Der VAP fördert den Güterverkehr
auf der Schiene.


 

Der VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft macht sich für markt­ge­rech­te Rah­men­be­din­gun­gen und ein zug­kräf­ti­ges Schwei­zer Güter­bahn­sys­tem stark. Rele­van­te Themen:

Güterverkehrsbranche

  • Was bewegt die Güterverkehrsbranche?
  • Wie gestal­ten wir die Zukunft des Güterverkehrs?
  • Ein Über­blick der Akteu­re des Schienengüterverkehrs.

Netz

Hier fin­den Sie nütz­li­che Infor­ma­tio­nen zu den Schie­nen­we­gen, deren Orga­ni­sa­ti­on und dem Netzzugang.

Finanzierung

Infor­ma­tio­nen zu finan­zi­el­ler För­de­rung und Abga­ben im Güter­ver­kehr.

Standorte

Alles zu Frei­ver­la­den, Ter­mi­nals, Anschluss­gleis­an­la­gen oder auch mul­ti­mo­da­len Logis­tik­hubs.

Interoperabilität

Der VAP enga­giert sich für die Har­mo­ni­sie­rung der Rah­men­be­din­gun­gen, damit Züge mühe­los auf euro­päi­schen Schie­nen­net­zen ver­keh­ren können.

Nachhaltigkeit

Für eine weit­sich­ti­ge Zukunft gilt es ver­schie­de­ne Berei­che nach­hal­tig zu gestalten.

Innovation

Wie kön­nen wir Inno­va­ti­on im Güter­ver­kehr vor­wärts trei­ben?

Betrieb

Zuguns­ten eines fai­ren Wett­be­werbs wol­len wir die Stär­ke aller Ver­kehrs­trä­ger nut­zen und opti­mal kom­bi­nie­ren. Denn so wird die Stre­cke für jeden Ein­zel­nen kür­zer – und wirtschaftlicher.

Veranstaltungen

Hier fin­den Sie wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen und Unter­la­gen zu unse­ren Ver­an­stal­tun­gen Forum Güter­ver­kehr, unse­rer Gene­ral­ver­samm­lung und weiteren.

Vernehmlassung Schienengüterverkehr in der Fläche: Zwei Varianten, viele Fragezeichen

Vernehmlassung Schienengüterverkehr in der Fläche: Zwei Varianten, viele Fragezeichen

Der bun­des­rät­li­che Bericht zur «Wei­ter­ent­wick­lung der Rah­men­be­din­gun­gen für den Schwei­zer Güter­trans­port» wurde in die Ver­nehm­las­sung geschickt. Darin wird die Eigen­wirt­schaft­lich­keit des Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehrs (EWLV) unbe­legt als unmög­lich dar­ge­stellt. Als Alter­na­ti­ven sieht der Bund vor, den SGV mit­tel­fris­tig auf die Stras­se zu ver­la­gern oder dau­er­haft zu sub­ven­tio­nie­ren. Wir mei­nen: Es ist komplizierter.

Darum geht’s:
  • Zwei Vari­an­ten und was diese nicht berücksichtigen
  • Fun­da­men­ta­le Neu­ge­stal­tung des Netz­werks nötig
  • Aus­glie­de­rung der letz­ten Meile zen­tral für mehr Wettbewerb

 

Die Wei­ter­ent­wick­lung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs in der Flä­che wird der­zeit heiss dis­ku­tiert. Am 2. Novem­ber 2022 hat der Bun­des­rat seine Bot­schaft zur «Wei­ter­ent­wick­lung der Rah­men­be­din­gun­gen für den Schwei­zer Güter­trans­port» in die Ver­nehm­las­sung gege­ben. Der Bericht sug­ge­riert, dass es ohne finan­zi­el­le Unter­stüt­zung kei­nen EWLV mehr gibt; Ganz­zü­ge wer­den sowie­so nicht sub­ven­tio­niert. Der Bun­des­rat schlägt zwei Optio­nen vor:

  • Der EWLV in der Flä­che wird wei­ter­ent­wi­ckelt und durch Digi­ta­li­sie­rung, Auto­ma­ti­sie­rung und Schaf­fung einer Daten­aus­tausch­platt­form moder­ni­siert. Stand­or­te, die für eine erfolg­rei­che Flä­chen­be­die­nung not­wen­dig sind, wer­den bes­ser in die Raum­pla­nung der Kan­to­ne und des Bun­des inte­griert. Bis die Moder­ni­sie­rungs­mass­nah­men grei­fen, wird der EWLV durch eine Bestel­lung des Ange­bots in Form von Inves­ti­ti­ons- und Betriebs­bei­trä­gen finan­zi­ell unterstützt.
  • Der EWLV in der Flä­che wird ein­ge­stellt. Das Bahn­sys­tem wird auf Ganz­zü­ge redu­ziert, was eine mas­si­ve Ver­klei­ne­rung von SBB Cargo zur Folge hat.

Beide Vari­an­ten wer­den durch die Migra­ti­on zur digi­ta­len auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK), die För­de­rung von Mul­ti­mo­da­li­tät und Rhein­schiff­fahrt sowie die Finan­zie­rung kli­ma­neu­tra­ler Antrie­be auf Schie­ne und Rhein unterstützt.

Fundamentale Neugestaltung statt Rhetorik

Der EWLV in der Flä­che umfasst gut 70% des Ver­kehrs­auf­kom­mens im Bin­nen­ver­kehr auf der Schie­ne. Die Frage des Bun­des­rats, ob er erhal­ten blei­ben soll, ist daher eher rhe­to­risch. Seine Fol­ge­rung, dass er nach einer Moder­ni­sie­rung mit­hil­fe der DAK durch SBB Cargo erfolg­reich betrie­ben wer­den kann, ist jedoch eben­falls keine rea­lis­ti­sche Opti­on. Der SGV in der Flä­che muss viel­mehr fun­da­men­tal umge­stal­tet und für wei­te­re Markt­ak­teu­re geöff­net wer­den. Dies­be­züg­lich bleibt der Bun­des­rat in sei­nem Bericht weit hin­ter den Erwar­tun­gen der Kun­den und sei­ner eige­nen Ankün­di­gun­gen zurück.

Die Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung wird den SGV effi­zi­en­ter und vor allem für die Logis­tik­wirt­schaft inter­es­san­ter machen: Erst­mals lässt sich der SGV online in die Logis­tik­ket­ten der Wirt­schaft und in die Zug­si­che­rung der Infra­struk­tur­be­trei­ber inte­grie­ren. Die DAK in Ver­bin­dung mit der staat­li­chen Daten­aus­tausch­platt­form gemäss dem Bun­des­ge­setz über die Mobi­li­täts­da­ten­in­fra­struk­tur (MODIG) ist damit DER zen­tra­le Stell­he­bel für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des SGV und Erfolgs­fak­tor Num­mer eins die­ser Gesetzgebungsvorlage.

Der EWLV, seit der Bahn­re­form 1999 Mono­pol der SBB, muss jedoch von Grund auf umge­stal­tet wer­den. Die Rol­len und Pro­zes­se sind völ­lig neu zu den­ken. Diese inne­re Erneue­rung setzt den Bei­zug wei­te­rer Markt­ak­teu­re vor­aus, um ein Ange­bot mit weni­ger Fix­kos­ten und ent­spre­chend höhe­rer Fle­xi­bi­li­tät zu gestal­ten. Der Bun­des­rat fällt dies­be­züg­lich hin­ter sei­nen Bericht vom 30. März 2022 zurück. Wäh­rend er dort in sei­nem Schau­bild ein neues Zusam­men­spiel der ver­schie­de­nen Akteu­re im EWLV auf­zeig­te (S. 50/75), schlägt er im Bot­schafts­ent­wurf ledig­lich eine Fort­füh­rung des der­zei­tig wenig erfolg­rei­chen Modells «alle Leis­tun­gen aus einer Hand» von SBB Cargo vor. Ein­mal mehr wird die Frage der Zukunfts­fä­hig­keit eines brei­ten Ange­bots im EWLV in der Schweiz mit der Wei­ter­ent­wick­lung des Staats­un­ter­neh­mens SBB Cargo gleichgesetzt.

Die Kun­den wün­schen sich jedoch eine Vari­an­te 1+. Diese umfasst neben der Digi­ta­li­sie­rung des SGV und För­der­mass­nah­men für mehr Mul­ti­mo­da­li­tät auch die Neu­or­ga­ni­sa­ti­on des EWLV. Dazu gehö­ren die Neu­tra­li­sie­rung und finan­zi­el­le Unter­stüt­zung der Nah­zu­stel­lung (letz­te Meile), die Schaf­fung einer neu­tra­len digi­ta­len Buchungs- und Daten­aus­tausch­platt­form und die Mög­lich­keit der Inte­gra­ti­on pri­va­ter Wagenladungsverkehrsangebote.

Branche geeint für grosse Veränderungen

Die Inter­es­sen­ge­mein­schaft IG Wagen­la­dungs­ver­kehr for­dert ein leis­tungs­fä­hi­ges Netz­werk­an­ge­bot (Hub and Spoke) mit mehr Wett­be­werb und weni­ger Dis­kri­mi­nie­rung. Der Bun­des­rat soll­te unse­re gemein­sa­me Visi­on des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs – die vom Bun­des­amt für Ver­kehr BAV übri­gens mit­ge­tra­gen wurde – in der defi­ni­ti­ven bun­des­rät­li­chen Bot­schaft auf­grei­fen (vgl. VAP-Blog­post «Kri­ti­scher Blick auf die Lang­frist­per­spek­ti­ve des Bun­des»). Das­sel­be gilt für die kon­so­li­dier­te Hal­tung der Güter­bahn­ver­ant­wort­li­chen des VöV, wie sich der SGV in der Flä­che lang­fris­tig erfolg­reich betrei­ben lässt (vgl. Blog­post «Bran­che ent­wi­ckelt gemein­sa­me Lösung»).

