WETTBEWERB IM SCHIENENGÜTERVERKEHR

Der VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft setzt sich für ein fai­res, wett­be­werbs­fä­hi­ges Güter­trans­port­sys­tem ein. Wett­be­werb ist ein Schlüs­sel­ele­ment der Marktwirtschaft.

Wettbewerb im Schienengüterverkehr…

..stärkt des­sen Inno­va­ti­ons­kraft und Leistungsfähigkeit.

..stellt die Chan­cen für alle Markt­teil­neh­mer gleich, ob staat­li­che oder pri­vat­wirt­schaft­li­che Unternehmen.

 

Der Schienengüterverkehr basiert noch auf einem über 100 Jahre alten System, das durch schwere Handarbeit und fehlende Digitalisierung geprägt ist.
In den letzten 175 Jahren gab es nur eine Innovation: die Elektrifizierung. 
Dementsprechend gesunken ist die Wettbewerbsfähigkeit. 
Im Gegensatz dazu haben andere Branchen dank Wettbewerb und Digitalisierung grosse Fortschritte gemacht.
Deshalb engagieren wir uns für ein faires, wettbewerbsfähiges Gütertransportsystem.
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Ziele der Weiterentwicklung im Schienengüterverkehr

Durch ver­stärk­ten Wett­be­werb im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr errei­chen wir:

  • Inno­va­ti­on: Neue Geschäfts­mo­del­le und Prozessoptimierung
  • Effek­ti­vi­tät und Effi­zi­enz: Kapa­zi­tä­ten und der Attrak­ti­vi­tät stei­gern sich
  • Qua­li­tät und Fle­xi­bi­li­tät: Bestehen­de Kun­den hal­ten und neue gewinnen

 

Ideenbox

Wir wer­den diese Ideen sam­meln und die viel­ver­spre­chends­ten in einem Spe­zi­al­news­let­ter vorstellen.

Steuergelder müssen den EWLV stärken – nicht dessen Abbau finanzieren

Steuergelder müssen den EWLV stärken – nicht dessen Abbau finanzieren

Mit der Revi­si­on des Güter­trans­port­ge­set­zes hat die Poli­tik ein kla­res Ziel for­mu­liert: Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr soll gestärkt und nach­hal­tig wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Dazu gehört auch, dass der Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr mit erheb­li­chen Bun­des­mit­teln unter­stützt wird. Umso unver­ständ­li­cher ist es, dass die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen genau in die ent­ge­gen­ge­setz­te Rich­tung zei­gen. Statt einer Stär­kung erle­ben die ver­la­den­den Betrie­be einen schlei­chen­den Abbau des Ange­bots – finan­ziert mit Steuergeldern.

Die aktu­el­le Ent­wick­lung im Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr (EWLV) trifft die ver­la­den­de Wirt­schaft unmit­tel­bar. So sehen sich die Unter­neh­men mit stei­gen­den Prei­sen, sin­ken­der Qua­li­tät und einer gänz­lich feh­len­den Kun­den­ori­en­tie­rung von Sei­ten SBB Cargo kon­fron­tiert. Gleich­zei­tig sol­len zahl­rei­che Bedien­punk­te nicht mehr bedient wer­den. Für viele Ver­la­der bleibt damit keine ande­re Wahl, als ihre Trans­por­te – wo mög­lich kurz­fris­tig, spä­tes­tens aber mit­tel­fris­tig – auf die Stras­se zu ver­la­gern. Dies, obwohl die Stras­se bereits heute auf­grund stark stei­gen­der Stau­stun­den an ihre Kapa­zi­täts­gren­zen stösst.

Steu­er­fi­nan­zier­ter EWLV-Abbau wider­spricht dem poli­ti­schen Auftrag

Die­ser steu­er­fi­nan­zier­te Abbau des EWLV durch SBB Cargo kann weder im Inter­es­se der Poli­tik noch der Gesell­schaft ins­ge­samt sein. So wer­den mit die­ser Stra­te­gie die Ziele der Ver­sor­gungs­si­cher­heit, der Ver­kehrs­ver­la­ge­rung und des Kli­ma­schut­zes vor­sätz­lich unter­gra­ben. Gleich­zei­tig wer­den Steu­er­gel­der zweck­ent­frem­det, indem sie dazu bei­tra­gen, die Ver­la­ge­rung von Trans­por­ten von der Schie­ne auf die Stras­se zu beschleu­ni­gen. Beson­ders stos­send ist der grund­le­gen­de Wider­spruch: Die öffent­li­chen Mit­tel wur­den vom Par­la­ment gespro­chen, um die Ange­bo­te im EWLV zu sichern, den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr (SGV) zu stär­ken und eine Abwan­de­rung auf die Stras­se zu ver­hin­dern. Mit dem Abbau von SBB Cargo finan­zie­ren die öffent­li­chen Mit­tel nun jedoch genau das Gegen­teil, mit der Kon­se­quenz, dass Güter im gros­sen Stil von der Schie­ne auf die Stras­se ver­la­gert werden.

