WETTBEWERB IM SCHIENENGÜTERVERKEHR

Der VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft setzt sich für ein fai­res, wett­be­werbs­fä­hi­ges Güter­trans­port­sys­tem ein. Wett­be­werb ist ein Schlüs­sel­ele­ment der Marktwirtschaft.

Wettbewerb im Schienengüterverkehr…

..stärkt des­sen Inno­va­ti­ons­kraft und Leistungsfähigkeit.

..stellt die Chan­cen für alle Markt­teil­neh­mer gleich, ob staat­li­che oder pri­vat­wirt­schaft­li­che Unternehmen.

 

Der Schienengüterverkehr basiert noch auf einem über 100 Jahre alten System, das durch schwere Handarbeit und fehlende Digitalisierung geprägt ist.
In den letzten 175 Jahren gab es nur eine Innovation: die Elektrifizierung. 
Dementsprechend gesunken ist die Wettbewerbsfähigkeit. 
Im Gegensatz dazu haben andere Branchen dank Wettbewerb und Digitalisierung grosse Fortschritte gemacht.
Deshalb engagieren wir uns für ein faires, wettbewerbsfähiges Gütertransportsystem.
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Ziele der Weiterentwicklung im Schienengüterverkehr

Durch ver­stärk­ten Wett­be­werb im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr errei­chen wir:

  • Inno­va­ti­on: Neue Geschäfts­mo­del­le und Prozessoptimierung
  • Effek­ti­vi­tät und Effi­zi­enz: Kapa­zi­tä­ten und der Attrak­ti­vi­tät stei­gern sich
  • Qua­li­tät und Fle­xi­bi­li­tät: Bestehen­de Kun­den hal­ten und neue gewinnen

 

Ideenbox

Wir wer­den diese Ideen sam­meln und die viel­ver­spre­chends­ten in einem Spe­zi­al­news­let­ter vorstellen.

Datenplattformen: Bessere Kooperation, mehr Wettbewerb

Datenplattformen: Bessere Kooperation, mehr Wettbewerb

Unse­re Auf­merk­sam­keit im Year of Rail 2021 gilt unter ande­rem den Ent­wick­lun­gen soge­nann­ter Daten­platt­for­men in Deutsch­land. Bereits 2022 soll eine erste neu­tra­le Daten­platt­form für den kom­bi­nier­ten Ver­kehr live gehen. Betei­ligt sol­len alle Akteu­re des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs (KV) wer­den. Das Pro­jekt wird vom deut­schen Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur (BMVI) unterstützt.

Öffnung für alle Anbieter angestrebt

Unter der Ägide des Ver­bands Deut­scher Ver­kehrs­un­ter­neh­men (VDV) befin­det sich eine ver­gleich­ba­re Platt­form für den Wagen­la­dungs­ver­kehr im Auf­bau. Unter­stüt­zung für die­ses Pro­jekt fin­det der VDV beim Ver­band der Che­mi­schen Indus­trie Deutsch­lands (VCI). Auch die­ser scheint ange­sichts der Ent­wick­lun­gen des Wagen­la­dungs­ver­kehrs in Deutsch­land von der Leis­tungs­fä­hig­keit des gröss­ten Anbie­ters nicht mehr über­zeugt zu sein. Genau wie wir strebt auch der VCI keine Sub­ven­tio­nen an, son­dern sieht die Lösung in der Öff­nung der Ran­gier- und Kno­ten­bahn­hö­fe für alle Anbie­ter. Nur so wird ein stär­ke­rer Wett­be­werb auch im Wagen­la­dungs­ver­kehr mög­lich. Mit einer neu­tra­len Daten­platt­form lies­se sich ein markt­wirt­schaft­lich offe­nes Netz­werk deut­lich bes­ser und schnel­ler auslasten.

Gartendenken ade

Die Tren­nung der Bahn­ver­keh­re in KV und kon­ven­tio­nel­le Ver­keh­re war noch nie wirk­lich nach­voll­zieh­bar. Gar­ten­den­ken ist kon­tra­pro­duk­tiv und ver­kom­pli­ziert das Gesamt­sys­tem. Getrenn­te Buchungs­platt­for­men sind ein Indiz dafür, dass im Mit­tel­punkt nicht ein Gesamt­sys­tem mit einem Gesamt­nut­zen für die ganze Güter­bahn­wirt­schaft steht. Ein nach­hal­ti­ger, kon­kur­renz­fä­hi­ger und end­kun­den­ori­en­tier­ter (Schienen-)Güterverkehr kann nur im Zusam­men­spiel aller Akteu­re erfolgen.

Darum set­zen wir uns inten­siv mit der Idee einer Platt­form für den Güter­bahn­ver­kehr aus­ein­an­der. Dabei ste­hen wir im engen Kon­takt mit dem VDV und des­sen Part­ner­un­ter­neh­men einer Platt­form für einen grenz­über­schrei­ten­den KV. Denn wir sind über­zeugt, dass nur euro­pa­weit kom­pa­ti­ble Platt­for­men erfolg­reich sein werden.

Automatisierung des Wagenladungsverkehrs im Fokus

Automatisierung des Wagenladungsverkehrs im Fokus

Im Year of Rail 2021 steht die Moder­ni­sie­rung durch eine Auto­ma­ti­sie­rung des Wagen­la­dungs­ver­kehrs ganz oben auf unse­rer Agen­da. Unse­re Koope­ra­ti­on mit dem Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) und dem Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr (VöV) für ein gemein­sa­mes Vor­ge­hen bei der Auto­ma­ti­sie­rung im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr schrei­tet plan­mäs­sig voran. Im Mit­tel­punkt steht unter ande­rem die Digi­ta­le Auto­ma­ti­sche Kupp­lung (DAK). Dem­nächst wer­den die Details der gemein­sa­men Auf­ga­ben in Abstim­mung mit den Güter­bah­nen, Wagen- und Lok­be­trei­bern sowie Ver­la­dern fest­ge­legt, damit schon bald kon­kre­te Fort­schrit­te zu sehen sind.