Der Bun­des­rat erwar­tet von der Güter­ver­kehrs­bran­che eine gemein­sa­me Hal­tung. Er soll­te ihre gemein­sa­me Ein­schät­zung und die zahl­rei­chen Nuan­cen des SGV in der Flä­che bei des­sen Zukunfts­ge­stal­tung dif­fe­ren­zier­ter betrach­ten und stär­ker berücksichtigen.

Letzte Meile ausgliedern und diskriminierungsfrei gestalten

Letzte Meile ausgliedern und diskriminierungsfrei gestalten

Der freie Zugang zur letz­ten Meile ist für Güter­bah­nen ent­schei­dend. Der­zeit wird er per Gesetz ver­ord­net. Wir mei­nen: Er soll­te ermög­licht statt ver­fügt wer­den. Dazu müss­te die letz­te Meile aus SBB Cargo aus­ge­glie­dert und von einer unab­hän­gi­gen Instanz ver­ant­wor­tet wer­den. Letzt­lich braucht es Rah­men­be­din­gun­gen, die sich mit nur einem Begriff beschrei­ben las­sen: Marktwirtschaft.

Darum geht’s:
  • Warum der freie Zugang zur letz­ten Meile wich­tig ist
  • Dis­kri­mi­nie­rung ver­hin­dern statt bekämpfen
  • Kräf­te neu ver­tei­len und neu bündeln

 

Bedeutung der letzten Meile

Die Bedie­nung der letz­ten Meile (Nah­zu­stel­lung) liegt allein in Hän­den eines loka­len oder regio­na­len Anbie­ters. Ent­spre­chend ent­schei­det der dis­kri­mi­nie­rungs­freie Zugang zur letz­ten Meile dar­über, ob ein Ange­bot im Haupt­lauf wett­be­werbs­fä­hig ist oder nicht. Wer Dienst­leis­tun­gen in der Nah­zu­stel­lung auf der Schie­ne erbringt, ist ver­pflich­tet, diese dis­kri­mi­nie­rungs­frei zu leis­ten. So will es Arti­kel 6a der Güter­trans­port­ver­ord­nung (siehe Kasten).

Artikel 6a der Gütertransportverordnung (GüTV)

Sämt­li­che Unter­neh­men, die auf der letz­ten Meile (Teil-)Leistungen erbrin­gen, müs­sen ihre Dienst­leis­tung in der Nah­zu­stel­lung auf der Schie­ne dis­kri­mi­nie­rungs­frei erbrin­gen. Das heisst, dass sie ihre Dienst­leis­tun­gen auch für Drit­te erbrin­gen müs­sen, sofern dafür Kapa­zi­tä­ten vor­han­den sind. Diese Pflicht betrifft neben den Güter­bah­nen Anschluss­gleis­be­trei­ber mit eige­nem Roll­ma­te­ri­al und Per­so­nal, spe­zia­li­sier­te Per­so­nal­ver­lei­her und Ran­gier­dienst­leis­ter. Als Dienst­leis­tun­gen auf der letz­ten Meile gel­ten das Ran­gie­ren und wei­te­re mit der Nah­zu­stel­lung zusam­men­hän­gen­de Leis­tun­gen wie z.B. tech­ni­sche Kon­trol­len oder Bremsproben.

> Wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen von der RailCom

 

Diskriminierung verhindern statt bekämpfen

Art. 6a GüTV setzt auf Vor­schrif­ten, Markt­kon­trol­len und Rechts­mit­tel. Sinn­vol­ler wäre es jedoch, die Dis­kri­mi­nie­rung zu ver­hin­dern, indem ein ein­zi­ger Anbie­ter die Bedie­nung der ersten/letzten Meile sicher­stellt. Idea­ler­wei­se ist das der Infra­struk­tur­be­trei­ber, der ansons­ten keine Ver­kehrs­leis­tun­gen erbringt.

In einem markt­wirt­schaft­li­chen Umfeld ist der Zugang des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs zu Gleis­an­schlüs­sen, loka­len und zen­tra­len Ran­gier­an­la­gen, Frei­ver­la­de­an­la­gen oder Ter­mi­nals dis­kri­mi­nie­rungs­frei gere­gelt. Die Tras­sen­ver­ga­be und der Betrieb von sys­tem­re­le­van­ten Infra­struk­tu­ren wer­den von unab­hän­gi­gen Insti­tu­tio­nen ver­ant­wor­tet. Eine Sys­tem­füh­rer­schaft durch einen ein­zel­nen Gross­be­trei­ber – wie dies der­zeit bei SBB Cargo der Fall ist – exis­tiert nicht. Die Gren­zen zwi­schen Ein­zel­wa­gen­la­dun­gen und Ganz­zü­gen sind auf­ge­ho­ben, die letz­te Meile wird durch einen Infra­struk­tur­be­trei­ber bewirtschaftet.

Neuordnung der Kräfte

Um den oben beschrie­be­nen Ide­al­zu­stand zu errei­chen, müs­sen die Rol­len neu ver­teilt und die Kräf­te gebün­delt wer­den. Eine der­ar­ti­ge Reor­ga­ni­sa­ti­on gelingt nur, wenn die fol­gen­den Rah­men­be­din­gun­gen geschaf­fen werden:

  •  SBB Cargo behält vor­erst ihre Rolle als Netz­werk­an­bie­te­rin. Sie zeich­net ver­ant­wort­lich für die Pla­nung der Netz­werk­ver­keh­re und stellt eine effi­zi­en­te Bün­de­lung von Ver­keh­ren mit Ein­zel­wa­gen oder Wagen­grup­pen sicher. Bei der Leis­tungs­er­brin­gung beschränkt sie sich auf die Trans­port­haupt­läu­fe zwi­schen For­ma­ti­ons- und Ran­gier­bahn­hö­fen, soweit sie diese nicht bei Drit­ten beschafft.
  • Die gesam­te Bahn­in­fra­struk­tur wie Netz, Ter­mi­nals des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs und loka­le Ran­gier­an­la­gen sind für Güter­bah­nen frei zugänglich.
  • Die Bedie­nung der ersten/letzten Meile ist für alle Güter­bah­nen ein dis­kri­mi­nie­rungs­frei­er Ser­vice der Infra­struk­tur­be­trei­ber. Die­sen ste­hen die sys­tem­re­le­van­ten Res­sour­cen von SBB Cargo wie Trieb­fahr­zeu­ge, Ran­gier­teams, Ran­gier­glei­se/-bahn­hö­fe, Ran­gier­leis­tun­gen oder betriebs­in­ter­ne Umstel­lun­gen zur Verfügung.
  • So ent­steht Wett­be­werb mit gleich­be­rech­tig­ten Akteu­ren und trans­pa­ren­ten Kosten.

Mehr dazu lesen Sie in unse­rer Publi­ka­ti­on «Von der inte­grier­ten zur markt­wirt­schaft­li­chen Bahn».

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Strommangel (Teil 4): Notfallmassnahmen werden konkretisiert

Strommangel (Teil 4): Notfallmassnahmen werden konkretisiert

Die Ener­gie­si­cher­heit ist und bleibt eines unse­rer Top­the­men. Der­zeit kon­kre­ti­siert der Bun­des­rat die Bewirt­schaf­tungs­mass­nah­men im Fall eines Strom­man­gels in Form von vor­be­rei­te­ten Ver­ord­nun­gen. Für die kon­zes­sio­nier­ten Unter­neh­mun­gen des öffent­li­chen Ver­kehrs inklu­si­ve Schie­nen­gü­ter­ver­kehr sind beson­de­re Bestim­mun­gen vor­ge­se­hen. Das BAV berei­tet zusam­men mit der Arbeits­grup­pe der Bran­chen­ver­bän­de einen Ver­ord­nungs­ent­wurf für den öffent­li­chen Ver­kehr vor, der VAP ver­tritt die Inter­es­sen des Güterverkehrs. 

Darum geht’s:
  • Bun­des­rat lässt Mass­nah­men­plan für Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit erarbeiten
  • Stu­fen­wei­se Kon­tin­gen­tie­rung soll kri­ti­sche Netz­ab­schal­tun­gen verhindern
  • Nächs­ter Schritt: Erar­bei­tung spe­zi­fi­scher Verordnungsentwürfe
  • Bahn­strom wird nächs­tes Jahr teurer

 

Der Bun­des­rat hat an sei­ner Sit­zung vom 23. Novem­ber 2022 die Bewirt­schaf­tungs­mass­nah­men für den Fall einer Strom­man­gel­la­ge behan­delt. Für die Ver­ord­nungs­ent­wür­fe mit abge­stuf­ten
Mass­nah­men hat er bis am 12. Dezem­ber 2022 eine Ver­nehm­las­sung durch­ge­führt. Die Sys­tem­füh­re­rin Schie­ne nahm für die Bran­che Stellung.

Mit jeder Massnahmenstufe Schlimmeres vermeiden

Der Bun­des­rat stärkt mit den bis­her beschlos­se­nen Mass­nah­men die Strom­ver­sor­gungs­si­cher­heit: Vor­hal­ten von Was­ser­kraft­re­ser­ven, Bereit­stel­len von ther­mi­schen Reser­ve­kraft­wer­ken, Stei­gern der Über­tra­gungs­leis­tung der Strom­net­ze. Zudem will er abge­stuf­te Mass­nah­men zur Sen­kung des Strom­ver­brauchs vor­be­rei­ten. Auf­ru­fe zu spar­sa­mem Strom­ver­brauch und die Ener­gie­spar-Alli­ance der Wirt­schaft sol­len die Unter­neh­men flä­chen­de­ckend dar­auf sensibilisieren.