Was ein­mal auf der Stras­se ist, bleibt auf der Strasse

Das Ver­trau­en der ver­la­den­den Wirt­schaft in den SGV wird mit die­sem Vor­ge­hen leicht­fer­tig aufs Spiel gesetzt. Dies geschieht schlei­chend und hat gra­vie­ren­de Fol­gen. Unter­neh­men inves­tie­ren nur dann in Anschluss­glei­se, Ver­la­de­an­la­gen und bahn­be­zo­ge­ne Logis­tik­pro­zes­se, wenn sie auch mit­tel­fris­tig an einen funk­tio­nie­ren­den EWLV glau­ben und auf die­sen zäh­len kön­nen. Geht die­ses Ver­trau­en ver­lo­ren, wird die kapi­tal­in­ten­si­ve Infra­struk­tur zurück­ge­baut und zukünf­tig kaum noch ein­mal auf­ge­baut.  Der Zug ist dann im wahrs­ten Sinne des Wor­tes abgefahren.

Abbau gefähr­det Ver­sor­gungs­si­cher­heit ganz akut

Ein funk­tio­nie­ren­der EWLV ist eine zen­tra­le Vor­aus­set­zung für die Ver­sor­gungs­si­cher­heit, für einen flä­chen­ef­fi­zi­en­ten Trans­port, für die Errei­chung der Kli­ma­zie­le und vor allem für einen wett­be­werbs­fä­hi­gen Wirt­schafts­stand­ort Schweiz. Die Leid­tra­gen­den die­ses Abbaus sind neben den Unter­neh­men vor allem auch die Bevöl­ke­rung ins­ge­samt: durch mehr Schwer­ver­kehr auf den Stras­sen, einer gefähr­de­ten Ver­sor­gungs­si­cher­heit und einer stär­ke­ren Umweltbelastung.

Um den steu­er­geld­fi­nan­zier­ten Abbau des EWLV zu stop­pen, braucht es drin­gend klare poli­ti­sche Leit­plan­ken. Preis­stei­ge­run­gen sind aufs Mini­mum zu redu­zie­ren und ein Ange­bots­ab­bau darf, wenn über­haupt, nur noch mit einer Fol­ge­ab­schät­zung erfol­gen. Öffent­li­che Mit­tel müs­sen kon­se­quent an das Ziel geknüpft wer­den, den SGV zu stär­ken sowie ein kun­den­ori­en­tier­tes und ver­läss­li­ches Ange­bot zu schaf­fen. Ein Abbau des EWLV ent­spricht weder dem poli­ti­schen Auf­trag noch dem Wil­len des Gesetzgebers.

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Schienengüterverkehr: Politik unter Zugzwang

Schienengüterverkehr: Politik unter Zugzwang

Nur ein hal­bes Jahr nach Inkraft­tre­ten des revi­dier­ten Güter­trans­port­ge­set­zes ruft die Ent­wick­lung im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr die Poli­tik erneut auf den Plan. In der Kom­mis­si­on für Ver­kehr und Fern­mel­de­we­sen des Natio­nal­rats (KVF‑N) fand diese Woche eine Anhö­rung zu den aktu­el­len Ent­wick­lun­gen in der Ver­kehrs­ver­la­ge­rung statt. Für den Verband der ver­la­den­den Wirt­schaft kam diese keine Minu­te zu frühInsbeson­dere im EWLV ist der Unmut der Bran­che rie­sig, wobei sich die Frus­tra­ti­on im Wesent­li­chen auf die stark gestie­ge­nen Prei­se bei gleich­zei­ti­gem Qua­li­täts- und Ange­botsrück­gang sowie die feh­lende Kun­den­ori­en­tie­rung von SBB Cargo beziehtDie Poli­tik ist ange­hal­ten, die­ser Situa­ti­on nicht län­ger taten­los zuzusehen.

Das revi­dier­te Güter­trans­port­ge­setz (GüTG) und des­sen Umset­zung stand von Beginn an unter kei­nem guten Stern. So sorg­ten die teils mas­si­ven Preis­er­hö­hun­gen von SBB Cargo noch vor Inkraft­tre­ten des Geset­zes für viel Unmut in der Bran­che. Bereits dann wurde die Poli­tik ein ers­tes Mal aktiv. Inzwi­schen führt die Poli­tik von SBB Cargo zu rich­tig­ge­hen­der Frus­tra­ti­on in der Bran­che mit der Kon­se­quenz, dass die ver­la­den­de Wirt­schaft wo immer mög­lich Wege sucht, ihre Güter auf die Stras­se zu ver­la­gern. Diese Ent­wick­lung ist alar­mie­rend und es ist nur fol­ge­rich­tig, dass sich die Poli­tik die­sem Thema mit höchs­ter Dring­lich­keit annimmt. Denn die eigent­li­che Gefahr liegt darin, dass sich der Rück­gang im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr erst ver­zö­gert in den Zah­len zei­gen wird. Dort wo die Ver­la­der kurz­fris­tig keine Aus­weich­mög­lich­kei­ten haben, blei­ben die ent­spre­chen­den Ver­keh­re noch auf der Schie­ne – gleich­zei­tig wird wo immer mög­lich auf die Stras­se ver­la­gert und Inves­ti­tio­nen in die LKW-Infra­struk­tur umge­schich­tet. Ist die­ser Schritt ein­mal voll­zo­gen, inves­tiert kaum ein Unter­neh­men erneut in bahn­be­zo­ge­ne Infra­struk­tur – der Zug ist dann im wahrs­ten Sinne des Wor­tes abge­fah­ren. 

