ti­schen Erwar­tun­gen – die besag­te Schlüs­sel­rol­le in der Umset­zung der Kli­ma­po­li­tik ein­zu­neh­men – nur dann über­zeu­gend erfül­len, wenn er sich fun­da­men­tal erneu­ert. Dazu benö­tigt er einen sys­tem­über­grei­fen­den Inno­va­ti­ons­schub und har­mo­ni­sier­te, dem tech­ni­schen Stand ent­spre­chen­de hoheit­li­che Regeln.

EU-weit harmonisierte Interoperabilität

Hier kommt die tech­ni­sche Säule des 4. EU-Bahn­pa­kets ins Spiel. Sie strebt eine sys­te­ma­ti­sche Har­mo­ni­sie­rung im inter­na­tio­na­len Nor­mal­spur­ver­kehr an. Die Mit­glied­staa­ten sind gefor­dert, die Inter­ope­ra­bi­li­täts-Stan­dards kon­se­quent anzu­wen­den und die ent­spre­chen­den Zulas­sungs­ver­fah­ren inter­na­tio­nal zu har­mo­ni­sie­ren. So wer­den die bestehen­den Hür­den für grenz­über­schrei­ten­de Ver­keh­re abge­baut und der Weg für gemein­sa­me euro­päi­sche Inno­va­ti­ons­schrit­te geöff­net. Damit wird die tech­ni­sche Säule ent­schei­dend für erfolg­rei­che Inno­va­tio­nen im euro­päi­schen Bahnsektor.

Diese umfas­sen vier The­men­fel­der und ver­bes­sern in den nächs­ten Jah­ren die Markt­po­si­ti­on des Bahn­ver­kehrs wesentlich:

  • Inter­na­tio­nal har­mo­ni­sier­te hoheit­li­che Vorschriften
  • Grenz­über­schrei­tend kom­pa­ti­ble tech­ni­sche Systeme
  • Inter­na­tio­nal har­mo­ni­sier­te Pro­zes­se für sicher­heits­re­le­van­te Tätigkeiten
  • Gemein­sa­me Akti­vi­tä­ten zur sys­tem­über­grei­fend geführ­ten Weiterentwicklung
Automatisierung wird marktfähig

Europe’s Rail Joint Under­ta­king (EU-Rail) hat mit dem Euro­pean Freight Digi­tal Auto­ma­tic Cou­pler Deli­very Pro­gram (EDDP) eine wich­ti­ge euro­pa­über­grei­fen­de Ent­wick­lung ange­stos­sen. Diese soll die Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung im Güter­ver­kehr ermög­li­chen. Die Ent­wick­lungs­ar­bei­ten sol­len bis 2025 soweit fort­ge­schrit­ten sein, dass digi­ta­le auto­ma­ti­sche Kupp­lun­gen für die anste­hen­de Migra­ti­on des Roll­ma­te­ri­als seri­en­reif ver­füg­bar sind.

Schweiz mittendrin

Sowohl aus wirt­schaft­li­cher als auch aus geo­gra­fi­scher Per­spek­ti­ve ist es sinn­voll, dass sich die Schweiz an den lau­fen­den EU-Akti­vi­tä­ten aktiv und kon­se­quent betei­ligt – im Kon­text des Seil­zie­hens um das insti­tu­tio­nel­le Rah­men­ab­kom­men erst recht. Die aus­ge­lös­te Revi­si­on des Schwei­zer Eisen­bahn­ge­set­zes (EBG) zur auto­no­men Anpas­sung unse­rer hoheit­li­chen Vor­schrif­ten an die eta­blier­ten Interop- und Sicher­heits­richt­li­nie des 4. EU-Bahn­pa­kets ist ein will­kom­me­ner Anstoss dafür, die anvi­sier­ten Inno­va­ti­ons­pa­ke­te jetzt aktiv in Angriff zu neh­men. Der Schwei­zer Bahn­sek­tor soll und wird die­sen Inno­va­ti­ons­schub bald­mög­lichst zu sei­nem Vor­teil nut­zen, um auf dem markt­wirt­schaft­lich hart umkämpf­ten Trans­port­sek­tor auch in Zukunft als kon­kur­renz­fä­hi­ger Part­ner aufzutreten.