Soll­te es in der Win­ter­pe­ri­ode zu einem kri­ti­schen Strom­ver­sor­gungs­eng­pass kom­men, regelt der Bun­des­rat die Strom­ver­sor­gung mit zeit­lich begrenz­ten Mass­nah­men. Mit­hil­fe von Ver­fü­gun­gen würde er im Kri­sen­fall geziel­te Ver­brauchs­be­schrän­kun­gen erlas­sen. Das soll die Netz­sta­bi­li­tät und damit die Strom­ver­sor­gung sicher­stel­len. Jede Stufe hat zum Ziel, noch ein­schnei­den­de­re Mass­nah­men zu vermeiden.

Kontingentierung soll Netzabschaltungen verhindern

Der Bun­des­rat sieht die Kon­tin­gen­tie­rung als Schlüs­sel­mass­nah­me zur Ver­hin­de­rung von kri­ti­schen Netz­ab­schal­tun­gen. Um deren Wirk­sam­keit zu gewähr­leis­ten, will er keine Strom­be­zü­ger davon ausnehmen.

Für die kon­zes­sio­nier­ten Unter­neh­men des öffent­li­chen Ver­kehrs (öV) sieht er jedoch beson­de­re Bestim­mun­gen vor. Der öV als Kern­dienst­leis­tung soll mög­lichst lang sicher­ge­stellt wer­den. Damit sein Funk­tio­nie­ren auch bei Strom­eng­päs­sen gewähr­leis­tet wer­den kann, sol­len Mass­nah­men nach dem «Bewirt­schaf­tungs­mo­dell öV» umge­setzt werden.

Bewirtschaftungsmassnahmen für den öV 

In einer Arbeits­grup­pe von VöV, SBB, BAV und VAP haben wir in den letz­ten Mona­ten die abge­stuf­ten Mass­nah­men für den Per­so­nen- und den Güter­ver­kehr erar­bei­tet. Bei einer Strom­kon­tin­gen­tie­rung soll die Güter­lo­gis­tik grund­sätz­lich auf­recht­erhal­ten und ent­spre­chend der Nach­fra­ge­ent­wick­lung mög­lichst zeit­nah ska­liert wer­den. Die Bran­che muss sich dar­auf vor­be­rei­ten, rasch zu reagie­ren. Denn es ist heute nicht vor­her­zu­sa­gen, in wel­chen Berei­chen Nach­fra­ge­rück­gän­ge oder ‑zunah­men ent­ste­hen. Unse­re Arbeits­grup­pe wird auf­grund des «Bewirt­schaf­tungs­mo­dells öV» einen ent­spre­chen­den Ver­ord­nungs­ent­wurf der abge­stuf­ten Bewirt­schaf­tungs­mass­nah­men für den öV erar­bei­ten. Wir vom VAP unter­stüt­zen die erar­bei­te­te Vor­ge­hens­wei­se, vor­wie­gend die beson­de­ren Mass­nah­men für den öV.

Bahnstrom wird teurer

Dass auch der Bahn­strom nicht von plötz­li­chen Tur­bu­len­zen aus­ge­schlos­sen ist, zeigt die jüngs­te Mit­tei­lung der SBB. Hier kün­digt die Ener­gie­spar­te ein gra­vie­ren­des Defi­zit von CHF 180 Mio. für das Jahr 2022 an. Gemäss SBB konn­ten infol­ge anhal­ten­der Tro­cken­heit im Som­mer nicht wie üblich 90% des Bahn­stroms aus haus­ei­ge­nen Was­ser­kraft­wer­ken gewon­nen wer­den. Die SBB muss­ten kurz­fris­tig teu­ren Strom auf dem Markt einkaufen.

Nach Ver­hand­lun­gen mit dem BAV wer­den die SBB den Strom­preis für 2023 um 3 Rap­pen auf 13.5 Rap­pen pro Kilo­watt­stun­de anhe­ben. Das BAV will die höhe­ren Strom­kos­ten im Tras­sen­preis dif­fe­ren­ziert auf die ver­schie­de­nen Ver­kehrs­spar­ten über­wäl­zen. Im Fern­ver­kehr wird der volle Betrag von 3 Rp über­wälzt, im Regio­nal- und Güter­ver­kehr mit 1 Rap­pen ledig­lich ein Teil. Dass der Antrag der SBB auf volle Defi­zit­de­ckung mit 10 Rap­pen Auf­schlag vom BAV nicht bewil­ligt wurde, mag für die Bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men vor­erst eine gute Nach­richt sein. Doch die Unsi­cher­heit wei­te­rer Auf­schlä­ge bleibt, dies wird auch Ein­fluss auf künf­ti­ge Ange­bots­kal­ku­la­tio­nen haben.

Transparenz gefragt

Wir sind der Ansicht, dass die Bereit­stel­lung der elek­tri­schen Ener­gie zu einem plan­ba­ren Kos­ten­satz zen­tral für die künf­ti­ge Ange­bots­ge­stal­tung ist. Die jüngs­ten Preis­tur­bu­len­zen muten schon sehr aben­teu­er­lich an; erst recht, wenn man auf die vie­len Jahre mit posi­ti­ver Bilanz zurück­schaut. Wir erwar­ten eine trans­pa­ren­te Auf­ar­bei­tung der jüngs­ten Ereignisse.

Wintersession 2022

Wintersession 2022

Am 6. Dezem­ber 2022 hat der Stän­de­rat in zwei­ter Instanz zwei Motio­nen ange­nom­men. Sie sind für die Ver­kehrs­ver­la­ge­rung im Tran­sit wich­tig, betref­fen aber auch die für den Import- und Export­ver­kehr zen­tra­le Stre­cke Basel-Nord­hä­fen. Wir vom VAP unter­stüt­zen beide Vor­stös­se und regen eine Aus­deh­nung der staat­li­chen För­de­rung auf kon­ven­tio­nel­le Bahn­gü­ter­ver­keh­re an.

Darum geht’s:
  • Stän­de­rat nimmt zwei Motio­nen zuguns­ten des Güter­ver­kehrs­kor­ri­dors durch die Schweiz an
  • Wir vom VAP unter­stüt­zen die Moti­ons­in­hal­te – und set­zen Akzente
  • Denn kon­ven­tio­nel­le Bahn­gü­ter­ver­keh­re wer­den der­zeit noch ausgegrenzt
 
Förderung des Güterverkehrskorridors durch die Schweiz

Mit der Moti­on 22.3013 «Attrak­ti­vi­tät und Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Güter­ver­kehrs­kor­ri­dors durch die Schweiz stär­ken» soll der Bun­des­rat die För­der­mass­nah­men im Tran­sit auf bestimm­te Regio­nen und Güter­grup­pen gezielt aus­deh­nen. Wir vom VAP unter­stüt­zen diese Moti­on. Aller­dings grenzt sie kon­ven­tio­nel­le Bahn­gü­ter­ver­keh­re und deren brach­lie­gen­des Poten­zi­al aus. Die­ser Man­gel soll­te so bald als mög­lich kor­ri­giert werden.

Arti­kel 8 des Güter­ver­kehrs­ver­la­ge­rungs­ge­set­zes erlaubt die För­de­rung des gesam­ten – also alpen­que­ren­den – Güter­ver­kehrs im Tran­sit. Ent­spre­chend soll­te der Bun­des­rat beauf­tragt wer­den, den gesam­ten Güter­ver­kehr zu för­dern und das För­der­instru­men­ta­ri­um bestehend aus finan­zi­el­ler För­de­rung, Qua­li­täts­mo­ni­to­ring und Aus­bau der Zulauf­stre­cken auch für kon­ven­tio­nel­le Ver­keh­re vor­zu­se­hen. Denn auch für diese ist die geziel­te Aus­deh­nung der För­der­mass­nah­men auf bestimm­te Regio­nen und Güter­grup­pen sinn­voll. Mit dem Fest­hal­ten am Dogma «Kom­bi­nier­ter Ver­kehr» ver­gibt die Schweiz inter­es­san­te Chan­cen für die zusätz­li­che Ver­la­ge­rung von der Stras­se auf die Schiene.

Der Bun­des­rat soll­te das För­der­instru­men­ta­ri­um tech­no­lo­gie­neu­tral kon­zi­pie­ren und auf alle Güter­ver­keh­re im Tran­sit aus­wei­ten, unab­hän­gig von deren Produktionsart.

Ausbau des linksrheinischen Neat-Zubringers Wörth-Strassburg

Die Moti­on 22.3000 «Wei­ter­füh­rung der erfolg­rei­chen Ver­la­ge­rungs­po­li­tik und Gewähr­leis­tung der Ver­sor­gungs­si­cher­heit dank Aus­bau des links­rhei­ni­schen Kor­ri­dors Wörth-Stras­bourg» for­dert vom Bun­des­rat, sich um die Elek­tri­fi­zie­rung und Auf­rüs­ten des betrof­fe­nen Stre­cken­ab­schnitts auf NEAT-Stan­dards zu küm­mern. Er zieht die Mög­lich­keit einer Finan­zie­rung von Sei­ten der Schweiz in Betracht.

Wir vom VAP tra­gen diese Moti­on mit, wie wir das auch bei der Moti­on 20.3003 «Staats­ver­trag für eine links­rhei­ni­sche Neat-Zulauf­stre­cke» getan haben. Eine effi­zi­en­te Stre­cken­füh­rung der Flach­bahn im Nord­zu­lauf zur NEAT ist im Hin­blick auf Ver­sor­gungs­si­cher­heit, Aus­weich­ka­pa­zi­tät für Bau­stel­len­pha­sen, Pünkt­lich­keit und Qua­li­tät drin­gend not­wen­dig. Die Elek­tri­fi­zie­rung und Ein­füh­rung des NEAT-Stan­dards auf dem betrof­fe­nen Stre­cken­ab­schnitt bei gleich­zei­ti­gem Aus­bau des Kan­nen­feld- und Schüt­zen­matt­tun­nels auf 4 Meter erlaubt eine erste erheb­li­che Kapa­zi­täts­stei­ge­rung im nörd­li­chen NEAT-Zulauf.