Ein sol­cher Kurs wäre nichts ande­res als ein durch Steu­er­gel­der finan­zier­ter Abbau des EWLV. Dies lehnt der VAP ent­schie­den ab. Die Poli­tik ist inzwi­schen im Bild und muss die Umset­zung des GüTG mit grif­fi­gen Mass­nah­men kor­ri­gie­ren. Ziel der öffent­li­chen Unter­stüt­zung war die Stär­kung eines nach­hal­ti­gen Güter­trans­ports auf der Schie­ne – nicht der Abbau von Ange­bot, Ver­trau­en und Kun­den­zu­frie­den­heit. Wird der der­zeit von SBB Cargo ein­ge­schla­ge­ne Abbau­kurs bei­be­hal­ten, fehlt aus Sicht des VAP die Recht­fer­ti­gung für den Ein­satz öffent­li­cher Mittel.

Zu kurze Zusi­che­rung von Ran­gier­leis­tun­gen ver­zerrt den Wettbewerb

Auch aus­ser­halb des EWLV neh­men die Hür­den zu – etwa bei Ganz­zug­ver­keh­ren oder im kom­bi­nier­ten Ver­kehr. Neue Regeln von SBB Cargo, wie die 48-Stun­den-Regel bei Ran­gier­leis­tun­gen erschwe­ren die Plan­bar­keit für pri­va­te Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men (EVU) und Ver­la­der erheb­lich. Wenn SBB Cargo als markt­be­herr­schen­der Anbie­ter pri­va­ten EVU Ran­gier­leis­tun­gen auf der ers­ten und letz­ten Meile erst kurz­fris­tig ver­bind­lich zusi­chert, ent­ste­hen für die pri­va­ten EVU erheb­li­che Wett­be­werbs­nach­tei­le. Für pri­va­te EVU und Ver­la­der wird es dadurch immer schwie­ri­ger, ver­läss­li­che Ange­bo­te auf­zu­bau­en oder bestehen­de Ver­keh­re auf­recht­zu­er­hal­ten. Ein fai­rer Wett­be­werb wird dadurch ver­un­mög­licht. 

VAP bleibt dran

Der VAP begrüsst ange­sichts die­ser Her­aus­for­de­run­gen und Pro­ble­me sehr, dass sich die Poli­tik die­sen The­men mit Hoch­druck annimmt und grif­fi­ge Mass­nah­men prüft. Ein «Wei­ter wie bis­her» dürf­te sich für den Wirt­schafts­stand­ort Schweiz rück­bli­ckend ver­hee­rend aus­wir­ken. Und dies alles in einer Zeit, in der die Vor­tei­le des SGV etwa mit Blick auf die Kli­ma­zie­le, die Flä­chen­ef­fi­zi­enz oder die Ver­sor­gungs­si­cher­heit gefrag­ter sein soll­ten als je zuvor.   

Diese The­men haben für den VAP höchs­te Prio­ri­tät. Vor die­sem Hin­ter­grund ver­spricht nicht nur der Som­mer heiss zu wer­den, son­dern auch die anste­hen­den Debat­ten zu die­sen The­men. Als VAP wer­den wir diese Som­mer­mo­na­te nicht unge­nutzt ver­strei­chen las­sen, son­dern mit regel­mäs­si­gen Ein­bli­cken zu die­sen The­men am Ball bleiben.

Forum Güterverkehr 2026: Branche bleibt pragmatisch

Forum Güterverkehr 2026: Branche bleibt pragmatisch

Am 12. Mai 2026 kamen rund 120 Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der Bran­che zum Forum Güter­ver­kehr 2026 des Ver­ban­des der ver­la­den­den Wirt­schaft (VAP) im Glo­cken­hof in Zürich zusam­men. Im Zen­trum stand die Frage, wie der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr in der Schweiz trotz zuneh­men­dem Druck leis­tungs- und wett­be­werbs­fä­hig blei­ben kann.

Darum geht’s:

  • Wett­be­werbs­fä­hig­keit wird zur Schlüsselfrage
  • Sze­na­rio­ana­ly­se zeigt Handlungsbedarf
  • Poli­tik, Ver­wal­tung und Bran­che im Austausch
  • Inno­va­tio­nen als Teil der Lösung
  • Zwi­schen Rea­li­tät und Aufbruch

Im Zen­trum des Forums stand die Frage, wie der Schwei­zer Schie­nen­gü­ter­ver­kehr trotz stei­gen­der Kos­ten, sin­ken­der Zuver­läs­sig­keit, Kapa­zi­täts­eng­päs­sen und einer unge­lös­ten Haf­tungs­fra­ge leis­tungs- und wett­be­werbs­fä­hig blei­ben kann. Der Tag mach­te deut­lich: Die Bran­che ver­sucht mit Wis­sen, Enga­ge­ment und inno­va­ti­ven Ansät­zen die Schie­ne weiterzuentwickeln.