Branchen- und Medienanlass DAC4EU Demonstratorzug

Branchen- und Medienanlass DAC4EU Demonstratorzug

Am 25. März 2022 infor­mier­ten das BAV, die SBB, der VAP und der VöV über die Test­pha­se und die weit­rei­chen Vor­tei­le, wel­che sich aus der Digi­ta­len Auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK) erge­ben. Die Bot­schaft war, dass mit der DAK die Schie­nen für die Digi­ta­li­sie­rung und somit einer bahn­bre­chen­den Inno­va­ti­on im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr gelegt werden.

Seit Herbst 2021 ist erst­mals ein digi­ta­ler Güter­zug zu Test­zwe­cken in Euro­pa unter­wegs. Das Ziel: das Tes­ten der Digi­ta­len Auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK)
im rea­len Betrieb. Bis Ende März unter­zieht SBB Cargo den Zug einem umfang­rei­chen Test­pro­gramm. Dabei ist sich die Bran­che einig: Die enge natio­na­le Zusam­men­ar­beit und die Abstim­mung in Euro­pa sind wich­ti­ge Fak­to­ren für eine erfolg­rei­che Ein­füh­rung der DAK. Der Test­zug wird finan­ziert vom deut­schen Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Digi­ta­les und Ver­kehr (BMVD).

12. VPI-Symposium „Digitale Automatische Kupplung“

12. VPI-Symposium „Digitale Automatische Kupplung“

PRESSEINFO DES VPI Hamburg 
Der Gamechanger für den Schienengüterverkehr ist aufgegleist!
1.250 Teil­neh­me­rIn­nen infor­mier­ten sich am 11. Janu­ar 2022 beim digi­ta­len Event zum Stand der DAK-Ein­füh­rung „Die DAK euro­pa­weit aus­zu­rol­len, ist ein dickes Brett. Die ers­ten Zen­ti­me­ter haben wir geschafft“. Mit die­sen Wor­ten begrüß­te Vor­sit­zen­der Malte Law­renz die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer des 12. VPI-Sym­po­si­ums „Digi­ta­le Auto­ma­ti­sche Kupp­lung“ (DAK) in Ham­burg. Er ver­wies auf die im ver­gan­ge­nen Jahr erfolg­te Eini­gung auf einen ein­heit­li­chen euro­päi­schen Kupp­lungs­stan­dard, die Ver­an­ke­rung der DAK im Koali­ti­ons­ver­trag der Bun­des­re­gie­rung und die Arbeit des Euro­pean DAC Deli­very Pro­gram­me (EDDP) in Brüs­sel. Über 1.250 Teil­neh­men­de hat­ten sich per Live­stream in das Sym­po­si­um zuge­schal­tet – eine Rekord­zahl. Groß war das Inter­es­se an der Ver­an­stal­tung auch im nicht deutsch­spra­chi­gen Aus­land: Mehr als die Hälf­te der Zuschau­en­den ver­folg­te das Sym­po­si­um in der eng­li­schen Simultanübersetzung. 

Das Video ist auf Deutsch und Eng­lisch verfügbar.

Ein Dut­zend Exper­tin­nen und Exper­ten, alle­samt Mit­glie­der des EDDP, berich­te­ten auf dem digi­ta­len Event zum Stand der euro­päi­schen DAK-Dis­kus­si­on in den Fel­dern „Tech­nik“, „Migra­ti­on“, „Kosten/Nutzen“ und „Finan­zie­rung“ und prä­sen­tier­ten aktu­el­le Ergeb­nis­se von Initia­ti­ven wie dem Demons­tra­tor­zug DAC4EU.

Mit der Ver­an­stal­tung bot der VPI dem Sek­tor Gele­gen­heit, Fra­gen an die Ver­tre­ter des EDDP zu stel­len. Beson­ders unter den Nägeln brann­ten Hal­tern, Ver­la­dern und Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men Aspek­te der Migra­ti­on und Finan­zie­rung, aber auch etwa Sicher­heits­fra­gen bei Gefahrguttransporten.