Modellevaluation läuft

Par­al­lel dazu läuft auf euro­päi­scher Ebene die Eva­lua­ti­on der ver­schie­de­nen Model­le der DAK. Den Ent­scheid für ein bestimm­tes Sys­tem erwar­ten wir im Herbst. Im Anschluss dürf­te der ent­spre­chen­de Umset­zungs­plan auf EU-Ebene vor­ge­legt wer­den. Mit ande­ren Wor­ten: Die DAK und damit die Auto­ma­ti­sie­rung im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr neh­men Gestalt an.

Förderung erforderlich

Die Moder­ni­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs setzt eine klare poli­ti­sche und finan­zi­el­le För­de­rung vor­aus. Daher hat unser Prä­si­dent und Stän­de­rat Josef Ditt­li mit der Moti­on 20.3221 «Durch Auto­ma­tis­a­ti­on Güter auf der Schie­ne effi­zi­en­ter trans­por­tie­ren» den ent­spre­chen­den poli­ti­schen Pro­zess ins Rol­len gebracht. Mit der Annah­me der Moti­on hat das Par­la­ment den Bun­des­rat mit der Aus­ar­bei­tung eines Kon­zepts betraut.

Umsetzungskonzept angestrebt

Wir vom VAP wer­den des­halb gemein­sam mit BAV und VöV ein Kon­zept in Angriff neh­men und es zu gege­be­ner Zeit dem Par­la­ment zur Bera­tung über­ge­ben. Die­ses Kon­zept soll die tech­ni­sche Lösung, einen Trans­for­ma­ti­ons­plan sowie die Initi­al­kos­ten mit den erwar­te­ten Effi­zi­enz­stei­ge­run­gen ent­hal­ten. Es wird Auf­ga­be des Par­la­ments sein, über die finan­zi­el­le För­de­rung und geeig­ne­te Rah­men­be­din­gun­gen (Ent­schla­ckung der gesetz­li­chen Sicher­heits- und Arbeits­vor­schrif­ten, Über­nah­me der euro­päi­schen Inter­ope­ra­bi­li­täts­vor­schrif­ten usw.) zu entscheiden.

Kombinierter Verkehr und Multimodalität (Teil 2)

Kombinierter Verkehr und Multimodalität (Teil 2)

Neben dem Bund defi­nie­ren auch die Kan­to­ne und gros­sen Schwei­zer Städ­te zuneh­mend ganz­heit­li­che Güter­ver­kehrs­kon­zep­te zu ihrer effi­zi­en­ten, siche­ren und umwelt­ver­träg­li­chen Güter­ver­sor­gung und ‑ent­sor­gung. Die Güter­trans­port­bran­che strebt eine part­ner­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit mit Kan­to­nen und Städ­ten an, um die Kräf­te zu bün­deln und Logis­tik­stand­or­te wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Von zuneh­men­der Bedeu­tung ist dabei die City-Logis­tik inner­halb von Städ­ten und Agglo­me­ra­tio­nen. Die nach­fol­gen­den Mass­nah­men erach­ten wir vom VAP als not­wen­dig, damit im kom­bi­nier­ten und im mul­ti­mo­da­len Ver­kehr die Stär­ken des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs zum Tra­gen kommen.