Wett­be­werbs­fä­hig­keit wird zur Schlüsselfrage

Zum Auf­takt ord­ne­te VAP-Geschäfts­füh­rer Simon Wey die aktu­el­le Lage ein. Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr ist mehr­fach gefor­dert: Im alpen­que­ren­den Ver­kehr neh­men die Last­wa­gen­fahr­ten zu und im Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr belas­ten sin­ken­de Zuver­läs­sig­keit, stei­gen­de Kos­ten und Ange­bots­re­duk­tio­nen das Ver­trau­en vie­ler Ver­la­der. Hinzu kom­men Gross­bau­stel­len im Aus­land, regu­la­to­ri­sche Vor­ga­ben als Folge des Unfalls im Gott­hard­ba­sis­tun­nel sowie neue Unsi­cher­hei­ten rund um Haftungsfragen.

Ent­schei­dend ist dabei nicht ein ein­zel­nes Pro­blem, son­dern die Summe die­ser Ent­wick­lun­gen. Sie schwächt die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Schie­ne schritt­wei­se und erhöht damit das Risi­ko, dass Ver­keh­re dau­er­haft auf die Stras­se abwan­dern. Aus Sicht des VAP braucht es des­halb ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, mehr Wett­be­werb und ein Zusam­men­rü­cken der Bran­che, um den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr zu stärken.

Sze­na­rio­ana­ly­se zeigt Handlungsbedarf

Mit der von INFRAS erar­bei­te­ten «Sze­na­rio­ana­ly­se Schie­nen­gü­ter­ver­kehr» erhielt die Dis­kus­si­on eine fun­dier­te Daten­grund­la­ge. Anne Grei­nus von INFRAS, zeig­te auf, dass die Ver­kehrs­leis­tung auf der Schie­ne zwi­schen 2000 und 2025 um 11 Pro­zent gesun­ken ist, wäh­rend deren Markt­an­teil von 42 auf 37 Pro­zent zurück­ging. Beson­ders betrof­fen sind der Bin­nen­ver­kehr und ins­be­son­de­re der Wagen­la­dungs­ver­kehr, der seit 2008 deut­lich an Volu­men ver­lo­ren hat.

Die Umfra­ge bei den VAP-Mit­glie­dern macht gleich­zei­tig deut­lich: Viele Ver­la­der wol­len wei­ter­hin auf die Schie­ne set­zen. Der Rück­gang ist des­halb nur bedingt Aus­druck feh­len­der Nach­fra­ge oder man­geln­den Ver­trau­ens in die Bahn. Viel­mehr zei­gen die Rück­mel­dun­gen, dass Unter­neh­men ver­läss­li­che Ange­bo­te, plan­ba­re Trans­por­te, kon­kur­renz­fä­hi­ge Prei­se und klare Ver­ant­wort­lich­kei­ten brau­chen. Wo diese Vor­aus­set­zun­gen feh­len, steigt der Druck auf den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr – selbst wenn die Unter­neh­men grund­sätz­lich auf die­ses Ver­kehrs­mit­tel set­zen möchten.

Hier geht’s zur Prä­sen­ta­ti­on von Anne Greinus.

Poli­tik, Ver­wal­tung und Bran­che im Austausch

In den bei­den Podi­ums­dis­kus­sio­nen am Vor­mit­tag wurde deut­lich, wie eng poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen und die All­tags­sor­gen mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Im ers­ten Podi­um dis­ku­tier­ten VAP-Prä­si­dent und Stän­de­rat Josef Ditt­li und Mar­tin von Känel, stell­ver­tre­ten­der Direk­tor des Bun­des­amts für Ver­kehr, unter der Mode­ra­ti­on von Andy Mül­ler über die Schwei­zer Ver­la­ge­rungs­po­li­tik und die Zukunft des Schienengüterverkehrs.

Dabei zeig­te sich, dass die poli­ti­schen Ziele klar sind, ihre Umset­zung aber anspruchs­voll und har­zig bleibt. Von Känel beton­te, dass mit dem Güter­trans­port­ge­setz die not­wen­di­gen poli­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen geschaf­fen wor­den seien; nun sei die Bran­che gefor­dert, diese zu nut­zen. Ditt­li wie­der­um warn­te davor, dass der Ruf nach einer dau­er­haf­ten Sub­ven­tio­nie­rung lau­ter wer­den könn­te, falls der Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr trotz der gespro­che­nen För­der­mit­tel nicht eigen­wirt­schaft­lich werde. Kon­tro­vers dis­ku­tier­te das Duo zudem die ver­schärf­ten Sicher­heits­mass­nah­men des BAV nach dem Unfall im Gott­hard­ba­sis­tun­nel. Der VAP-Prä­si­dent beton­te, dass Sicher­heits­mass­nah­men wich­tig seien, diese jedoch «nicht aus­schliess­lich die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Schie­ne sen­ken dürf­ten», son­dern nach­weis­lich zur Sicher­heit bei­tra­gen müssten.