 

Hier geht’s zur SDA-Mel­dung vom 6. Dezem­ber 2022

Forum Anschlussgleise 2022 – Rückblick

Forum Anschlussgleise 2022 – Rückblick

Zum ers­ten Mal seit 2018 fand am 15. Novem­ber 2022 das Forum Anschluss­glei­se wie­der statt. Die Refe­ren­ten waren sich einig: Anschluss­glei­se las­sen sich sehr wohl erfolg­reich betrei­ben, sofern die Betrei­ber Geld und Zeit in Pla­nung, Fach­wis­sen und Sicher­heit investieren.

Darum geht’s:
  • Anschluss­glei­se las­sen sich erfolg­reich betrei­ben. Doch das erfor­dert Geld und Planung.
  • Prag­ma­ti­sche Sicher­heits­kon­trol­len ermög­li­chen den Ver­gleich von Theo­rie und Praxis.
  • Der Erfah­rungs­aus­tausch inner­halb der Bran­che und die Fach­un­ter­stüt­zung durch den VAP wer­den begrüsst.
Kritischer Blick

Im ers­ten Teil des Forums brach­ten wir die neuen Rol­len im Wagen­la­dungs­ver­kehr zur Spra­che. In sei­ner Begrüs­sung warf VAP-Gene­ral­se­kre­tär Frank Fur­rer einen kri­ti­schen Blick auf die aktu­el­le Ver­nehm­las­sung. Er for­dert die Anwe­sen­den auf, ihre Ideen für einen erfolg­rei­chen Schie­nen­gü­ter­ver­kehr in Bran­chen­ge­sprä­chen ein­zu­brin­gen. Nötig sei eine Neu­ord­nung der Rol­len der Akteu­re auf der letz­ten Meile, im Ver­trieb und in der Pro­duk­ti­on. Eben­so brau­che es einen fle­xi­ble­ren Ein­satz der Res­sour­cen wie Wagen und Loks durch neue Geschäfts­mo­del­le. Eine Stu­die des VAP von 2013 zeig­te schon damals auf, dass wett­be­werbs­ori­en­tier­te Koope­ra­ti­on zu einem Sys­tem mit effi­zi­en­te­rer Leis­tungs­er­brin­gung und mehr Ver­keh­ren führt.

Betrieb

Tho­mas Kel­ler, Lei­ter Logis­tik bei der Per­len Papier AG, sprach über den erfolg­rei­chen Betrieb der Anschluss­glei­se. Als gros­se Her­aus­for­de­rung für seine Anschluss­glei­se in Gisikon/Root bezeich­ne­te er die Rekru­tie­rung qua­li­fi­zier­ter Mit­ar­bei­ten­der. Die erfor­der­li­che Aus­bil­dung koste viel Geld und bedin­ge eine weit­sich­ti­ge Pla­nung. Wei­te­re Fak­to­ren seien die kom­ple­xen Betriebs­vor­schrif­ten und die War­tung der eige­nen Loks. Tho­mas Kel­ler teilt mit den Gäs­ten seine Erfah­run­gen mit Arti­kel 6a der Güter­trans­port­ver­ord­nung und der Rail­Com. Dank guter Bera­tung durch den VAP liess sich eine adäqua­te Son­der­lö­sung für den Zugang zum Anschluss­gleis der Per­len Papier AG fin­den, wonach keine Nut­zung von Drit­ten mög­lich ist, da die Anla­gen hier­für nicht geeig­net seien und Aus­bau­pro­jek­te bestehen.

Sicherheitskontrollen

Ueli Remund, Mit­glied des Stabs Anschluss­glei­se bei der Plan­zer Trans­port AG, zeig­te anhand der Orga­ni­sa­ti­on und Pro­zes­se auf, wie wich­tig eine sau­be­re Doku­men­ta­ti­on und Sicher­heits­kon­trol­len sind, z.B. um die Sicher­heit und Rück­ver­folg­bar­keit zu gewähr­leis­ten. Eine sol­che sei essen­zi­ell, um erfolg­reich Anschluss­glei­se zu betrei­ben. Plan­zer muss­te die inter­nen Kon­trol­len der Anschluss­glei­se ver­fei­nern. Ueli Remund emp­fahl, den VAP fach­kun­di­gen Dienst­leis­ter damit zu beauf­tra­gen, wenn die Fach­kom­pe­tenz im eige­nen Haus fehlt.

Instandhaltung

Hein­rich Mau­rer, Lei­ter Immo­bi­li­en bei der mobi­log AG, beleuch­te­te die Instand­hal­tung und deren ver­läss­li­che Pla­nung mit Unter­stüt­zung des VAP am Bei­spiel des fir­men­ei­ge­nen Gleis­an­schlus­ses. Die­ser ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Trans­port­lo­gis­tik; immer­hin wird gera­de im Inbound 70% des Volu­mens mit der Bahn ange­lie­fert. Die mobi­log AG ent­schied sich, auf den Zug zu ver­la­den, nach­dem der Gott­hard­tun­nel infol­ge eines Unfalls über län­ge­re Zeit gesperrt war. Hein­rich Mau­rer beur­teilt diese Ent­schei­dung als nach­hal­tig richtig.

Aufsichtspflicht

Im zwei­ten Teil berich­te­te Hen­rik Lipp­mann, lei­ten­der Audi­tor bei der Sek­ti­on Sicher­heits­über­wa­chung des BAV, über die Erfah­run­gen aus der Sicher­heits­über­wa­chung von Anschlies­sern. Diese Auf­sichts­pflicht brin­ge den Unter­neh­men einen Mehr­wert. Viele Anschlies­ser seien nicht bahn­af­fin, wes­halb die Audits oft einer Bera­tung gleich­kom­men wür­den. Ein wich­ti­ges Instru­ment stel­le das Online-Ver­zeich­nis Anschluss­glei­se dar. Die­ses kön­nen Anschluss­gleis­be­sit­zer nut­zen, um Doku­men­te digi­tal abzu­le­gen, auto­ma­ti­sche Benach­rich­ti­gun­gen ein­zu­rich­ten und für wei­te­re nütz­li­che Funk­tio­nen. Hen­rik Lipp­mann infor­mier­te zudem über die im Ände­rungs­zy­klus 2024 anste­hen­den Neue­run­gen bei den Fahr­dienst­vor­schrif­ten (FDV), die zu Ver­ein­fa­chun­gen im Ran­gier­be­reich der Anschluss­glei­se füh­ren werden.

Dialog

In der Gesprächs­run­de auf dem Podi­um dis­ku­tier­ten die Refe­ren­ten über das Thema «Sicher­heit in Rea­li­tät und Theo­rie – bestehen Unter­schie­de?». Am Forum nah­men inter­es­sier­te Ver­la­der, Güter­bah­nen und Dienst­leis­ter teil. Aus den Vor­trä­gen und aus der Dis­kus­si­on konn­ten sie wert­vol­le Erkennt­nis­se und prak­ti­sche Tipps mit­neh­men. Und natür­lich kam auch die Pfle­ge des Netz­werks beim anschlies­sen­den Steh­lunch nicht zu kurz.

 

Der Bahnsektor muss sich neu erfinden

Der Bahnsektor muss sich neu erfinden

Die Schie­ne ist nicht gera­de berühmt für ihre Erneue­rungs­freu­dig­keit. Das muss und wird sich ändern, wenn sie als Ver­kehrs­trä­ger zukunfts­fä­hig blei­ben will. Am 7. Inter­na­tio­na­len Eisen­bahn-Forum IRFC 2022 prä­sen­tier­ten die Exper­ten einen brei­ten Fächer an Initia­ti­ven, Inno­va­tio­nen und Neu­ord­nun­gen. Die wich­tigs­ten haben wir hier kurz­ge­fasst und kri­tisch gewürdigt.

 

Darum geht’s:
  • Zur Umset­zung des Green Deal braucht es Inno­va­ti­on, neue Tech­no­lo­gien und eine umfas­sen­de Moder­ni­sie­rung des Bahnsektors
  • Die Ska­lier­bar­keit von Inno­va­tio­nen gelingt nur mit Koope­ra­ti­on und Koordination
  • Die Schweiz darf den Anschluss an EU-Inno­va­ti­ons­pro­gram­me nicht verpassen

 

Unter der tsche­chi­schen EU-Rats­prä­si­dent­schaft lud der EU-Ver­kehrs­mi­nis­ter vom 5. bis 7. Okto­ber 2022 zur IRFC nach Prag ein. Der Kon­gress stand unter dem Motto: «Gemein­sam eine neue Gene­ra­ti­on von Eisen­bah­nen bauen». Der tsche­chi­sche Ver­kehrs­mi­nis­ter Mar­tin Kupka beton­te die Schlüs­sel­rol­le der Bahn für die erfolg­rei­che Umset­zung des Green Deal. Mit die­sem hat die EU eine klare Ant­wort auf den fort­schrei­ten­den Kli­ma­wan­del defi­niert. Bis 2050 sol­len Ver­kehr und Trans­port in Euro­pa CO2-neu­tral wer­den. Mit den Kli­ma­zie­len 2050 strebt der Bun­des­rat in der Schweiz die Ablö­sung von fos­si­len Ener­gie­trä­gern in einem ver­gleich­ba­ren Zeit­rah­men an. Seit ein paar Jah­ren zeich­net sich im Bahn­sek­tor ein Para­dig­men­wech­sel ab. Die Poli­tik setzt ter­mi­nier­te Ziele und erteilt den Spar­ten kon­kre­te Auf­trä­ge. Damit die euro­päi­schen Bah­nen gemäss den Auf­trä­gen reagie­ren kön­nen, braucht es mehr Zusam­men­ar­beit in der Wei­ter­ent­wick­lung neuer Tech­no­lo­gien und deren Umset­zung. Die tech­ni­sche Säule des 4. Bahn­pa­kets bil­det die Grund­la­ge für die Schaf­fung des geplan­ten ein­heit­li­chen euro­päi­schen Bahnsystems.