1. Infrastrukturausbau
  • Zur lang­fris­ti­gen Wett­be­werbs­fä­hig­keit sind dedi­zier­te Inves­ti­tio­nen in Stre­cken­aus­bau­ten für den Güter­ver­kehr erfor­der­lich. Diese müs­sen zwin­gend in die Arbei­ten für den nächs­ten STEP-Aus­bau­schritt 2040/45 auf­ge­nom­men wer­den, namentlich: 
    • Pla­nung und Rea­li­sie­rung der Güter­um­fah­rungs­li­nie Zürich für zusätz­li­che Kapa­zi­tät und Ent­flech­tung des Per­so­nen- und Güter­ver­kehrs inkl. Eng­pass­be­sei­ti­gung in den Kno­ten zwi­schen Aarau und Winterthur
    • Prü­fung der voll­stän­di­gen Ent­flech­tung von Güter­ver­kehr und Per­so­nen­ver­kehr im Raum Basel, Genf und Zürich-Win­ter­thur sowie des Kno­tens Lausanne
  • Das Schwei­zer Stras­sen­netz muss drin­gend moder­ni­siert wer­den. Die von Bun­des­rat und Par­la­ment beschlos­se­nen Mass­nah­men im Rah­men des neuen Natio­nal­stras­sen- und Agglo­me­ra­ti­ons­ver­kehrs­fonds NAF bzw. des stra­te­gi­schen Ent­wick­lungs­pro­gramms STEP Natio­nal­stras­sen müs­sen so rasch wie mög­lich umge­setzt wer­den. Es braucht sowohl Sanie­run­gen wie auch die Besei­ti­gung von Eng­päs­sen und Kapa­zi­täts­er­wei­te­run­gen auf den stau­mäs­sig am stärks­ten belas­te­ten Abschnitten.
  • Die Koor­di­na­ti­on von über­ge­ord­ne­tem und unter­ge­ord­ne­tem Stras­sen­netz muss in den Mit­tel­punkt rücken. Das heisst, es müs­sen mehr Mit­tel in den Städ­ten und Agglo­me­ra­tio­nen direkt für die spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se der City­lo­gis­tik ein­ge­setzt wer­den, als dies in den Agglo­me­ra­ti­ons­pro­gram­men 1 und 2 der Fall ist.
  • Für komo­da­le Lösun­gen im Import/Export sind die Umschlags­ka­pa­zi­tä­ten im Tes­sin deut­lich zu erhö­hen. Dazu sol­len bestehen­de Ter­mi­nals aus­ge­baut und zusätz­li­che neue grenz­na­he Stand­or­te eva­lu­iert werden.
  • Logis­tik­stand­or­te müs­sen in der Raum­pla­nung berück­sich­tigt und bes­ser erreich­bar wer­den: Dazu gehö­ren die Zufahrt via Stras­se (National‑, Kantons‑, Kom­mu­nal­stras­se), die Zufahrt via Schie­ne (Netz­ka­pa­zi­tät zum (Annahme-)Bahnhof) und Ran­gier­ka­pa­zi­tät für die Zufahrt ins Anschluss­gleis ab (Annahme-)Bahnhof. Letz­te­re ist gesetz­lich der­zeit nicht gesi­chert. Dazu wären regio­na­le Netz­plä­ne entscheidend.
2. Regulatorische Rahmenbedingungen für die Strasse
  • Das gel­ten­de Stras­sen­re­gu­la­tiv soll inte­gral erhal­ten blei­ben. Die LSVA, das Nacht- und Sonn­tags­fahr­ver­bot für LKW, die 40-Ton­nen-Gewichts­li­mi­te und das Kabo­ta­ge­ver­bot sind in der Trans­port­bran­che unbe­strit­ten und sor­gen für faire sozia­le und wett­be­werb­li­che Bedingungen.
  • Zen­tral ist ins­be­son­de­re das Kabo­ta­ge­ver­bot. Jeg­li­che Locke­rung der gel­ten­den Bestim­mun­gen wäre für das gesam­te CH-Trans­port­ge­wer­be auf Schie­ne und Stras­se exis­tenz­be­dro­hend. Zudem müss­te mit fata­len Aus­wir­kun­gen auf Umwelt und Ver­la­ge­rungs­po­li­tik gerech­net wer­den. Im lau­fen­den Pro­zess über den all­fäl­li­gen Abschluss eines insti­tu­tio­nel­len Abkom­mens darf des­halb am Kabo­ta­ge­ver­bot nicht gerüt­telt wer­den. Es muss im bestehen­den Land­ver­kehrs­ab­kom­men in der heu­ti­gen Form unver­än­dert ver­an­kert bleiben.
  • Als finan­zi­el­ler Anreiz für mul­ti­mo­da­le Ver­keh­re soll die LSVA-Rück­erstat­tung im kom­bi­nier­ten Ver­kehr auf dem Stras­sen­vor­lauf oder ‑nach­lauf zusätz­lich erhöht und neu auch bei der Kom­bi­na­ti­on von Stras­se und Schie­ne im Wagen­la­dungs­ver­kehr mit Güter- statt Behäl­ter­um­schlag gewährt werden.
  • Das (Strassen-)Transportgewerbe im Aus­land arbei­tet mit kom­plett ande­ren Kos­ten­struk­tu­ren als die Schwei­zer Trans­port­un­ter­neh­men. Die gröss­ten Unter­schie­de bestehen bei der Ent­löh­nung des Fahr­per­so­nals. Die Folge ist ein soge­nann­tes «Sozi­al­dum­ping», das den Wett­be­werb auf den auf­kom­mens­stärks­ten Güter­ver­kehrs­märk­ten in Euro­pa mas­siv ver­zerrt. Zudem braucht es ver­stärk­te Kon­trol­len des heute bestehen­den Kabo­ta­ge­ver­bots inklu­si­ve mas­siv höhe­rer Bus­sen bei Verstössen.
3. Regulatorische Rahmenbedingungen für die Schiene
  • Um Infra­struk­tu­ren für Per­so­nen- und Güter­zü­ge mög­lichst effi­zi­ent zu nut­zen, sol­len die Netz­nut­zungs­kon­zep­te nach­fra­ge­ge­recht wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Damit kön­nen teure Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur ver­mie­den und Kno­ten wirk­sam ent­las­tet wer­den. Die Güter­ver­kehrs­bran­che ist bereit, die Nach­fra­ge etwa im Nord-Süd-Ver­kehr dank stun­den- bzw. tages­schar­fer Pla­nung zu dyna­mi­sie­ren. Im Gegen­zug for­dern die Güter­ver­kehrs­un­ter­neh­men eine Dis­kus­si­on betref­fend der Tras­sen­nut­zung von Güter- und Regio­nal­zü­gen zu Rand­zei­ten früh­mor­gens und spätabends.
  • Instand­hal­tungs­kon­zep­te der Infra­struk­tur­be­trei­ber müs­sen die Bedürf­nis­se des Güter­ver­kehrs in der Nacht stär­ker berück­sich­ti­gen. Die ein­ge­führ­te Ent­schä­di­gung für Stre­cken­sper­ren auf­grund von Bau­stel­len ist als Kom­pen­sa­ti­on zwar sinn­voll, letzt­lich benö­tigt die ver­la­den­de Wirt­schaft jedoch mehr Zuver­läs­sig­keit in der Ange­bots­er­stel­lung der Güter­bah­nen. Instand­hal­tungs­ar­bei­ten sol­len des­halb zukünf­tig ver­mehrt auch tags­über und an Wochen­en­den mit gleich­mäs­si­gen Ein­schrän­kun­gen für alle Ver­kehrs­ar­ten geplant werden.
  • Zur Stär­kung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Bahn in komo­da­len Ver­kehrs­ket­ten sind die Grenz­kos­ten der Infra­struk­tur­nut­zung pro gefah­re­nen Zug unter Berück­sich­ti­gung der unter­schied­li­chen Ansprü­che von Per­so­nen- und Güter­ver­kehr neu zu definieren.
Unternehmerisches Engagement

Güter­bah­nen, Stras­sen­trans­por­teu­re und ver­la­den­de Wirt­schaft sind sich ihrer Ver­ant­wor­tung für die Güter­ver­sor­gung der Schweiz bewusst und haben bereits diver­se Mass­nah­men zuguns­ten von ko- oder mul­ti­mo­da­len Güter­trans­port­lö­sun­gen umgesetzt.