Das zwei­te Podi­um brach­te die Sicht der Pra­xis ein. Anne Grei­nus, Mar­tin Hal­ler von Plan­zer, Nico­las Herold von Syn­gen­ta und Bern­hard Kunz von Hupac beleuch­te­ten aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven die Fol­gen eines wei­te­ren Bedeu­tungs­ver­lusts der Schie­ne für Logis­tik, Indus­trie und Ver­sor­gungs­si­cher­heit. Im Zen­trum stan­den Erfah­run­gen aus dem Markt. Man­geln­de Plan­bar­keit, Qua­li­täts­pro­ble­me und stei­gen­de Kos­ten füh­ren zuneh­mend dazu, dass Güter­zü­ge als Trans­port­mit­tel an Attrak­ti­vi­tät ver­lie­ren. Die Panel­teil­neh­men­den bedau­er­ten zudem, dass viele inno­va­ti­ve Pro­jek­te nicht über die Pilot­pha­se hinauskommen.

Den Abschluss des Vor­mit­tags bil­de­te ein Kurz­in­ter­view mit Alex­an­der Muhm, CEO von SBB Cargo. Im Gespräch mit Andy Mül­ler ging es um die künf­ti­ge Aus­rich­tung von SBB Cargo, die Bedeu­tung des Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehrs und die umstrit­te­nen Haf­tungs­fra­gen. Muhm zeig­te sich dabei offen, die geplan­ten Haf­tungs­re­ge­lun­gen zuguns­ten einer euro­pa­weit abge­stimm­ten Bran­chen­lö­sung zu über­den­ken. Ent­schei­dend ist nun, dass ein struk­tu­rier­ter Pro­zess unter Ein­be­zug aller Akteu­re des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs zur Erar­bei­tung die­ser Lösung auf­ge­setzt wer­den kann.

Inno­va­tio­nen als Teil der Lösung

Der Nach­mit­tag zeig­te, dass die Bran­che des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs nicht nur Pro­ble­me wälzt, son­dern mit gros­sem Enga­ge­ment über kon­kre­te Inno­va­ti­ons­an­sät­ze debat­tiert. Thors­ten Bie­ker von CAAP prä­sen­tier­te Mög­lich­kei­ten für voll­au­to­ma­ti­sier­te Ver­la­de­pro­zes­se und neue Per­spek­ti­ven für den CO₂-Trans­port auf der Schie­ne. Frank Petut­s­ch­nig vom VPI Öster­reich und Mar­tin Deusch vom Fach­ver­band Schie­nen­bah­nen der Wirt­schafts­kam­mer Öster­reich zeig­ten mit der Initia­ti­ve «natu­rail», wie eine gemein­sa­me Bran­chen­mar­ke und das Zusam­men­rü­cken der Bran­che das öffent­li­che Bild des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs stär­ken können.

Wei­te­re Impul­se kamen von Beat Weg­mül­ler von der rXp Inter­re­gio Cargo GmbH. Er stell­te ein Betriebs­mo­dell für den Kurz- und Mit­tel­stre­cken­be­reich vor. Jas­min Big­don zeig­te auf, warum Inno­va­tio­nen im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr oft nur lang­sam vor­an­kom­men: frag­men­tier­te Struk­tu­ren, feh­len­de Stan­dards und unnö­ti­ge Kom­ple­xi­tät erschwe­ren die Umset­zung. Umso wich­ti­ger sind klare Prio­ri­tä­ten, mehr Auto­ma­ti­sie­rung und digi­ta­le Lösun­gen, die im All­tag Wir­kung entfalten.

Hier geht’s zu den Prä­sen­ta­tio­nen vom Nachmittag.

Zwi­schen Rea­li­tät und Aufbruch

Das Forum Güter­ver­kehr 2026 zeig­te ein dif­fe­ren­zier­tes Bild des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs. Die­ser steht ange­sichts der man­geln­den Qua­li­tät und Plan­bar­keit sowie der hohen Kos­ten unter erheb­li­chem Druck. Gleich­zei­tig wurde ersicht­lich, dass die Bran­che Lösun­gen sucht, neue Ansät­ze ent­wi­ckelt und bereit ist, stär­ker zusammenzuarbeiten.

Der Tag ende­te nicht mit einer ein­fa­chen Ant­wort, aber mit einer kla­ren Bot­schaft: Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr hat Zukunft. Vor­aus­ge­setzt, es gelingt, Ver­trau­en zurück­zu­ge­win­nen, die Wett­be­werbs­fä­hig­keit zu stär­ken und Inno­va­tio­nen im All­tag umzusetzen.

Sicherheit im Schienengüterverkehr funktioniert nur ganzheitlich

Sicherheit im Schienengüterverkehr funktioniert nur ganzheitlich

Der Unfall im Got­t­hard-Basis­­tun­­nel hat ein­drück­lich gezeigt, wie ver­letz­lich ein hoch­kom­ple­xes und euro­pa­weit ver­netz­tes Eisen­bahn­sys­tem ist. Er hat eben­falls ver­deut­licht, dass sich ein hohes Mass an Sicher­heit im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr nur sicher­stel­len lässt, wenn alle Akteu­re in die Ver­ant­wor­tung genom­men wer­den. Dazu braucht es einen ganz­heit­li­chen Ansatz, der die Wahr­schein­lich­keit von Zwi­schen­fäl­len mit einer Viel­zahl von Mass­nah­men tief hält.