Bis neue Tech­no­lo­gien ihre Anwen­dungs­rei­fe erreicht haben, braucht es zunächst eine Koor­di­na­ti­on der Inno­va­ti­on (vgl. Abbil­dung) und eine geziel­te For­schung zur Erar­bei­tung der wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen. Dazu hat die EU in den ver­gan­ge­nen Jah­ren leis­tungs­fä­hi­ge und kom­pe­ten­te Orga­ni­sa­tio­nen auf­ge­baut: Das Pro­gramm «Hori­zon» führt und finan­ziert diver­se For­schungs­pro­jek­te. Dank bran­chen­über­grei­fen­der Ver­net­zung sol­len die Ergeb­nis­se und Resul­ta­te zeit­nah einem brei­ten Nut­zungs­feld zur Ver­fü­gung ste­hen. Im Rah­men der Inno­va­ti­ons­part­ner­schaft Europe’s Rail Joint Under­ta­king (EU-Rail) wer­den inno­va­ti­ve neue Ansät­ze auf Grund­la­ge von For­schungs­er­geb­nis­sen kon­kre­ti­siert. Die wich­ti­gen Pro­jek­te für den Bahn­be­trieb bezie­hungs­wei­se für die Tech­nik basie­ren auf den bei­den Säu­len «Sys­tem Pil­lar» und «Tech­ni­cal Pil­lar». Die Eisen­bahn­agen­tur ERA defi­niert die neuen ein­heit­li­chen Spe­zi­fi­ka­tio­nen für euro­päi­sche Bahn­an­wen­dun­gen und stellt so die Inter­ope­ra­bi­li­tät sicher. Dank die­ser Wis­sens­bün­de­lung las­sen sich in kur­zer Zeit inter­na­tio­nal anwen­dungs­rei­fe Lösun­gen erarbeiten.

Energie der Zukunft ist erneuerbar

Indus­tria­li­sier­te Volks­wirt­schaf­ten nutz­ten bis­her haupt­säch­lich fos­si­le Ener­gie­trä­ger. Diese waren auf dem inter­na­tio­na­len Markt lange güns­tig erhält­lich. Mit dem Green Deal will die EU die ver­kehrs­be­ding­ten Emis­sio­nen bis 2050 um 90% redu­zie­ren und 75% des Trans­port­vo­lu­mens von der Stras­se auf die Schie­ne oder Was­ser­stras­sen ver­la­gern. Die künf­tig wich­ti­gen Ener­gie­trä­ger sind Was­ser­stoff und Elek­tri­zi­tät, bei­des her­ge­stellt aus erneu­er­ba­ren Ressourcen.

Moderne Datenkommunikation erfolgt digital

Indus­tria­li­sier­te Pro­zes­se funk­tio­nie­ren dann erfolg­reich, wenn die not­wen­di­gen Daten für alle Betei­lig­ten direkt und unmit­tel­bar ver­füg­bar sind. Die aktu­el­le Daten­nut­zung ist noch ein­ge­schränkt, für viele Teil­pro­zes­se wer­den die Daten immer wie­der neu erfasst. Sol­che Allein­gän­ge sind res­sour­cen- und zeit­in­ten­siv sowie feh­ler­an­fäl­lig. In Zukunft sol­len Daten allen auto­ri­sier­ten Teil­neh­mern medi­en­bruch­frei und zeit­nah zur Ver­fü­gung ste­hen. Der direk­te Zugriff auf Daten ist zen­tral für die Rea­li­sie­rung von auto­ma­ti­sier­ten Pro­zes­sen, eben­so ein wirk­sa­mer Daten­schutz. Cyber­si­cher­heit wird zum Kern­the­ma der moder­nen Datenkommunikation.

Neuordnung des Bahnsystems gefragt 

Die Bahn war im 19. und begin­nen­den 20. Jahr­hun­dert wesent­lich für die Indus­tria­li­sie­rung. Erst ab Mitte des 20. Jahr­hun­derts dräng­ten Stras­se und Luft­fahrt dank ihren erfolg­rei­chen Inno­va­ti­ons­schrit­ten die Schie­ne im Trans­port zurück. Ent­schei­dend dabei waren der intra­mo­da­le Wett­be­werb und die rigo­ro­se Kun­den­ori­en­tie­rung. Die wich­tigs­te Frage der Kun­den lau­te­te: Wie kön­nen wir unse­re Bedürf­nis­se ein­fa­cher, beque­mer und güns­ti­ger erfül­len? Und sie erhiel­ten auf der Stras­se pas­sen­de Ant­wor­ten. Diese Frage müs­sen sich die Bah­nen heute end­lich auch stel­len. Die Bahn stellt ein leis­tungs­fä­hi­ges und res­sour­cen­scho­nen­des Trans­port­sys­tem mit zahl­rei­chen Vor­tei­len dar. Im direk­ten Ver­gleich des benö­tig­ten Ener­gie­be­darfs schnei­det die elek­tri­fi­zier­te Bahn gegen­über der Stras­se als ein­deu­ti­ge Sie­ge­rin ab. Die Bahn benö­tigt bei glei­chen Rah­men­be­din­gun­gen 10-mal weni­ger Ener­gie als die Stras­se. Wich­ti­ge euro­päi­sche Bahn­stre­cken sind bereits elek­tri­fi­ziert, sodass die benö­tig­te Trak­ti­ons­en­er­gie mit hohem Wir­kungs­grad genutzt wer­den kann. Ein weit ver­zweig­tes Stre­cken­netz ver­bin­det heute die wich­ti­gen Regio­nen Euro­pas, ein Gross­teil der Stre­cken sind nor­mal­spu­rig, nur in weni­gen euro­päi­schen Regio­nen sind heute abwei­chen­de Spur­wei­ten in Betrieb. Damit die geplan­te Ver­la­ge­rung des Ver­kehrs auf die Schie­ne tat­säch­lich rea­li­siert wer­den kann, braucht es zunächst einen Kul­tur­wan­del bei den Bah­nen hin zu intra­mo­da­lem Wett­be­werb und Kun­den­ori­en­tie­rung sowie eine umfas­sen­de und sys­te­ma­ti­sche Erneue­rung des Bahnsystems:

  • TEN‑T: Die EU hat das trans­eu­ro­päi­sche Schie­nen­netz zur Ver­bin­dung aller bedeu­ten­den euro­päi­schen Zen­tren defi­niert. Auf einer ein­heit­li­chen, har­mo­ni­sier­ten Infra­struk­tur sol­len die Züge hin­der­nis­frei ver­keh­ren kön­nen, auf Neben­stre­cken kann Was­ser­stoff- oder Bat­te­rie­be­trieb für die ange­streb­te CO2-Neu­tra­li­tät sor­gen. Der Aus­bau des Bahn­net­zes erfolgt mit zwei unter­schied­li­chen Schwer­ge­wich­ten: Für den Per­so­nen­ver­kehr ist ein Hoch­ge­schwin­dig­keits­netz auf­zu­bau­en, das die wich­ti­gen Zen­tren ver­bin­det und attrak­ti­ve Rei­se­zei­ten ermög­licht. Für den Güter­ver­kehr sind die erfor­der­li­chen Tras­sen bereit­zu­stel­len, sodass der Bahn­gü­ter­ver­kehr gemäss den poli­ti­schen Vor­ga­ben wach­sen kann. Die Güter­bah­nen müs­sen in den nächs­ten Jahr­zehn­ten ihre Trans­port­ka­pa­zi­tät mehr als ver­dop­peln. Die­ses hoch­ge­steck­te Ziel kön­nen sie nur mit­hil­fe von Inno­va­ti­on errei­chen. Zudem müs­sen die Kor­ri­dor­ma­na­ger mit umfas­sen­den Kom­pe­ten­zen aus­ge­stat­tet wer­den, damit die heu­ti­ge Rosi­nen­pi­cke­rei der natio­na­len inte­griert geführ­ten Staats­bah­nen ein Ende hat.
  • Inter­ope­ra­bi­li­tät und Stan­dar­di­sie­rung: Noch gilt bei den ver­schie­de­nen euro­päi­schen Bahn­sys­te­men eine Viel­zahl von oft unter­schied­li­chen natio­na­len Vor­schrif­ten. Deren Ein­hal­tung schränkt den frei­zü­gi­gen grenz­über­schrei­ten­den Bahn­ver­kehr bis heute signi­fi­kant ein und ermög­licht unlau­te­re Wett­be­werbs­vor­tei­le im natio­na­len Markt. Trotz der tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen der Inter­ope­ra­bi­li­tät (TSI) behin­dern natio­na­le Vor­schrif­ten immer noch den grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr mas­siv. Die EU hat die Besei­ti­gung die­ser natio­na­len Vor­schrif­ten mit dem «rules clea­ning-up pro­gram­me» zu einer wich­ti­gen Füh­rungs­auf­ga­be erko­ren. Dies ist ein ent­schei­den­des Pro­gramm der tech­ni­schen Säule des 4. EU-Bahn­pa­kets zur Schaf­fung der Sin­gle Euro­pean Rail­way Area (SERA). Wäh­rend die Euro­päi­sche Eisen­bahn­agen­tur ERA für die Wei­ter­ent­wick­lung der Tech­ni­schen Spe­zi­fi­ka­tio­nen der Inter­ope­ra­bi­li­tät (TSI) ver­ant­wort­lich ist, muss der Bahn­sek­tor die dazu­ge­hö­ri­gen Stan­dards und Nor­men aktua­li­sie­ren und wei­ter­ent­wi­ckeln. Im ange­streb­ten Ide­al­fall sol­len die TSI und die Nor­men alle bahn­tech­ni­schen Teil­sys­te­me in allen betei­lig­ten euro­päi­schen Län­dern aus­rei­chend spe­zi­fi­zie­ren. Auch die Schweiz setzt im Nor­mal­spur­be­reich kon­se­quent auf die TSI. Sie hat im Rah­men des gel­ten­den Land­ver­kehrs­ab­kom­mens erste Ele­men­te der tech­ni­schen Säule des 4. EU-Bahn­pa­kets über­nom­men. Da der Dia­log zwi­schen der EU und der Schweiz der­zeit still­steht, ist die geplan­te Wei­ter­füh­rung aktu­ell lei­der nicht möglich.
  • Digi­ta­le auto­ma­ti­sche Kupp­lung (DAK): Die Bahn muss ihre his­to­risch gewach­se­nen, aber über­al­ter­ten Stan­dards wie die klas­si­sche Schrau­ben­kupp­lung zuguns­ten moder­ner digi­ta­li­sier­ter Sys­te­me – etwa der DAK4 – flä­chen­de­ckend ablö­sen. Dies bil­det eine ent­schei­den­de Grund­la­ge für eine künf­ti­ge umfas­sen­de Auto­ma­tis­a­ti­on im Bahn­sek­tor. Noch wich­ti­ger aber ist die Ver­net­zung aller Akteu­re ent­lang der gesam­ten Logis­tik­ket­te – über den rei­nen Schie­nen­lauf hin­aus – dank der Mög­lich­kei­ten der Digi­ta­li­sie­rung. Frei zugäng­li­che Daten- und Buchungs­platt­for­men eröff­nen unge­ahn­te Effi­zi­enz­stei­ge­run­gen und Qua­li­täts­ver­bes­se­run­gen. Auch die Mit­glie­der des VAP und die SBB tra­gen mit ihrem Know-how aktiv zum Gelin­gen die­ses wich­ti­gen Pro­jekts bei.
  • Ener­gie: Beim Thema Ener­gie wer­den die erfor­der­li­chen Pro­zes­se zu der CO2-neu­tra­len Gewin­nung, der Ver­tei­lung und der ein­fa­chen Nut­zung von Was­ser­stoff bear­bei­tet. Für den Betrieb auf län­ge­ren nicht elek­tri­fi­zier­ten Bahn­stre­cken bil­det Was­ser­stoff eine viel­ver­spre­chen­de Ener­gie­quel­le, um rasch fos­si­le Treib­stof­fe abzulösen.
Marathon mit Hürden