„Das Sym­po­si­um hat sich für alle Betei­lig­ten defi­ni­tiv gelohnt“, resü­mier­te Jens Engel­mann, EDDP Pro­gram­me Mana­ger zum Abschluss der Ver­an­stal­tung. Gern habe man den Stake­hol­dern nicht nur Rede und Ant­wort gestan­den, son­dern nehme umge­kehrt auch wich­ti­ge Klä­rungs­the­men nach Brüs­sel mit, die bei der Gestal­tung des kom­ple­xen Umset­zungs­pro­zes­ses Berück­sich­ti­gung fin­den werden.

Das 12. VPI-Sym­po­si­um fand die­ses Jahr in Koope­ra­ti­on mit dem VPI Öster­reich sowie mit wich­ti­gen DAK-Insti­tu­tio­nen auf euro­päi­scher Ebene statt: Euro­pean DAC Deli­very Pro­gram­me, DAC­ce­le­ra­te und Shift2Rail.

 

Malte Law­rence spricht im Inter­view auf Journalistico.de über den aktu­el­len Stand des DAK-Pro­jekts, wie viel höher die Pro­duk­ti­vi­tät mit der DAK sein wird und wel­che Hür­den es bis dahin noch zu bewäl­ti­gen gibt.

https://journalistico.com/wirtschaft/digitale-automatische-kupplung-das-ebnet-den-weg-fuer-den-intelligenten-gueterzug/

DAK: Europaweit einheitliches Kupplungskopfdesign ausgewählt

DAK: Europaweit einheitliches Kupplungskopfdesign ausgewählt

Scharfenberg-Design macht das Rennen

Der Auf­sichts­rat des EDDP hat am 21. Sep­tem­ber 2021 seine Wahl der künf­ti­gen euro­pa­wei­ten Stan­dard­de­signs der digi­ta­len auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK) für den euro­päi­schen Schie­nen­gü­ter­ver­kehr getrof­fen. Damit hat das Gre­mi­um nach einer knapp ein­jäh­ri­gen inten­si­ven Test­pha­se einen gros­sen Schritt getan. In den kom­men­den Pha­sen wird der defi­ni­ti­ve Ent­wurf des aus­ge­wähl­ten Kupp­lungs­kop­fes ent­wi­ckelt. Die­ser ermög­licht Inter­ope­ra­bi­li­tät und betrieb­li­che Effi­zi­enz ohne Lizenzgebühren.

Was bisher geschah

In einer detail­lier­ten Test­pha­se liess das euro­päi­sche Kon­sor­ti­um Digi­tal Auto­ma­tic Cou­pling for Euro­pe (DAC4EU) vier Pro­to­ty­pen der DAK nach einem kla­ren Ablauf und Kri­te­ri­en­ka­ta­log prü­fen. Zwei Schar­fen­berg-Designs und ein Schwab-Design aus den Ent­wick­lungs­la­bors von Dell­ner Cou­plers AB, Voith GmbH & Co. KGaA und Wab­tec Cor­po­ra­ti­on gelang­ten als Pro­to­ty­pen in das EDDP. Die­ses wird vom euro­päi­schen För­der­pro­gramm Shift2Rail (S2R) finan­ziert. Als Ers­tes legte das EDDP einen Kri­te­ri­en­ka­ta­log für den Aus­wahl­pro­zess fest. An der Bewer­tung nah­men euro­pa­weit rund 100 EDDP-Exper­tin­nen und ‑Exper­ten aus 36 Unter­neh­men mit einem star­ken Bahn­be­zug teil. Im Som­mer 2021 prüf­ten sie für jedes Modell die Ergeb­nis­se aus den zwei Test­de­signs DAC4EU und Trafikverket/Swedish Win­ter Tests. Das Schar­fen­berg-Design ging schliess­lich als Gewin­ner aus der Test­pha­se hervor.

Nächste Schritte

In einer nächs­ten Etap­pe prä­sen­tie­ren die Her­stel­ler Lösun­gen, die wei­te­ren Anfor­de­run­gen gerecht wer­den. Zudem ermit­teln sie die Lebens­zy­klus­kos­ten und zei­gen das wei­te­re Vor­ge­hen auf dem Weg zur Seri­en­fer­ti­gung auf. Der soge­nann­te DAK-Demons­tra­tor­zug wird in den kom­men­den Mona­ten in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz zu sehen sein. Hier wer­den vor Ort wei­te­re ope­ra­ti­ve Tests mit dem neuen DAK-Kupp­lungs­de­sign statt­fin­den. Deren Resul­ta­te flies­sen in die wei­te­ren Ent­wick­lungs­pha­sen ein.