Darum geht’s:

  • Wie ist nach­hal­ti­ge Sicher­heit möglich?
  • Ein­fa­che Ant­wor­ten grei­fen zu kurz
  • Kom­ple­xi­tät schlägt Machbarkeit
  • Nicht nur Wagen­hal­ter in der Pflicht
  • Sicher­heit ist kein Einzelauftrag
  • Euro­pä­isch abge­stimm­tes Han­deln erwünscht

 

Wie ist nach­hal­ti­ge Sicher­heit möglich?

Der Unfall im Got­t­hard-Basis­­tun­­nel im August 2023 hat die Eisen­bahn­bran­che – ja die gesam­te Schweiz – auf­ge­rüt­telt. Die mas­si­ven Beschä­di­gun­gen der Infra­struk­tur und die lang­wie­ri­gen Repa­ra­tur­ar­bei­ten führ­ten dazu, dass die wich­tigs­te Nord-Süd-Achse der Schweiz über mehr als ein Jahr nur ein­ge­schränkt zur Ver­fü­gung stand. Die betrieb­li­chen Aus­wir­kun­gen waren weit über den Gott­hard­tun­nel hin­aus spür­bar und war­fen eine zen­tra­le Frage auf: Wie lässt sich Sicher­heit in einem hoch­kom­ple­xen und euro­pa­weit ver­netz­ten Sys­tem nach­hal­tig gewährleisten?

Ein­fa­che Ant­wor­ten grei­fen zu kurz

Eine ein­schnei­den­de Reak­ti­on auf einen fol­gen­schwe­ren Vor­fall ist nach­voll­zieh­bar: Die Sicher­heit soll erhöht, Risi­ken sol­len mini­miert und Wie­der­ho­lun­gen aus­ge­schlos­sen wer­den. Ent­spre­chend dras­tisch fie­len die Mass­nah­men aus, die das Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) nach Vor­lie­gen des Unfall­be­richts der Sicher­heits­un­ter­su­chungs­stel­le (Sust) ver­füg­te. Aber: Die Mass­nah­men sind wenig fun­diert und zie­len aus­schliess­lich auf die Wagen­hal­ter ab.

Kom­ple­xi­tät schlägt Machbarkeit

Schon bald zeig­te sich, dass sich die neuen BAV-Vor­­­ga­­ben in der vor­ge­se­he­nen Form weder betrieb­lich noch von den Instand­hal­tungs­stel­len kapa­zi­täts­mäs­sig umset­zen lies­sen. Die mas­si­ven Ver­kür­zun­gen der War­­tungs- und Prüf­zy­klen hät­ten dazu geführt, dass tau­sen­de Güter­wa­gen von heute auf mor­gen hät­ten in die War­tung gebracht wer­den müs­sen und nicht mehr ein­setz­bar gewe­sen wären. Das BAV sah sich ver­an­lasst, die ursprüng­li­che Ver­fü­gung anzupassen.

Diese regu­la­to­ri­sche Kurs­kor­rek­tur ver­deut­licht, wie schwie­rig es ist, unter hohem Zeit­druck wirk­sa­me, fun­dier­te und zugleich prak­ti­ka­ble Mass­nah­men für ein hoch­kom­ple­xes Sys­tem zu defi­nie­ren. Sie macht zudem deut­lich, dass sich die Frage der Sicher­heit nicht auf ein­zel­ne Akteu­re oder Ein­zel­mass­nah­men und schon gar nicht auf ein­zel­ne Län­der redu­zie­ren lässt.

Nicht nur Wagen­hal­ter in der Pflicht

Das Güter­bahn­sys­tem endet nicht an der Lan­des­gren­ze. Güter­wa­gen sind über Wochen oder Mona­te hin­weg im gesam­ten euro­päi­schen Netz unter­wegs und wech­seln lau­fend Län­der, Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men und Infra­struk­tur­be­trei­ber. Um in die­ser Dyna­mik Sicher­heit zu gewäh­ren, ist nicht nur soli­des Wagen­ma­te­ri­al ent­schei­dend. Mass­geb­lich sind aus­ser­dem der weit­sich­ti­ge Umgang mit dem Roll­ma­te­ri­al und ein kom­pe­ten­tes Fahr­ver­hal­ten im Betrieb.

Damit kommt den Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men eine Schlüs­sel­rol­le zu. Sie set­zen die Güter­wa­gen im täg­li­chen Betrieb ein, füh­ren Abfahrts- und Sicht­kon­trol­len durch und beein­flus­sen mit der Fahr­wei­se des Lok­per­so­nals und dem betrieb­li­chen Umgang die tat­säch­li­che Belas­tung des Rollmaterials.