  • Die Part­ner­schaft zwi­schen SBB Cargo und Swiss Combi stärkt die Ver­la­ge­rung von der Stras­se auf die Schie­ne und erhöht die Aus­las­tung im Sys­tem-Wagen­la­dungs­ver­kehr und im kom­bi­nier­ten Ver­kehr nach­hal­tig. Damit soll die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Bahn in der Logis­tik­ket­te der Kun­den wei­ter stei­gen und die Ver­kehrs­trä­ger wer­den nach ihren Stär­ken eingesetzt.
  • SBB Cargo, der VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft und der Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr VöV ent­wi­ckeln eine gemein­sa­me Sicht zum Ange­bot der Güter­trans­port­bran­che. Im Rah­men des Aus­bau­schritts STEP 2030/35 wur­den For­de­run­gen wie aus­rei­chen­de Kapa­zi­tä­ten, schnel­le­re Tras­sen und Ertüch­ti­gun­gen und Neu­bau­ten von Güter­ver­kehrs­an­la­gen und Bahn­hö­fen durchgesetzt.
  • Der Stras­sen­gü­ter­trans­port stei­gert seine Effi­zi­enz lau­fend durch inner­be­trieb­li­che Opti­mie­run­gen (z.B. Pla­nung, Dis­po­si­ti­on, Digi­ta­li­sie­rung). Die Anzahl von unpro­duk­ti­ven Leer­fahr­ten liegt auf einem sehr tie­fen Niveau. Ein beträcht­li­cher Teil der erziel­ten Effi­zi­enz­ge­win­ne geht jedoch durch Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bus­sen infol­ge der zuneh­men­den Stau­be­las­tung auf dem gesam­ten Stras­sen­netz wie­der verloren.
Mehr Dialog für mehr Nachhaltigkeit und Effizienz

Die Trans­port­un­ter­neh­men und die ver­la­den­de Wirt­schaft der Schweiz ste­hen ein für einen nach­hal­ti­gen und leis­tungs­fä­hi­gen Güter­ver­kehr als Bei­trag an eine öko­lo­gi­sche und wett­be­werbs­fä­hi­ge Schweiz. Die Ver­kehrs­ver­la­ge­rung von der Stras­se auf die Schie­ne im Tran­sit­ver­kehr von Gren­ze zu Gren­ze und ein sinn­vol­ler (Multi-)Modalsplit sol­len wei­ter gestärkt wer­den. Der VAP und seine Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen unter­stüt­zen eine part­ner­schaft­li­che, dyna­mi­sche Bezie­hung zwi­schen den Behör­den und den Bran­chen­ak­teu­ren und sind bereit, sich aktiv an den Arbei­ten zu beteiligen.

Kombinierter Verkehr und Multimodalität (Teil 1)

Kombinierter Verkehr und Multimodalität (Teil 1)

Die Trans­port­un­ter­neh­men auf Stras­se und Schie­ne sowie die ver­la­den­de Wirt­schaft neh­men ihre wirt­schaft­li­che, öko­lo­gi­sche und gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung wahr und set­zen auf ver­kehrs­trä­ger­über­grei­fen­de Lösun­gen. Sie kom­bi­nie­ren Rhein, Stras­se, Schie­ne, Bin­nen­schiff­fahrt, Pipe­line und Luft­fracht bedürf­nis­ori­en­tiert zu mul­ti­mo­da­len Logistiklösungen.

Begriffliches

Der kom­bi­nier­te Ver­kehr im enge­ren Sinn ver­eint ver­schie­de­ne Ver­kehrs­trä­ger (Stras­se, Schie­ne, Was­ser) in einem Sys­tem. Dabei wird nicht das Trans­port­gut, son­dern ein Trans­port­be­häl­ter – in den meis­ten Fäl­len ein Con­tai­ner – umge­la­den. Der Gross­teil der zurück­ge­leg­ten Stre­cke (Haupt­lauf) soll mit der Eisen­bahn oder mit dem Schiff bewäl­tigt wer­den und der Vor- und Nach­lauf auf der Stras­se sol­len so kurz wie mög­lich ausfallen.

Der mul­ti­mo­da­le Ver­kehr im wei­te­ren Sinn ver­eint eben­falls ver­schie­de­ne Ver­kehrs­trä­ger. Aller­dings erfolgt ein Umlad des Trans­port­guts beim Wech­sel des Ver­kehrs­trä­gers, in der Regel vom Schiff und der Bahn auf den LKW und umge­kehrt. Der kom­bi­nier­te Ver­kehr wird ins­be­son­de­re den Anfor­de­run­gen im Stück­gut­ge­schäft nicht gerecht. Des­halb sind die rasant wach­sen­den Stück­gut­ver­keh­re für mul­ti­mo­da­le Ver­keh­re prä­de­sti­niert, da das Sam­meln und Ver­tei­len auf der Stras­se fle­xi­bler erfol­gen kann als im kom­bi­nier­ten Ver­kehr. Die­ser setzt eine ziel­rei­ne Ladung für alle Güter im Behäl­ter vor­aus. Allein im Cargo Domi­zil wer­den jede Nacht 300 Güter­wa­gen in sol­chen Ver­keh­ren beför­dert. Dem­nach nimmt der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr als Mas­sen­be­för­de­rungs­mit­tel sowohl im kom­bi­nier­ten als auch im mul­ti­mo­da­len Ver­kehr eine Schlüs­sel­rol­le ein. Bewähr­te För­der­mit­tel (pau­scha­le Rück­erstat­tung der LSVA, 44t-Limi­te im Vor-/Nach­lauf) soll­ten daher auf alle Kom­bi­na­tio­nen von Stras­se und Schie­ne – unab­hän­gig von ihrer kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung – aus­ge­dehnt werden.

Kombinierter Verkehr legt zu

Der kom­bi­nier­te Ver­kehr hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren auf­grund sei­ner bei­spiel­lo­sen För­de­rung durch Sub­ven­tio­nen, Mau­ter­leich­te­run­gen und Gewichts­er­hö­hun­gen für LKW an Bedeu­tung gewon­nen (vgl. Abbil­dung 1). Im Tran­sit durch die Schweiz ver­kehr­ten 2019 85,3% der trans­por­tier­ten Ton­na­gen im kom­bi­nier­ten Ver­kehr (vgl. Abbil­dung 2). Im Import- und Export­ver­kehr ver­kehr­ten 7,6% der trans­por­tier­ten Ton­na­gen im kom­bi­nier­ten Ver­kehr. Im Bin­nen­ver­kehr waren es 7,1% der trans­por­tier­ten Tonnagen.