Bessere Wettbewerbsfähigkeit der Bahn

Wird die DAK erfolg­reich ein­ge­führt, so stärkt sie die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des euro­päi­schen und schwei­ze­ri­schen Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs. Mit­hil­fe neuer Tech­no­lo­gien erhöht sie die Leis­tungs­fä­hig­keit, Aus­las­tung und Qua­li­tät der Güter­bah­nen. Damit begüns­tigt sie die Ver­kehrs­ver­la­ge­rung auf die Schie­ne und wird zen­tral für die ambi­tio­nier­ten Kli­ma­zie­le von Euro­pa und der Schweiz.

Die DAK setzt die viel zitier­te Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung des euro­päi­schen Bahn­sys­tems in die Rea­li­tät um. Damit hilft sie mit, den Anteil des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs im Rah­men mul­ti­mo­da­ler Sys­te­me in Euro­pa zu erhö­hen. Dank ihrer Strom- und Daten­bus­lei­tung im gesam­ten Zug opti­miert die DAK nicht nur den Kupp­lungs­vor­gang, son­dern auch wei­te­re Abläu­fe von Betrieb und Instand­hal­tung. Sie erlaubt ins­be­son­de­re Zug­in­te­gri­täts­prü­fun­gen, die als Vor­aus­set­zung dafür gel­ten, dass die nächs­te Gene­ra­ti­on des euro­päi­schen Zug­si­che­rungs­sys­tems (ETCS Level 3) ein­ge­führt wer­den kann.

 


DAC4EU

Mit­glie­der des Kon­sor­ti­ums DAC4EU sind die Deut­sche Bahn und ihre Toch­ter DB Cargo, die schwei­ze­ri­sche und die öster­rei­chi­sche Güter­bahn SBB Cargo und Rail Cargo Aus­tria sowie die Wagen­hal­ter Erme­wa, GATX Rail Euro­pe und VTG. Das For­schungs­pro­jekt wird vom deut­schen Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur (BMVI) mit rund 13 Mil­lio­nen Euro finan­ziert und läuft seit Juni 2020 bis Dezem­ber 2022. Ziel des Kon­sor­ti­ums ist es, dass bis 2030 die Züge euro­pa­weit mit der DAK aus­ge­stat­tet sind. So kann die neue Tech­no­lo­gie dazu bei­tra­gen, dass der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr in Euro­pa Kern des zukünf­ti­gen Mobi­li­täts­sys­tems wird.

S2R JU

Das Shift2Rail Joint Under­ta­king (S2R JU) ist die erste euro­päi­sche Bahn­in­itia­ti­ve, die sich für geziel­te For­schung, Inno­va­ti­on und markt­ori­en­tier­te Lösun­gen für Bahn­sys­te­me der Zukunft im Per­so­nen- und Güter­ver­kehr stark macht. Damit will sie ein intel­li­gen­tes und nach­hal­ti­ges Wachs­tum und ein kli­ma­neu­tra­les Euro­pa begüns­ti­gen. Dabei zielt sie auf die Lebens­zy­klus­kos­ten und die Effi­zi­enz von Bahn­sys­te­men ab. Mit Demons­tra­ti­ons­ak­ti­vi­tä­ten und der Ver­brei­tung rele­van­ter Ergeb­nis­se für die Markt­ein­füh­rung will S2R JU die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der euro­päi­schen Bahn­in­dus­trie för­dern und gleich­zei­tig einen Mul­ti­pli­ka­tor­ef­fekt für die finan­zi­el­len Mit­tel der Euro­päi­schen Union (EU) erzie­len. S2R JU wird vom Hori­zon-2020-Pro­gramm der EU finanziert.

Impressionen zur Publikation der Absichtserklärung zur Automatisierung

Impressionen zur Publikation der Absichtserklärung zur Automatisierung

Next Stop: Containerterminal Basel Wolf

Am 28. Sep­tem­ber 2021 haben die Unter­zeich­nen­den die Absichts­er­klä­rung zur Auto­ma­ti­sie­rung des Schwei­zer Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs öffent­lich vor­ge­stellt. Anlass war ein Halt des «Con­nec­ting Euro­pe Express» – eines Son­der­zugs der EU zum «Jahr der Schie­ne» – im Con­tai­ner­ter­mi­nal Basel Wolf. Die­ser Son­der­zug über­zeugt die Durch­fahrts­län­der in Euro­pa von der Mach­bar­keit der auto­ma­ti­schen Kupplung.