Sicher­heit ist kein Einzelauftrag 

Sicher­heit im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr geht aus dem Zusam­men­spiel von Wagen­hal­tern, Instand­hal­tung, Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men und Infra­struk­tur mit ent­spre­chen­den Über­­­wa­chungs- und Detek­ti­ons­sys­te­men her­vor. Wer­den Akteu­re aus die­ser Glei­chung und damit aus der Ver­ant­wor­tung genom­men, gerät deren Inter­ak­ti­on aus dem Gleich­ge­wicht. Regu­la­to­ri­sche Mass­nah­men müs­sen die­ser Tat­sa­che Rech­nung tragen.

Euro­pä­isch abge­stimm­tes Han­deln erwünscht

Gera­de weil der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr euro­pa­weit orga­ni­siert ist, braucht es bei der Sicher­heit eine euro­päi­sche Per­spek­ti­ve. Das Güter­bahn­netz ist inter­na­tio­nal so eng ver­floch­ten, dass natio­na­le Allein­gän­ge die Sicher­heit eher gefähr­den als opti­mie­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund ist es zu begrüs­sen, dass das Joint Net­work Secre­ta­ri­at Ende 2025 Emp­feh­lun­gen vor­ge­legt hat, die eine koor­di­nier­te Wei­ter­ent­wick­lung der Sicher­heits­an­for­de­run­gen anstre­ben. Das BAV tut gut daran, eine euro­pa­wei­te Drauf­sicht ein­zu­neh­men und die in der Schweiz ver­füg­ten Mass­nah­men mit den euro­päi­schen Leit­li­ni­en zu harmonisieren.

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Haben Stahlkolosse als Zugpferde der Wirtschaft ausgedient?

Haben Stahlkolosse als Zugpferde der Wirtschaft ausgedient?

Das Jahr geht dem­nächst zu Ende. Nur zu gerne würde man pünkt­lich zu den Fest­ta­gen mit freu­di­gen Bot­schaf­ten auf­war­ten. Lei­der ist es nicht ein­fach, posi­ti­ve Schlüs­se aus der Ana­ly­se des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs 2025 zu zie­hen. Viel­mehr jagte eine nega­ti­ve Schlag­zei­le die ande­re. Die Frage nach dem zukünf­ti­gen Stel­len­wert der Stahl­ko­los­se, die Jahr für Jahr Mil­lio­nen von Ton­nen an Gütern von A nach B zie­hen, muss erlaubt sein.


Darum geht’s:

  • Mehr Güter heisst nur auf dem Papier mehr Transporte
  • Die Liste der Nega­tiv­bei­spie­le ist lang
  • Die Nach­hal­tig­keits­zie­le der Schweiz ste­hen auf dem Spiel
  • Licht­bli­cke bestä­ti­gen die Regel
  • Agie­ren statt kapitulieren

Mehr Güter heisst nur auf dem Papier mehr Transporte

Eine wach­sen­de Wirt­schaft zieht not­wen­di­ger­wei­se einen höhe­ren Bedarf an Güter­trans­por­ten nach sich. Schliess­lich müs­sen die zusätz­li­chen Güter irgend­wie zum End­kon­su­men­ten gelan­gen. Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr ist dabei unab­ding­bar; schon heute trans­por­tiert er jähr­lich Mil­lio­nen von Ton­nen Güter kli­ma­freund­lich von A nach B.

Gemäss den Pro­gno­sen des Bun­des­amts für Raum­ent­wick­lung (ARE) im Rah­men sei­ner Ver­kehrs­per­spek­ti­ven 2050 ist bis 2050 mit einem Zuwachs des Güter­ver­kehrs um 31 Pro­zent zu rech­nen. In die­ser Zeit soll der Anteil der per Bahn trans­por­tier­ten Güter von 37 auf 39 Pro­zent anstei­gen. Die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr lau­fen sowohl die­sen Per­spek­ti­ven als auch den kla­ren poli­ti­schen Absich­ten im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr dia­me­tral ent­ge­gen: Obwohl der Bedarf an Güter­trans­por­ten steigt, ver­liert die Schie­ne kon­ti­nu­ier­lich an Marktanteilen.

Die Liste der Nega­tiv­bei­spie­le ist lang

Exem­pla­risch für die­sen Abwärts­trend steht die vor­zei­ti­ge Ein­stel­lung der rol­len­den Land­stras­se (Rola). Diese nahm am 11. Dezem­ber 2025 zum letz­ten Mal die Stre­cke von Frei­burg im Breis­gau in Rich­tung Nova­ra (IT) unter die Räder. Die Liste ähn­li­cher Nega­tiv­bei­spie­le lässt sich belie­big fort­set­zen. So etwa mit dem Abbau von acht Ter­mi­nals für den kom­bi­nier­ten Ver­kehr, mit den teils unver­hält­nis­mäs­si­gen Preis­er­hö­hun­gen durch SBB Cargo im Inland oder mit den ein­schnei­den­den und wenig fun­dier­ten Regu­lie­run­gen des BAV im Nach­gang zum Unfall am Gott­hard-Basis­tun­nel. Eben­falls besorg­nis­er­re­gend ist die desas­trö­se Schie­nen­in­fra­struk­tur von Deutsch­land im alpen­que­ren­den unbe­glei­te­ten kom­bi­nier­ten Ver­kehr. Diese schein­ba­ren Ein­zel­fäl­le kumu­lie­ren sich und füh­ren in der Summe zu einem schlei­chen­den und gra­vie­ren­den Rück­gang des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs und somit zu einer Rück­ver­la­ge­rung von Trans­por­ten von der Schie­ne auf die Strasse.