Abbil­dung 1: Wachs­tum des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs 2016 bis 2019 1

Abbil­dung 2: Pro­zen­tua­le Auf­tei­lung der Ver­keh­re im kom­bi­nier­ten Ver­kehr 2

 

Rund ein Drit­tel des gesam­ten Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs wird über den kom­bi­nier­ten Ver­kehr abge­wi­ckelt. Im Schie­nen­ver­kehr kam er 2019 auf einen Anteil an trans­por­tier­ten Ton­na­gen von 34% und bei der Bin­nen­schiff­fahrt nach und ab Basel auf 12%. Der Anteil an beför­der­ten Net­to­ton­nen im unbe­glei­te­ten kom­bi­nier­ten Bin­nen­ver­kehr liegt bei 8%. Viel tie­fer ist der ent­spre­chen­de Wert im Stras­sen­ver­kehr, der – wie erwähnt – nur für den soge­nann­ten Vor- und Nach­lauf ein­ge­setzt wird (durch­schnitt­li­che Trans­port­di­stanz von zirka 50 Kilo­me­tern). Hier belief sich der KV-Anteil 2019 auf 2%, wobei sich diese Zahl nur auf die Trans­por­te mit inlän­di­schen Fahr­zeu­gen bezieht. Die rest­li­chen Güter wer­den über den kon­ven­tio­nel­len Ver­kehr in Güter­wa­gen mit Umschlag der Güter statt Behäl­ter transportiert.

Gütertransportaufkommen steigt

Das Güter­auf­kom­men auf Schwei­zer Infra­struk­tu­ren wird bis 2040 um 37% stei­gen3. Gröss­ter Trei­ber ist das Auf­kom­mens­wachs­tum im Bin­nen­ver­kehr mit einem Plus von 39%. Her­vor­ge­ru­fen durch Bevöl­ke­rungs- und Wirt­schafts­wachs­tum, Arbeits­tei­lung, Digi­ta­li­sie­rung und E‑Commerce wer­den ins­be­son­de­re klei­ne Los­grös­sen in Form von Kurier‑, Express- und Paket­diens­ten über­pro­por­tio­nal wach­sen. Das Auf­kom­men im Tran­sit­gü­ter­ver­kehr wächst eben­falls kon­ti­nu­ier­lich und wird bis 2040 gegen­über dem Refe­renz­wert 2010 um 38% zunehmen.

Umsetzung des Verfassungsauftrags Verkehrsverlagerung im Transit

Mit dem 1994 ange­nom­me­nen Ver­fas­sungs­ar­ti­kel zum Schutz der Alpen («Alpen­schutz­ar­ti­kel») wurde die Ver­la­ge­rung des Güter­ver­kehrs auf die Schie­ne im Tran­sit in der Ver­fas­sung fest­ge­schrie­ben. Seit­her hat die Schweiz viel in die­sen Ver­la­ge­rungs­auf­trag inves­tiert. Der Bau der Neat mit Voll­endung im Jahr 2020 bei Inbe­trieb­nah­me des Ceneri-Basis­tun­nels kos­te­te CHF 18.5 Mil­li­ar­den. Die Abgel­tun­gen des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs zwi­schen 1994 bis 2020 (bis 2023) betru­gen total CHF 1675 Mio4. Bis zum Jahr 2026 wer­den wei­te­re CHF 90 Mio. an Abgel­tun­gen flies­sen, um den kom­bi­nier­ten Tran­sit­ver­kehr auf der Schie­ne zu hal­ten. Heute hält die Schie­ne im alpen­que­ren­den Tran­sit­gü­ter­ver­kehr von Gren­ze zu Gren­ze durch die Schweiz einen Markt­an­teil von über 70%, was euro­pa­weit ein­zig­ar­tig ist.


1 Vgl. Bun­des­amt für Sta­tis­tik, Kom­bi­nier­ter Güter­ver­kehr, 2021

2 Vgl. Bun­des­amt für Sta­tis­tik, Tabel­le Kom­bi­nier­ter Güter­ver­kehr Schiene

3 Vgl. «Ver­kehrs­per­spek­ti­ven 2050», Bun­des­amt für Raum­ent­wick­lung (ARE)

4 Vgl. Bot­schaft Bun­des­rat 2019

IG WLV: Ziele setzen, Massnahmen entwickeln

IG WLV: Ziele setzen, Massnahmen entwickeln

Am 9. Juni 2021 fand die jähr­li­che Kan­tons­kon­fe­renz der Inter­es­sens­ge­mein­schaft Wagen­la­dungs­ver­kehr (IG WLV) statt – lei­der erneut als Video­kon­fe­renz. Neben den Grün­dungs­part­nern der IG WLV (VAP, Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr (VöV/UTP), SBB Cargo) nahm eine Viel­zahl von Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern aus ein­zel­nen Kan­to­nen teil.

Zum Auf­takt stell­ten VöV und SBB Cargo die aktu­el­le Situa­ti­on dar – ins­be­son­de­re im Kon­text der Covid-19-Krise – und zeig­ten die bevor­ste­hen­den Her­aus­for­de­run­gen auf. Im Anschluss prä­sen­tier­te der VAP im Namen der IG WLV die drei Haupt­zie­le, aus denen sich drei Hand­lungs­clus­ter ablei­ten las­sen. Aktu­ell arbei­tet die IG WLV inten­siv an der Kon­kre­ti­sie­rung und kon­kre­ten Umset­zung die­ser Ziele.

Cluster Technik/Automatisation

Die IG WLV treibt die rasche Ein­füh­rung der flä­chen­de­cken­den und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Auto­ma­ti­on und Digi­ta­li­sie­rung in der Schweiz voran. Dies in enger Abstim­mung und Zusam­men­ar­beit mit Euro­pa. Sie setzt sich gegen­über der Bran­che, Poli­tik und Ver­wal­tung für die Umset­zung der Moti­on Ditt­li 20.3221 ein (vgl. Blog­post «Fort­schrit­te für die Auto­ma­ti­on im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr»).