Hier geht’s zum Video mit den kom­plet­ten Inter­views.

Mit vereinten Kräften in die Zukunft

Gemein­sam mit dem Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) und dem Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr (VöV) haben wir vom VAP eine Absichts­er­klä­rung zur Auto­ma­ti­sie­rung des Schwei­zer Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs unter­zeich­net. Das lang­fris­ti­ge Gross­pro­jekt star­te­te am 1. Okto­ber 2021 mit der Vor­be­rei­tung und Umset­zung der Migra­ti­on der Schrau­ben­kupp­lung zur digi­ta­len auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK). Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zur Absichts­er­klä­rung fin­den Sie hier.

Revolutionäre Technologie

Anläss­lich des Events im Con­tai­ner­ter­mi­nal Basel Wolf haben BAV-Direk­tor Peter Füg­lis­ta­ler, VAP/UIP-Vor­stands­mit­glied Per-Anders Ben­thin (CEO TRANSWAGGON AG), Dési­rée Baer (CEO SBB Cargo AG) und Dirk Stahl (CEO BLS Cargo AG) vom VöV ihren Gäs­ten und den Medi­en die Absichts­er­klä­rung vor­ge­stellt. Sie beton­ten, dass die DAK den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr revo­lu­tio­nie­ren werde. Gera­de den Akteu­ren der Logis­tik­ket­te stellt sie unver­zicht­ba­re Echt­zeit­da­ten für eine qua­li­ta­tiv hoch­ste­hen­de und damit wett­be­werbs­fä­hi­ge Leis­tung zur Ver­fü­gung. Zum Schluss führ­ten die Gast­ge­ber dem inter­es­sier­ten Publi­kum den ein­fa­chen Kupp­lungs­vor­gang vor.

VAP unterzeichnet Absichtserklärung zur Automatisierung

VAP unterzeichnet Absichtserklärung zur Automatisierung

Der VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft hat gemein­sam mit dem Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) und dem Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr (VÖV) eine Absichts­er­klä­rung zur Auto­ma­ti­sie­rung des Schwei­zer Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs unter­zeich­net. Das lang­fris­ti­ge Gross­pro­jekt star­tet am 1. Okto­ber 2021 mit der Vor­be­rei­tung und Umset­zung der Migra­ti­on der Schrau­ben­kupp­lung zur digi­ta­len auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK).

Verkehrspolitische Grundlagen

Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr soll pro­duk­ti­ver und wett­be­werbs­fä­hi­ger wer­den, sei­nen Markt­an­teil an der Gesamt­lo­gis­tik stei­gern und dadurch die Ver­la­ge­rungs­po­li­tik und die Kli­ma­schutz­zie­le 2050 des Bun­des stär­ken. VAP-Prä­si­dent und Stän­de­rat Josef Ditt­li hat mit sei­ner Moti­on 20.3221 «Durch Auto­ma­tis­a­ti­on Güter auf der Schie­ne effi­zi­en­ter trans­por­tie­ren» den Anstoss für ein Umset­zungs- und Finan­zie­rungs­kon­zept für die Auto­ma­ti­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs gege­ben. Das Par­la­ment hat die Moti­on bereits gutgeheissen.

Alle Marktteilnehmer an den Tisch holen

Nun erar­bei­tet das BAV mit Unter­stüt­zung von VöV und VAP die Grund­la­gen für die Exe­ku­ti­ve. Auf die­ser Basis kön­nen Bun­des­rat und Par­la­ment die Migra­ti­on zur DAK beschlies­sen. Dabei ver­tritt der VAP die Bedürf­nis­se der Wirt­schaft. Diese will den mul­ti­mo­da­len Ver­kehr mit Güter- oder Behäl­ter­um­schlag zwi­schen den Ver­kehrs­trä­gern ent­spre­chend deren Stär­ken nach­hal­tig nut­zen. Dafür müs­sen alle Markt­teil­neh­mer ein­ge­bun­den wer­den. Zu die­sen zäh­len nicht nur Ver­ant­wor­tungs­trä­ger von Gütern wie Che­mie, Papier‑, Zell­stoff- und Holz­pro­duk­ten, Autos, Kon­sum­gü­tern, Lebens­mit­teln oder Bau­stof­fen, son­dern auch von den ent­spre­chen­den Trans­port­mit­teln wie Güterwagen.