Die EU hat mit dem Green Deal ein umfas­sen­des Pro­gramm zur Gestal­tung eines CO2-neu­tra­len Euro­pas defi­niert. Aller­dings haben die Mit­glied­län­der unter­schied­li­che Aus­gangs­la­gen, Prio­ri­tä­ten und Inter­es­sen. Für die Umset­zung die­ses anspruchs­vol­len Pro­gram­mes wer­den folg­lich eini­ge Hür­den zu über­win­den sein. Es wird sich zei­gen, ob die natio­na­len Inter­es­sen der Staats­bah­nen zuguns­ten einer gemein­sa­men euro­päi­schen Lösung genü­gend zurück­tre­ten kön­nen. Die Bahn soll im euro­päi­schen Per­so­nen­ver­kehr und Güter­trans­port künf­tig eine Schlüs­sel­rol­le spie­len. Sie über­zeugt durch eini­ge bestechen­de Vor­tei­le. Aber sie muss auch eine über viele Jahr­zehn­te ent­stan­de­ne Abnei­gung gegen Erneue­run­gen, Ver­än­de­run­gen und Wett­be­werb über­win­den. Die Abschot­tung der Märk­te, ins­be­son­de­re durch die Staats­bah­nen, bil­det nach wie vor vie­ler­orts ein gros­ses Hin­der­nis. Durch das Fest­hal­ten an natio­na­len Vor­schrif­ten, oft unter dem Vor­wand von Sicher­heits­über­le­gun­gen, wol­len sich Staats­bah­nen wei­ter­hin vor uner­wünsch­ter inter­na­tio­na­ler Kon­kur­renz schüt­zen. Es liegt an den Mit­glied­staa­ten, der euro­päi­schen Idee zum Durch­bruch zu ver­hel­fen und unlau­te­ren Metho­den ihrer Staats­bah­nen den Rie­gel zu stos­sen. Der Bahn­sek­tor muss mit Inno­va­ti­on neue Stan­dards set­zen. Er muss seine Vor­schrif­ten­welt inter­na­tio­nal ver­ein­heit­li­chen und ent­schla­cken. Gros­se Lie­fe­ran­ten des Bahn­sek­tors dür­fen bei der Ent­wick­lung neuer Sys­te­me nicht ver­su­chen, sich durch exklu­si­ve, inkom­pa­ti­ble Pro­duk­te einen ein­sei­ti­gen Markt­vor­teil zu ver­schaf­fen. Für einen nach­hal­ti­gen Migra­ti­ons­er­folg benö­tigt der Sek­tor kom­pa­ti­ble, aus­ge­reif­te und zuver­läs­si­ge inno­va­ti­ve Pro­duk­te. Damit haben sich die Her­stel­ler in den ver­gan­ge­nen Jah­ren nicht gera­de aus­ge­zeich­net. Ob die ange­streb­te Ver­la­ge­rung der Ver­keh­re auf die Schie­ne im geplan­ten Umfang mach­bar wird, hängt von den ein­setz­ba­ren Finanz­mit­teln ab. Es wird für die Migra­ti­on keine prall gefüll­te EU-Geld­scha­tul­le daste­hen, aus der sich die ein­zel­nen Unter­neh­men nach Bedarf bedie­nen kön­nen. Die ein­zel­nen Mit­glied­staa­ten wer­den hier mit kräf­ti­gen Anschub­fi­nan­zie­run­gen zur Erneue­rung und Erwei­te­rung der Bahn­in­fra­struk­tur bei­tra­gen müs­sen. Das gilt auch für die Schweiz. Kern­pro­jek­te wie die DAK müs­sen inter­na­tio­nal abge­stimmt sein, sonst wird ihre Wir­kung sang- und klang­los verpuffen.

Schweiz ist Teil von Europa

Auch die Schweiz kann mit einer akti­ven Betei­li­gung an die­sen EU-Pro­gram­men nur gewin­nen. Das Schwei­zer Nor­mal­spur­netz trägt mit sei­nen gros­sen Tran­sit­ach­sen zum trans­eu­ro­päi­schen Schie­nen­netz der EU bei. Es bil­det einen wich­ti­gen Teil des ein­heit­li­chen inter­ope­ra­blen euro­päi­schen Sys­tems SERA. Da viele der Schwei­zer Ver­keh­re grenz­über­schrei­tend geführt wer­den, sind inter­ope­ra­ble Lösun­gen unab­ding­bar. Die Schweiz hat ihr Plan­soll mit dem durch­ge­hen­den Aus­bau der Nord-Süd-Trans­ver­sa­len wie ange­sagt erfüllt. Das Schwei­zer Bahn­netz muss für den Bin­nen­ver­kehr wei­ter aus­ge­baut wer­den, um das Wachs­tums­ziel im Güter­ver­kehr Zukunft bewäl­ti­gen zu kön­nen. Unse­re Exper­ten kön­nen aktiv wert­vol­le Ent­wick­lungs­bei­trä­ge leis­ten und sich mit den Bes­ten inter­na­tio­nal mes­sen. Unse­re Bahn­un­ter­neh­men kön­nen mit neuen Kon­zep­ten ihre Markt­po­si­ti­on, ins­be­son­de­re auch im Import- und Export­ver­kehr stär­ken. Der VAP unter­stützt die gemein­sa­men Akti­vi­tä­ten, um den Bahn­sek­tor zu einem wich­ti­gen Part­ner des mul­ti­mo­da­len Trans­port­sys­tems wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Dabei ist die Zusam­men­ar­beit auf euro­päi­scher Ebene und intra­mo­da­ler Wett­be­werb eine ent­schei­den­de Vor­aus­set­zung, um die poli­ti­schen Ziele frist­ge­recht zu errei­chen. Wir sind ver­kehrs­tech­nisch so eng mit den Nach­bar­staa­ten ver­knüpft, dass unse­re Wirt­schaft hin­der­nis­freie grenz­über­schrei­ten­de Ver­kehrs- und Trans­port­leis­tun­gen braucht. Gera­de für grös­se­re Distan­zen ist aus Ener­gie­sicht die Schie­ne prä­de­sti­niert. Die poli­ti­schen Dif­fe­ren­zen zwi­schen der Schweiz und der EU behin­dern nach wie vor die drin­gend not­wen­di­ge inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit. Die Bahn­bran­che ist gut bera­ten, trotz der Hür­den den fach­li­chen Aus­tausch aktiv zu suchen und zu pfle­gen. Eine erfolg­rei­che Bahn­zu­kunft haben wir nur gemeinsam.

Schienengüterverkehr in der Fläche: Branche entwickelt gemeinsam eine Lösung

Schienengüterverkehr in der Fläche: Branche entwickelt gemeinsam eine Lösung

Zur anste­hen­den Neu­or­ga­ni­sa­ti­on und Moder­ni­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs in der Flä­che und zu des­sen nach­hal­ti­gen För­de­rung füh­ren die Güter­bah­nen des Dach­ver­bands öffent­li­cher Ver­kehr (VöV) und wir vom VAP inten­si­ve Gesprä­che. Hier ein Abriss über den Stand der Debat­te und die Vor­tei­le eines anreiz­ba­sier­ten Fördermodells.