Cluster Produktion/Effizienz

Die IG WLV defi­niert Leis­tungs­kenn­zah­len und erstellt ein Kon­zept, das Abschät­zun­gen zu Nach­fra­ge­strö­men im Wagen­la­dungs­ver­kehr für die kom­men­den Jahre abbil­det. Zudem denkt sie dar­über nach, wie zusätz­li­che Men­gen gene­riert wer­den könn­ten, die Pla­nungs­si­cher­heit, Dyna­mik und Koope­ra­ti­on mit­ein­an­der verknüpfen.

Cluster Politik

Die IG WLV erar­bei­tet ein Kon­zept für die CO2-Reduk­ti­on (vgl. Blog­post «Moti­on CO2-frei­er Schie­nen­gü­ter­ver­kehr»). Sie wird die­ses Kon­zept gegen­über Bund, Bran­chen­ak­teu­ren und Kan­to­nen ver­tre­ten und des­sen Umset­zung vorantreiben.

Erkenntnisse aus 2020

Nach der Defi­ni­ti­on der Ziel­be­rei­che reflek­tier­ten die Teil­neh­men­den Erkennt­nis­se aus der letzt­jäh­ri­gen Kan­tons­kon­fe­renz. Dabei galt das Augen­merk den fol­gen­den Schwerpunkten:

  • Daten: Diver­se Her­aus­for­de­run­gen, die rich­ti­ge Daten – quan­ti­ta­tiv und qua­li­ta­tiv – für zukünf­ti­ge Kon­zep­te und Pla­nun­gen zu erhalten.
  • Stand­or­te und recht­li­che Grund­la­gen: Auf­ga­ben und Pflich­ten von Bund, Kan­to­nen und Gemein­den und opti­ma­le Nut­zung bestehen­der und zukünf­ti­ger Logistikflächen.
  • Frei­ver­lad: Berück­sich­ti­gung aller Frei­ver­la­de in einem Gesamt­kon­zept, das die jewei­li­gen Finan­zie­rungs­not­wen­dig­kei­ten und ‑tools enthält.
  • Ausbauschritte/STEP: Zusam­men­füh­ren von Anlie­gen aller Akteu­re aus Poli­tik und Wirt­schaft, kan­tons­über­grei­fen­de Abstim­mung und Nut­zung glei­cher Basiswerkzeuge.
Best Practice

Im Rah­men eines inter­es­san­ten Bei­trags stell­ten die Kan­to­ne Waadt und Zürich ihre Her­aus­for­de­run­gen und Lösungs­an­sät­ze zur Opti­mie­rung und Ver­bes­se­rung der Logis­tik­mög­lich­kei­ten vor. Diese lies­sen sich gege­be­nen­falls in Zukunft als Best Prac­ti­ce oder inter­es­san­te Ansatz­punk­te hinzuziehen.

Weiter am runden Tisch

Sämt­li­che Infor­ma­tio­nen und Impul­se wur­den an zwei run­den Tischen mit fol­gen­den Auf­ga­ben­schwer­punk­ten vertieft:

  • Run­der Tisch 1: Lösungs­an­sät­ze zu den Her­aus­for­de­run­gen der Erkennt­nis­se aus 2020
  • Run­der Tisch 2: Best Prac­ti­ce der Kan­to­ne Zürich und Waadt; mög­li­cher Bau­plan für wei­te­re Schrit­te Rich­tung opti­mier­te, inte­grier­te Güterverkehrslogistik

Details zu den kon­kre­ten Ergeb­nis­sen der Panel­dis­kus­sio­nen und zu mög­li­chen Mass­nah­men erfah­ren Sie im nächs­ten Blogpost.

Verkehrsverlagerung und Angebotsvielfalt stärken

Verkehrsverlagerung und Angebotsvielfalt stärken

Eine markt­ori­en­tier­te Ange­bots­viel­falt und die Rolle des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs in der Ver­kehrs­ver­la­ge­rung ste­hen zur Debat­te. Nach­dem SBB Cargo ein wei­te­res Spar­pro­gramm ange­kün­digt hat, haben Stän­de­rat Charles Juil­lard und die Kom­mis­si­on für Ver­kehr und Fern­mel­de­we­sen SR zum Instru­ment des Pos­tu­lats gegrif­fen und den Bun­des­rat zur Prü­fung und Bericht­erstat­tung auf­ge­for­dert. Beide Geschäf­te wer­den der­zeit im Stän­de­rat behandelt.

Postulat 21.3198: Eisenbahnanlagen besser nutzen

Das Pos­tu­lat 21.3198 «Güter­trans­port. Warum nicht die bestehen­den Eisen­bahn­an­la­gen bes­ser nut­zen?» von EVP-Stän­de­rat Charles Juil­lard beauf­tragt den Bun­des­rat, einen Bericht über die Ent­wick­lung des Güter­trans­ports in der Schweiz – ins­be­son­de­re mit der Bahn – vor­zu­le­gen. Dabei soll er die Mass­nah­men prü­fen, die eine Ver­la­ge­rung des Güter­trans­ports von der Stras­se auf die Schie­ne begüns­ti­gen könn­ten. Diese For­de­rung ent­stand vor dem Hin­ter­grund, dass in den letz­ten Jah­ren die Zahl der Bedien­punk­te und der Anla­gen für den Güter­um­schlag von der Stras­se auf die Schie­ne ste­tig ver­rin­gert wurde, was den Stras­sen­trans­port aus Grün­den der Ein­fach­heit und Zeit­er­spar­nis begüns­tigt. Diese Ent­wick­lung wider­spricht dem Auf­trag der Ver­kehrs­ver­la­ge­rung und Lärmbekämpfung.

Details zum Pos­tu­lat 21.3198 «Güter­trans­port. Warum nicht die bestehen­den Eisen­bahn­an­la­gen bes­ser nut­zen?» erfah­ren Sie hier.