Zur Erin­ne­rung: Von 600’000 Güter­wa­gen in Euro­pa sind 220’000 in pri­va­ter Hand. Diese Pri­vat­wa­gen leis­ten rund 50% der Ton­nen­ki­lo­me­ter auf dem euro­päi­schen Schie­nen­netz. Mit­glie­der des VAP bewirt­schaf­ten knapp 45’000 pri­va­te Güter­wa­gen. Zur Siche­rung der Inter­mo­da­li­tät ist eine enge Koor­di­na­ti­on mit Euro­pa unab­ding­bar. 

Mit Daten zur Tat schreiten

Der VAP will einen effi­zi­en­ten Infor­ma­ti­ons- und Daten­aus­tausch sowie ver­netz­te Inno­va­ti­ons­of­fen­heit zwi­schen den Akteu­ren im Bahn­sys­tem ent­lang der gesam­ten Logis­tik­ket­te und unter Ein­be­zug der Güter­bahn­kun­den vor­an­trei­ben und ent­spre­chen­de Instru­men­te (mit-)entwickeln. Als zen­tra­les Ele­ment für den Erfolg die­ses Pro­zes­ses sieht der VAP die DAK und setzt daher die fol­gen­den Themenschwerpunkte:

  • Betrieb: Die DAK ermög­licht sowohl den Daten­aus­tausch in Echt­zeit als auch deut­lich effi­zi­en­te­re Betriebs­ab­läu­fe für Güter­bah­nen in Bahn­hö­fen, auf Anschluss­glei­sen und an den Gren­zen. Am viel­ver­spre­chends­ten ist die Tech­nik, für die sich die Platt­form «Euro­pean DAC Deli­very Pro­gram­me EDDP» der­zeit ent­schei­det. Die betrieb­li­chen und mone­tä­ren Vor­tei­le der Auto­ma­ti­sie­rung kom­men vor allem den Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men zugu­te. Die Inves­ti­ti­ons- und Fol­ge­kos­ten hin­ge­gen fal­len bei den Wagen­hal­tern an.
  • Kosten/Nutzen: Der faire Aus­gleich von Kos­ten und Nut­zen ist in der Umset­zung zu berück­sich­ti­gen. Da die Umrüs­tung des euro­päi­schen Wagen­parks inner­halb eines defi­nier­ten Zeit­fens­ters erfol­gen muss, sind lücken­lo­se Finan­zie­rungs­hil­fen zwin­gend. Aktu­el­le Schät­zun­gen gehen von Migra­ti­ons­kos­ten von der Schrau­ben­kupp­lung auf die DAK von bis zu 20’000 Euro pro Güter­wa­gen aus. Für die pri­va­ten Wagen­hal­ter des VAP bedeu­tet das zirka 1 Mil­li­ar­de Schwei­zer Fran­ken. Darin nicht ein­ge­rech­net sind Aus­fall­zei­ten und Trans­port­kos­ten von und zur Werk­statt wäh­rend der Migrationsphase.
  • Daten: Die DAK ist vor allem wegen der zukünf­tig ver­füg­ba­ren Daten zen­tral. Diese sol­len in eine über­ge­ord­ne­te und frei zugäng­li­che Daten­platt­form ein­flies­sen. Dar­über kön­nen die Güter­bah­nen und Kun­den mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren und sich infor­mie­ren, zum Bei­spiel über Beschaf­fen­heit oder Gewicht der Wagen, Zug­län­ge oder Echt­zeit-Stand­or­te der Waren. Mit einer sol­chen Platt­form wird ein stär­ke­rer Wett­be­werb im Wagen­la­dungs­ver­kehr erst mög­lich. In Deutsch­land wer­den bereits ansehn­li­che Markt­an­tei­le von pri­va­ten Güter­bah­nen gehal­ten. In der Schweiz müs­sen für diese Ent­wick­lung zuerst die Rah­men­be­din­gun­gen ver­bes­sert wer­den. Die DAK legt einen ers­ten Mei­len­stein dafür.
BAV, SBB Cargo und VAP geben den Startschuss