Die Güter­bahn­ver­ant­wort­li­chen des VöV und wir vom VAP als Stim­me der ver­la­den­den Wirt­schaft wol­len gemein­sam auf­zei­gen, dass sich der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr in der Flä­che (SGV) lang­fris­tig erfolg­reich betrei­ben lässt. Die Gesprä­che der Bran­chen­ver­tre­ter über die Zukunft der Bin­nen­ver­kehrs­lo­gis­tik lau­fen auf Hoch­tou­ren und sol­len in einer gemein­sa­men Hal­tung zum SGV resul­tie­ren, wenn der Bun­des­rat seine Bot­schaft zur «Zukünf­ti­gen Aus­rich­tung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs in der Flä­che» in die Ver­nehm­las­sung schickt.

Zukunftsfähiges Netzwerkangebot aufbauen

Die Bran­chen­ak­teu­re stre­ben ein leis­tungs­fä­hi­ges Netz­werk­an­ge­bot (Hub and Spoke) an. Von die­sem sol­len die Betrei­ber von Bahn­gü­ter­ver­kehr und Kun­den im Bin­nen­ver­kehr in glei­cher Art und Weise pro­fi­tie­ren. Dazu braucht es eine neue Rol­len­ver­tei­lung in der Pro­duk­ti­on und ein nach­hal­ti­ges finan­zi­el­les För­der­mo­dell mit aus­ge­präg­ten Anreiz­me­cha­nis­men. Die­ses muss wett­be­werbs­neu­tral und gleich­zei­tig mög­lichst ein­fach aus­ge­stal­tet sein. Es darf keine Markt- und Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen zwi­schen sub­ven­tio­nier­ten und nicht­sub­ven­tio­nier­ten Güter­bah­nen und Leis­tun­gen oder ähn­li­che Benach­tei­li­gun­gen zulas­sen. Das För­der­mo­dell soll weni­ge, aber umsetz­ba­re Anreiz­me­cha­nis­men mit maxi­ma­ler Wir­kung ent­hal­ten. Aus­ser­dem soll es sich den Ent­wick­lun­gen anpas­sen; der Abbau­pf­ad der För­der­mit­tel läuft idea­ler­wei­se par­al­lel zum AS 2035 und der Umfah­rungs­li­nie Zürich.

Verbesserte Rahmenbedingungen

Damit der SGV seine Stär­ken ent­fal­ten kann, sind bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen nötig – unab­hän­gig von För­der­mo­dell und Rol­len­ver­ständ­nis. Dazu gehören:

  • Sen­kung des Tras­sen­prei­ses auf euro­päi­sches Niveau
  • Aus­deh­nung der Rück­erstat­tung der LSVA auf alle Ver­keh­re Strasse–Schiene–Schiff
  • Aus­deh­nung der Inves­ti­ti­ons­för­de­rung an Anschluss­gleis­be­sit­zer und ‑betrei­ber
  • Automatisierung/Digitalisierung, ins­be­son­de­re durch die digi­ta­le auto­ma­ti­sche Kupp­lung (DAK)
  • Frei zugäng­li­che Daten- und Infor­ma­ti­ons­platt­form für eine effi­zi­en­te­re ope­ra­ti­ve Abwicklung
Hochwirksame Anreizmechanismen

Die Bran­chen­ver­tre­ter sehen Anrei­ze an Ver­la­der und die Finan­zie­rung sowie Neu­tra­li­sie­rung der ers­ten und letz­ten Meile vor. Anrei­ze an Ver­la­der umfas­sen Ent­schä­di­gun­gen für Neu­ver­keh­re, die Wie­der­in­be­trieb­nah­me von Anschluss­glei­sen nach län­ge­ren Betriebs­un­ter­brü­chen, Effi­zi­enz­stei­ge­rungs­mass­nah­men im Ran­gier­be­trieb und für eige­ne Manö­ver auf der letz­ten Meile. Die Bedie­nung der ers­ten und letz­ten Meile soll durch eine Ent­schä­di­gung an den Leis­tungs­er­brin­ger finan­ziert wer­den. Die­ser bie­tet Nah­zu­stel­lun­gen für alle Güter­bahn­un­ter­neh­men zu defi­nier­ten (stark kos­ten­un­ter­de­cken­den) Prei­sen an.

Neue Rolle von SBB Cargo

SBB Cargo über­nimmt nach wie vor die Funk­ti­on des Netz­werk­an­bie­ters. Sie wickelt Haupt­läu­fe und Ran­gie­rung ab, zeich­net für die Pla­nung der Netz­werk­ver­keh­re ver­ant­wort­lich und stellt eine effi­zi­en­te Bün­de­lung von Ver­keh­ren mit ein­zel­nen Wagen oder Wagen­grup­pen sicher. Dazu steht SBB Cargo im allei­ni­gen Kon­takt mit den Ver­la­dern, die Trans­por­te im Netz­werk­ver­kehr beauf­tra­gen, und im Dia­log mit dem Leis­tungs­er­brin­ger, der die erste/letzte Meile bedient.

In der Gunst des Wettbewerbs

Die Ver­tre­ter von VöV und VAP machen sich für eine nach­hal­ti­ge Bran­chen­lö­sung stark, die mehr Pla­nungs- und Inves­ti­ti­ons­si­cher­heit bie­tet und die Attrak­ti­vi­tät des Güter­bahn­mark­tes erhöht. Sie sehen einen wett­be­werbs­neu­tra­len För­der­me­cha­nis­mus vor, der bestehen­de Struk­tu­ren und Abgel­tungs­an­sät­ze nutzt. Das För­der­mo­dell der Bran­che kann seine Ver­kehrs­ver­la­ge­rungs­wir­kung erhö­hen, indem es Drit­ten mit einer güns­ti­gen ers­ten und letz­ten Meile zusätz­li­che Anrei­ze bie­tet. Damit ent­fällt für die Güter­bah­nen die Make-or-Buy-Ent­schei­dung. SBB Cargo kann das Netz­werk eigen­wirt­schaft­lich betrei­ben. Die Lösung, die sich aus dem Dia­log von Güter­bah­nen und ver­la­den­der Wirt­schaft her­aus­kris­tal­li­siert, soll die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Akteu­re stär­ken und Inno­va­ti­on sowie Kun­den­ori­en­tie­rung ermöglichen.

 

Inter­es­sant dazu: Schon 2014 hatte sich in unse­rer Stu­die die Emp­feh­lung einer «dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Bedie­nung der letz­ten Meile für alle Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men» herauskristallisiert.

«BAHN 2050» – kritischer Blick auf die Langfristperspektive des Bundes

«BAHN 2050» – kritischer Blick auf die Langfristperspektive des Bundes

Der Bun­des­rat möch­te die Bahn lang­fris­tig wei­ter stär­ken. Er hat dafür seine Lang­frist­stra­te­gie Bahn über­ar­bei­tet. Neu setzt er seine Schwer­punk­te bei einem ver­bes­ser­ten Zugang zur Bahn und mehr Kapa­zi­tä­ten auf der Ost-West-Achse mit neuen mul­ti­mo­da­len Umschlags­platt­for­men und Anla­gen für die City-Logis­tik. Hier eine kri­ti­sche Wür­di­gung die­ser Perspektive.

Im Hin­blick auf künf­ti­ge Aus­bau­schrit­te der Eisen­bahn­in­fra­struk­tur hat der Bun­des­rat seine Lang­frist­per­spek­ti­ve Bahn aus dem Jahr 2012 ange­passt und Details aus der Sit­zung vom 22. Juni 2022 publi­ziert. Bis anhin hat sich der Bun­des­rat in ers­ter Linie auf Eng­pass­be­sei­ti­gun­gen und Takt­ver­dich­tun­gen kon­zen­triert. Mit den kom­men­den Aus­bau­schrit­ten im Rah­men der Per­spek­ti­ve BAHN 2050 will er das Bahn­an­ge­bot pri­mär auf kur­zen und mitt­le­ren Distan­zen ver­bes­sern, etwa mit zusätz­li­chen S‑Bahn-Ange­bo­ten und einer Auf­wer­tung der Vor­stadt­bahn­hö­fe. Damit trägt er dem Umstand Rech­nung, dass das gröss­te Ver­la­ge­rungs­po­ten­zi­al auf die Schie­ne inner­halb der Agglo­me­ra­tio­nen sowie bei Ver­bin­dun­gen zwi­schen regio­na­len Zen­tren und Agglo­me­ra­tio­nen steckt.

Im Güterverkehr Verlagerung vorantreiben

Im Güter­ver­kehr soll der Zugang zur Bahn ver­bes­sert und Kapa­zi­tä­ten auf der Ost-West-Achse gestei­gert wer­den. Dies mit neuen mul­ti­mo­da­len Umschlags­platt­for­men und Anla­gen für die City-Logis­tik. Mit der ange­streb­ten Ver­kehrs­ver­la­ge­rung will der Bun­des­rat seine Stra­te­gie zum Errei­chen der Kli­ma­zie­le stär­ken sowie Raum- und Ver­kehrs­pla­nung bes­ser auf­ein­an­der abstim­men. Die­sen Anspruch bringt er in sei­ner Visi­on zum Aus­druck: «Die Bahn leis­tet dank effi­zi­en­ter Nut­zung ihrer Stär­ken einen gros­sen Bei­trag zum Kli­ma­ziel 2050 und stärkt den Lebens- und Wirt­schafs­stand­ort Schweiz».