Postulat 21.3597: Zukunft des Güterverkehrs

Mit dem Pos­tu­lat 21.3597 «Zukunft des Güter­ver­kehrs» beauf­tragt die Kom­mis­si­on für Ver­kehr und Fern­mel­de­we­sen des Stän­de­ra­tes den Bun­des­rat, bis spä­tes­tens Ende des 1. Quar­tals 2022 einen Bericht zur zukünf­ti­gen Aus­rich­tung der Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs­po­li­tik vor­zu­le­gen. Die Kom­mis­si­on ver­langt Details zum Import und Export von Gütern per Bahn und zum Bei­trag des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs, zur Ver­kehrs­ver­la­ge­rung und nach­hal­ti­gen Aus­rich­tung der Lie­fer­ket­te. Sie will eine Ein­schät­zung des markt­ori­en­tier­ten und flä­chen- sowie kos­ten­de­cken­den Ange­bots der SBB Cargo sowie zu Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur, Ver­la­ge­rungs­ef­fek­ten, Ver­kehrs­leis­tung, Infra­struk­tu­ren, Bedie­nungs­punk­ten und Bedürf­nis­sen der ver­la­den­den Wirt­schaft. Der Bericht des Bun­des­ra­tes soll sich zudem den Aus­wir­kun­gen und Per­spek­ti­ven der stra­te­gi­schen Neu­aus­rich­tung von SBB Cargo wid­men und poli­ti­sche Sze­na­ri­en für die Wei­ter­ent­wick­lung, gege­be­nen­falls gesetz­ge­be­ri­schen Hand­lungs­be­darf und die Not­wen­dig­keit von Inves­ti­tio­nen in neues Roll­ma­te­ri­al, in Auto­ma­tis­a­ti­on und Digi­ta­li­sie­rung aufzeigen.

Details zum Pos­tu­lat 21.3597 «Zukunft des Güter­ver­kehrs» lesen Sie hier.

Für eine stärkere Schiene engagiert

Wir vom VAP unter­stüt­zen die bei­den oben erläu­ter­ten Pos­tu­la­te und set­zen uns aus umwelt- und ener­gie­po­li­ti­schen Grün­den für einen aus­ge­wo­ge­nen Modal­split und eine hohe Ange­bots­viel­falt ein. Im Rah­men der Inter­es­sen­ge­mein­schaft Wagen­la­dungs­ver­kehr (IG WLV) erar­bei­ten wir der­zeit ein Fit­ness­pro­gramm für den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr. Dazu gehört eine inten­si­ve­re Zusam­men­ar­beit von Güter­bah­nen und SBB Cargo im Inter­es­se der Kun­den. Gemein­sam mit dem BAV sind wir zudem dabei, die Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­on des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs vor­an­zu­trei­ben und rasch umzu­set­zen. Ein beson­de­res Augen­merk dabei gilt der Digi­ta­len Auto­ma­ti­schen Kupp­lung DAK (vgl. Fort­schrit­te für die Auto­ma­ti­on im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr). Eben­falls in Zusam­men­ar­beit mit dem BAV erstel­len wir der­zeit ein Kon­zept für den Bei­trag des Bahn­gü­ter­ver­kehrs an die Sen­kung des CO2-Aus­stos­ses. Auch dazu fin­den Sie wei­te­re Infor­ma­tio­nen in unse­rem Fach­blog.

SBB Cargo Magazin: VAP-Präsident Josef Dittli im Gespräch

SBB Cargo Magazin: VAP-Präsident Josef Dittli im Gespräch

Dési­rée Baer, CEO von SBB Cargo, und Josef Ditt­li, Stän­de­rat und Prä­si­dent des Ver­bands der ver­la­den­den Wirt­schaft VAP, spre­chen über die Zukunft des Schwei­zer Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs. Dabei sind sie sich einig: Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung sol­len die Pro­duk­ti­vi­tät der Schie­ne mass­geb­lich erhö­hen. Der Bund soll­te dabei eine unter­stüt­zen­de Rolle spielen.

→ Hier geht es zum Interview.

Interessengemeinschaft Wagenladungsverkehr Schweiz – zum Auftakt

Interessengemeinschaft Wagenladungsverkehr Schweiz – zum Auftakt

2018 grün­de­te der VAP zusam­men mit SBB Cargo und dem Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr (VöV/UTP) die Inter­es­sen­ge­mein­schaft Wagen­la­dungs­ver­kehr Schweiz – kurz IG WLV Schweiz. Die­ser Blog­post macht den Auf­takt zu einer Reihe von Bei­trä­gen, die Ant­wor­ten auf sol­che und ähn­li­che Fra­gen geben: Was wol­len die Inter­es­sen­ver­tre­ter errei­chen? Was waren Aus­lö­ser und Grund­la­gen? Wo ste­hen wir heute? Wel­che poten­zi­el­len Vor­tei­le erge­ben sich für VAP-Mitglieder?

Wie alles begann

Gemäss Medi­en­mit­tei­lung «Aus­la­ge­rung der SBB Cargo soll mehr Wett­be­werb brin­gen» der Kom­mis­sio­nen für Ver­kehr und Fern­mel­de­we­sen (KVF) vom Janu­ar 2017 tra­ten diese auf den Ent­wurf zur Vor­la­ge «Orga­ni­sa­ti­on der Bahn­in­fra­struk­tur» (OBI) des Bun­des­ra­tes ein. Aller­dings stell­ten die KVF ihren Räten mit 14 zu 11 Stim­men den Antrag, die Vor­la­ge an den Bun­des­rat zurück­zu­wei­sen und in eini­gen Punk­ten zu über­ar­bei­ten. Unter ande­rem soll­te SBB Cargo in einer Hol­ding­struk­tur aus­ge­la­gert wer­den, um auf diese Weise mehr Wett­be­werb zu errei­chen und den Güter­trans­port zu stär­ken. Zudem emp­fah­len die KVF, dass Sys­tem­füh­rer­schaf­ten auch für den Güter­ver­kehr gere­gelt sein sollten.