Am 28. Sep­tem­ber 2021 haben BAV-Direk­tor Peter Füg­lis­ta­ler, Per-Anders Ben­thin (CEO TRANSWAGGON AG) vom VAP und Dési­rée Baer (CEO SBB Cargo AG) sowie Dirk Stahl (CEO BLS Cargo AG) vom VöV die Absichts­er­klä­rung gemein­sam mit Bran­chen­ver­tre­tern öffent­lich vor­ge­stellt. Anlass war ein Halt des «Con­nec­ting Euro­pe Express» – eines Son­der­zugs der EU zum «Jahr der Schie­ne» – im Con­tai­ner­ter­mi­nal Basel Wolf.

Hier geht’s zur Medi­en­mit­tei­lung.
Hier die Medi­en­mit­tei­lung auf Fran­zö­sisch.

Datenplattformen: Bessere Kooperation, mehr Wettbewerb

Datenplattformen: Bessere Kooperation, mehr Wettbewerb

Unse­re Auf­merk­sam­keit im Year of Rail 2021 gilt unter ande­rem den Ent­wick­lun­gen soge­nann­ter Daten­platt­for­men in Deutsch­land. Bereits 2022 soll eine erste neu­tra­le Daten­platt­form für den kom­bi­nier­ten Ver­kehr live gehen. Betei­ligt sol­len alle Akteu­re des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs (KV) wer­den. Das Pro­jekt wird vom deut­schen Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur (BMVI) unterstützt.

Öffnung für alle Anbieter angestrebt

Unter der Ägide des Ver­bands Deut­scher Ver­kehrs­un­ter­neh­men (VDV) befin­det sich eine ver­gleich­ba­re Platt­form für den Wagen­la­dungs­ver­kehr im Auf­bau. Unter­stüt­zung für die­ses Pro­jekt fin­det der VDV beim Ver­band der Che­mi­schen Indus­trie Deutsch­lands (VCI). Auch die­ser scheint ange­sichts der Ent­wick­lun­gen des Wagen­la­dungs­ver­kehrs in Deutsch­land von der Leis­tungs­fä­hig­keit des gröss­ten Anbie­ters nicht mehr über­zeugt zu sein. Genau wie wir strebt auch der VCI keine Sub­ven­tio­nen an, son­dern sieht die Lösung in der Öff­nung der Ran­gier- und Kno­ten­bahn­hö­fe für alle Anbie­ter. Nur so wird ein stär­ke­rer Wett­be­werb auch im Wagen­la­dungs­ver­kehr mög­lich. Mit einer neu­tra­len Daten­platt­form lies­se sich ein markt­wirt­schaft­lich offe­nes Netz­werk deut­lich bes­ser und schnel­ler auslasten.

Gartendenken ade

Die Tren­nung der Bahn­ver­keh­re in KV und kon­ven­tio­nel­le Ver­keh­re war noch nie wirk­lich nach­voll­zieh­bar. Gar­ten­den­ken ist kon­tra­pro­duk­tiv und ver­kom­pli­ziert das Gesamt­sys­tem. Getrenn­te Buchungs­platt­for­men sind ein Indiz dafür, dass im Mit­tel­punkt nicht ein Gesamt­sys­tem mit einem Gesamt­nut­zen für die ganze Güter­bahn­wirt­schaft steht. Ein nach­hal­ti­ger, kon­kur­renz­fä­hi­ger und end­kun­den­ori­en­tier­ter (Schienen-)Güterverkehr kann nur im Zusam­men­spiel aller Akteu­re erfolgen.

Darum set­zen wir uns inten­siv mit der Idee einer Platt­form für den Güter­bahn­ver­kehr aus­ein­an­der. Dabei ste­hen wir im engen Kon­takt mit dem VDV und des­sen Part­ner­un­ter­neh­men einer Platt­form für einen grenz­über­schrei­ten­den KV. Denn wir sind über­zeugt, dass nur euro­pa­weit kom­pa­ti­ble Platt­for­men erfolg­reich sein werden.

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