Zielkonflikt freie Verkehrsmittelwahl

Als eines der Haupt­zie­le von BAHN 2050 defi­niert der Bun­des­rat die Erhö­hung des Bahn­an­teils im Modal­split sowohl im Per­so­nen- als auch im Güter­ver­kehr. Die­ses Ziel wider­spricht der Ver­fas­sung, die im Bin­nen­ver­kehr die freie Ver­kehrs­mit­tel­wahl garan­tiert. Eben­falls besteht ein Wider­spruch zu den bis­he­ri­gen Zie­len des Bun­des­rats, ins­be­son­de­re zu Ziel 7 des UVEK-Ori­en­tie­rungs­rah­mens 2040, «Zukunft Mobi­li­tät». Dem­nach kön­nen Ver­kehrs­teil­neh­men­de in der Schweiz frei ent­schei­den, wel­che Mobi­li­täts­an­ge­bo­te sie nut­zen und kombinieren.

Intramodaler Wettbewerb und marktwirtschaftliche Angebote

Für uns vom VAP geht der Modal­split aus einer durch­dach­ten Infrastruktur‑, Ver­kehrs- und Raum­ord­nungs­po­li­tik her­vor. Als Stim­me der ver­la­den­den Wirt­schaft set­zen wir uns für güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen ein, die den intra­mo­da­len Wett­be­werb auf der Schie­ne ankur­beln und mit markt­wirt­schaft­li­chen Ange­bo­ten für Kun­den­ori­en­tie­rung und Inno­va­ti­on sor­gen. Damit sol­che Ange­bo­te ihr Poten­zi­al ent­fal­ten kön­nen, sind aus­rei­chend Kapa­zi­tä­ten auf dem Netz mit qua­li­ta­tiv hoch­ste­hen­den und güns­ti­gen Tras­sen sowie genü­gend gut erschlos­se­ne Logis­tik­stand­or­te nötig. Nur so lässt sich der Anteil des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs am Modal­split erhö­hen. Des­halb war­nen wir vor Ideen wei­te­rer Netz­wer­ke und abge­stimm­ter Sys­tem­tras­sen durch SBB Cargo. Diese behin­dern den ange­streb­ten intra­mo­da­len Wett­be­werb und wir­ken sich ent­spre­chend nega­tiv auf Kun­den­ori­en­tie­rung und Inno­va­ti­on aus.

Anschluss an Europa sicherstellen

Wir begrüs­sen den Fokus des Bun­des­ra­tes auf kurze und mitt­le­re Distan­zen. Aller­dings blen­det er das viel­schich­ti­ge Poten­zi­al des inter­na­tio­na­len Ver­kehrs aus. Das ist bedau­er­lich. Die Per­spek­ti­ve BAHN 2050 müss­te unse­res Erach­tens eine güns­ti­ge Anbin­dung des Schwei­zer Bahn­net­zes an die inter­na­tio­na­len Kor­ri­do­re und die Rhein­hä­fen sowie Süd­hä­fen im Ziel­be­reich vor­se­hen. Zu die­sem Anspruch wird der Bun­des­rat durch die Moti­on 22.3000 «Wei­ter­füh­rung der erfolg­rei­chen Ver­la­ge­rungs­po­li­tik und Gewähr­leis­tung der natio­na­len Ver­sor­gungs­si­cher­heit dank Aus­bau des links­rhei­ni­schen Neat-Zubrin­gers Wörth-Strass­burg» und die Moti­on 20.3003 «Staats­ver­trag für eine links­rhei­ni­sche Neat-Zulauf­stre­cke» expli­zit aufgefordert.

Klares Ja zur Digitalisierung

Als posi­tiv wer­ten wir die Absicht, Effi­zi­enz­ge­win­ne durch Auto­ma­ti­sie­rung und neue Tech­no­lo­gien kon­se­quent zu nut­zen, sowie das Ziel, das Bahn­an­ge­bot als Teil der Gesamt­mo­bi­li­tät fle­xi­bel und opti­mal mit den ande­ren Ver­kehrs­trä­gern und ‑ange­bo­ten zu ver­net­zen. Hier spie­len neben den erwähn­ten mul­ti­mo­da­len Umschlags­platt­for­men vor allem die Rah­men- und Markt­be­din­gun­gen für Güter­bah­nen eine ent­schei­den­de Rolle. Dazu gehö­ren neben der digi­ta­len auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK) ins­be­son­de­re offe­ne Daten- und Buchungs­platt­for­men. Mit deren Hilfe wer­den Daten aus der gesam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te erfasst und trans­pa­rent aus­ge­tauscht, sodass Güter­bahn­kun­den ihre Sen­dun­gen ein­fach buchen und die Güter­strö­me in Echt­zeit ver­fol­gen können.

Strommangel (Teil 3): Sparappelle mittragen

Strommangel (Teil 3): Sparappelle mittragen

Der Strom­man­gel ist ein dring­li­ches poli­ti­sches und wirt­schaft­li­ches Thema. Des­halb ist es uns ein Anlie­gen, dass unse­re Mit­glie­der top­ak­tu­ell infor­miert sind. In die­ser drit­ten Blog­e­pi­so­de erör­tern wir, wie die Bahn­bran­che den Spar­ap­pel­len des Bun­des­ra­tes mit frei­wil­li­gen Ener­gie­spar­mass­nah­men Folge leis­ten kann.

Der Bund hat die Auf­ga­ben zur Bewäl­ti­gung einer mög­li­chen Ener­gie­kri­se fest­ge­legt. Je nach­dem, wie sich die Ener­gie­la­ge ent­wi­ckelt, kann er Ener­gie­spar­mass­nah­men ergrei­fen. Dabei sind vier Levels mög­lich. Zur­zeit befin­den wir uns auf Level 1 «frei­wil­li­ge Spar­ap­pel­le». Das Bun­des­amt für Ver­kehr nimmt die zen­tra­le Koor­di­na­ti­ons­auf­ga­be in Ver­kehrs­be­lan­gen wahr. Das Eid­ge­nös­si­sche Depar­te­ment für Umwelt, Ver­kehr und Kom­mu­ni­ka­ti­on (UVEK) hat die «Ener­gie­spar-Alli­ance» mit einer breit ange­leg­ten Kam­pa­gne ins Leben geru­fen. Diese Alli­anz for­dert Orga­ni­sa­tio­nen in der gan­zen Schweiz auf, die Bemü­hun­gen für Ver­sor­gungs­si­cher­heit im Win­ter zu unter­stüt­zen und frei­wil­lig Ener­gie­spar­mass­nah­men zu ergrei­fen. Ziel muss es sein, in der Schweiz bran­chen­weit mög­lichst ein­heit­li­che Mass­nah­men umzu­set­zen. Das ist für die Nut­zer von Ver­kehrs­leis­tun­gen am bes­ten nachvollziehbar.

VAP zieht mit

Wir vom VAP schlies­sen uns der Emp­feh­lung an, der «Ener­gie­spar-Alli­ance» bei­zu­tre­ten. Damit geben wir den Weck­ruf des Ver­bands öffent­li­cher Ver­kehr (VöV) an unse­re Mit­glie­der wei­ter. An sei­ner Vor­stands­sit­zung vom 9. Sep­tem­ber 2022 hat die­ser sein Emp­feh­lungs­pa­pier für die Bahn­bran­che ver­öf­fent­licht. Darin emp­fiehlt er der Bahn­bran­che, sich aktiv auf mög­li­che Sze­na­ri­en einer Ener­gie­man­gel­la­ge vor­zu­be­rei­ten und rasch erste kon­kre­te Umset­zungs­mass­nah­men zu realisieren.

Damit sich die Ener­gie­spar­mass­nah­men aller Akteu­re der Bahn­bran­che abge­stimmt umset­zen las­sen, über­nimmt die Arbeits­grup­pe «Strom­man­gel­la­ge im öV» deren Koor­di­na­ti­on. Hier brin­gen wir uns aktiv ein. Die Arbeits­grup­pe arbei­tet eng mit den SBB und Post­Au­to AG Schweiz als Sys­tem­füh­re­rin­nen zusam­men. Gemein­sa­mes Ziel ist es, Betriebs­ein­schrän­kun­gen sowohl beim Per­so­nen­ver­kehr als auch beim Güter­ver­kehr zu ver­mei­den. Die Kapa­zi­tä­ten sol­len erst bei ent­spre­chen­dem Nach­fra­ge­rück­gang redu­ziert wer­den. Auf wei­te­re Eska­la­ti­ons­le­vels berei­ten wir uns in diver­sen Arbeits­grup­pen inten­siv vor. Die öffent­li­che Hand soll unse­re Bran­che als kom­pe­tent und koope­ra­tiv wahrnehmen.

Weil Energie knapp ist

«Ener­gie ist knapp. Ver­schwen­den wir sie nicht.» Unter die­sem Kam­pagn­en­ti­tel hat das UVEK Spar­tipps für Pri­va­te und Unter­neh­men zusam­men­ge­fasst. Auch die Bahn­bran­che soll frei­wil­lig Ener­gie spa­ren. Die­ser Auf­ruf umfasst Umset­zungs­mass­nah­men für zahl­rei­che von den Bah­nen genutz­te Bau­ten. Sie schrän­ken das Ange­bot des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs nicht ein. Aktu­ell liegt der Fokus auf der Absen­kung der Heiz­tem­pe­ra­tur sowie der Reduk­ti­on von Warm­was­ser und Beleuch­tung. Zudem ist jedes Trans­port­un­ter­neh­men auf­ge­for­dert, ener­ge­ti­sche Betriebs­op­ti­mie­run­gen in sei­nen Büro- und Betriebs­ge­bäu­den durch­zu­füh­ren. Adres­sa­ten­ge­rech­te Spar­mass­nah­men für Mit­ar­bei­ten­de  (Lok­füh­re­rIn­nen, Büro­mit­ar­bei­ten­de, Werk­stät­ten­per­so­nal) wer­den das Paket ergänzen.

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