Das war sozu­sa­gen die Geburts­stun­de der IG WLV. Hinzu kam, dass im Rah­men der Bera­tun­gen zu OBI der Arti­kel 3a im Güter­trans­port­ge­setz GüTG ergänzt wurde. Dem­nach sol­len die Akteu­re des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs gemein­sam Leit­li­ni­en zur Errei­chung der Ziele des GüTG erar­bei­ten. Zum Bei­spiel zuguns­ten von tech­ni­schen Neue­run­gen, Effi­zi­enz­ver­bes­se­run­gen in den Pro­duk­ti­ons­ab­läu­fen oder für eine ver­bes­ser­te Inte­gra­ti­on des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs in die Logistikwirtschaft.

Starker Wagenladungsverkehr, zufriedene Kunden

Die Inter­es­sen­ge­mein­schaft will die Wei­ter­ent­wick­lung des Wagen­la­dungs­ver­kehrs in der Schweiz för­dern. Im gemein­sa­men Inter­es­se ver­folgt sie das Ziel, die Leis­tun­gen des Bahn­sys­tems effek­ti­ver und effi­zi­en­ter zu erbrin­gen und so eine eigen­wirt­schaft­li­che sowie nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs im Sinne des GüTG zu ermög­li­chen. Das Sys­tem Wagen­la­dungs­ver­kehr soll auf die Stär­ken der Bahn und die Kun­den­be­dürf­nis­se aus­ge­rich­tet sowie als inte­gra­ler Bestand­teil der Gesamt­lo­gis­tik betrach­tet wer­den. Von der Eigen­wirt­schaft­lich­keit und Zuver­läs­sig­keit sol­len Bahn­an­bie­ter und Kun­den glei­cher­mas­sen profitieren.

Informationsaustausch und Zukunftsplanung

Seit der Grün­dung haben sich die Inter­es­sen­ver­tre­ter der IG WLV in Vor­stands­sit­zun­gen zu diver­sen The­men aus­ge­tauscht. Zudem beleuch­ten sie in regel­mäs­si­gen Work­shops die kon­kre­ten Her­aus­for­de­run­gen und Hür­den des Bahn­sys­tems, etwa die Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten im Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr oder die Grün­de, wes­halb Kun­den mit der aktu­el­len Situa­ti­on unzu­frie­den sind. Aktu­ell arbei­tet die IG WLV an einem gemein­sa­men Kon­zept mit Stoss­rich­tun­gen und ent­spre­chen­den Zie­len sowie kon­kre­ten Mass­nah­men für die kom­men­den Jahre.

Viel vorgenommen, viel zu tun

Ob Kund­schaft, Poli­tik oder Dia­log­grup­pen: Die Erwar­tun­gen an die IG WLV sind ins­ge­samt hoch. Zum aktu­el­len Stand der Ent­wick­lun­gen äus­sert sich VAP-Gene­ral­se­kre­tär Frank Fur­rer im Inter­view mit der Gewerk­schaft des Ver­kehrs­per­so­nals. Der Weg von einer Absichts­er­klä­rung bis zu kon­kre­ten Resul­ta­ten ist lang und stei­nig. Die IG WLV will die­sen ebnen, damit die Kun­den auf ein bes­se­res Bahn­sys­tem zäh­len kön­nen und die Poli­tik den Mehr­wert von Effi­zi­enz­stei­ge­rung und Koope­ra­ti­on erkennt.

Vier private Logistikdienstleister beteiligen sich an SBB Cargo

Vier private Logistikdienstleister beteiligen sich an SBB Cargo

Die vier Fami­li­en­un­ter­neh­men Gal­li­ker, Plan­zer, Bert­schi und Cami­on Trans­port betei­li­gen sich unter dem Namen «Swiss Combi AG» mit 35% an der SBB Cargo AG. Die Unter­neh­men ste­hen für Kun­den­ori­en­tie­rung, Inno­va­ti­on und markt­ori­en­tier­te Lösun­gen. Die Kun­den von SBB Cargo wer­den von die­ser gesam­mel­ten Erfah­rung als Betrei­ber von Logis­tik­netz­wer­ken und von ihrer brei­ten Kun­den­ba­sis pro­fi­tie­ren. Die neu gegrün­de­te Gesell­schaft hat es in der Hand, den vie­ler­orts zum Aus­druck gebrach­ten Befürch­tun­gen von wei­ter stei­gen­der Markt­be­herr­schung mit voll­kom­me­ner Trans­pa­renz und wett­be­werbs­ori­en­tier­tem Han­deln zu begeg­nen. Sie kann dem Wagen­la­dungs­ver­kehr als Kern­ge­schäft der SBB nach Jah­ren des Abbaus zu neuem Auf­schwung ver­hel­fen. Inwie­weit das im ver­gan­ge­nen Jahr ver­ab­schie­de­te Gesetz über die Orga­ni­sa­ti­on der Eisen­bahn­in­fra­struk­tur und die dazu­ge­hö­ri­gen Ver­ord­nun­gen die Wei­ter­ent­wick­lung des Bahn­gü­ter­ver­kehrs ins­ge­samt zu beflü­geln ver­mag, wird sich wei­sen. Nach wie vor sind die Rah­men­be­din­gun­gen für den Bahn­gü­ter­ver­kehr im Bereich der Pla­nung der Bau­stel­len und Stre­cken­sper­run­gen sowie der Regu­lie­rung der dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Bedie­nung der Anschluss­glei­se und Ter­mi­nals schlecht. Auch ist trotz die­ser Betei­li­gung und der for­mel­len Ver­selbst­stän­di­gung von SBB Cargo wei­ter­hin völ­lig offen, ob in Zukunft eine aus­ge­wo­ge­ne Infra­struk­tur- und Immo­bi­li­en­po­li­tik inner­halb des Kon­zerns SBB mög­lich sein wird oder ob wei­ter­hin ein­sei­tig zuguns­ten des Per­so­nen­ver­kehrs agiert wird. 
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