Die Nach­hal­tig­keits­zie­le der Schweiz ste­hen auf dem Spiel

Diese Schwä­chung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs hat auch in ande­ren Berei­chen gra­vie­ren­de Kon­se­quen­zen. So wird etwa das Netto-Null-Kli­ma­ziel des Bun­des immer unrea­lis­ti­scher. Eben­so hat die Stras­se ihre Kapa­zi­täts­gren­zen schon längst erreicht, was sich an der immensen und expo­nen­ti­ell stei­gen­den Zahl von Stau­stun­den zeigt: 2024 waren es über 55’000 Stun­den. Eine Ent­schär­fung ist nicht in Sicht. Im Gegen­teil, denn die Stimm­be­völ­ke­rung hat einen Kapa­zi­täts­aus­bau im Novem­ber 2024 klar abgelehnt.

Licht­bli­cke bestä­ti­gen die Regel

Erfreu­lich sind zahl­rei­che Initia­ti­ven, die die­sen nega­ti­ven Trends ent­ge­gen­lau­fen. Ein sol­ches Licht­blick-Pro­jekt ist die Cargo-S-Bahn von rXp Inter­re­gio­Car­go. Diese über­nimmt Bewähr­tes aus dem kom­bi­nier­ten Ver­kehr und räumt hin­der­li­che Stol­per­stei­ne aus dem Weg. Mit einem ein­fa­chen, durch­dach­ten Sys­tem will die bran­chen­über­grei­fen­de Alli­anz star­ker Unter­neh­men die Güter von der Stras­se auf die Schie­ne ver­la­gern. Beim alpen­que­ren­den kom­bi­nier­ten Ver­kehr macht man eben­falls aus der Not eine Tugend: Unter der Füh­rung des BAV ruft man Per­so­nal grenz­über­schrei­tend zusam­men und prüft inno­va­ti­ve Ansät­ze, um die schwie­ri­ge momen­ta­ne Situa­ti­on mit einer deso­la­ten Bahn­in­fra­struk­tur und den sich abzeich­nen­den Bau­stel­len in Deutsch­land zu über­brü­cken. Posi­tiv zu sehen ist dabei, wie die Bran­chen­ak­teu­re zusam­men­ste­hen und prag­ma­tisch nach Lösun­gen suchen.

Agie­ren statt kapitulieren

Ulrich Maix­ner, Geschäfts­füh­rer der Spe­di­ti­ons­fir­ma Hoyer, zog in der Zuger Zei­tung unlängst einen dra­ma­ti­schen Schluss zur Situa­ti­on im kom­bi­nier­ten Ver­kehr: «Wir ste­hen kurz vor dem Abgrund.» Ganz so dra­ma­tisch ist die Situa­ti­on beim Schie­nen­gü­ter­ver­kehr in der Schweiz noch nicht. Aller­dings kann sich die Bran­che ein zwei­tes Jahr 2025 mit einer ähn­li­chen Ansamm­lung von Hiobs­bot­schaf­ten nicht leisten.

 

Bundesrat stärkt Schweizer Schienengüterverkehr

Bundesrat stärkt Schweizer Schienengüterverkehr

An sei­ner Sit­zung vom 19. Novem­ber 2025 hat der Bun­des­rat die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung des Bun­des für den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr in der Schweiz und für die Güter­schiff­fahrt neu gere­gelt. Die ver­ab­schie­de­te Total­re­vi­si­on der Güter­trans­port­ver­ord­nung (GüTV) und wei­te­re Ver­ord­nungs­an­pas­sun­gen tre­ten am 1. Janu­ar 2026 in Kraft.


Darum geht’s:

  • Bund för­dert Schie­nen­gü­ter­ver­kehr substanziell
  • Zusätz­li­che Anrei­ze für Umschlag und Verlad
  • Pau­schal­bei­trä­ge zur Migra­ti­on auf die DAK
  • Kaum Offer­ten für Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen eingereicht
  • SBB Cargo prescht vor

Bund för­dert Schie­nen­gü­ter­ver­kehr substanziell

Am 21. März 2025 hat das Par­la­ment das revi­dier­te Güter­trans­port­ge­setz (GüTG) ver­ab­schie­det und damit ein umfas­sen­des Mass­nah­men­pa­ket zur Stär­kung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs auf den Weg gebracht. So soll der Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr (EWLV) über acht Jahre finan­zi­ell geför­dert wer­den und mit­tel­fris­tig eigen­wirt­schaft­lich funk­tio­nie­ren. Für die ers­ten vier Jahre hat das Par­la­ment 260 Mil­lio­nen Fran­ken gespro­chen. Im Wei­te­ren stellt es ein­ma­lig 180 Mil­lio­nen Fran­ken für die digi­ta­le auto­ma­ti­sche Kupp­lung (DAK) bereit.

Zusätz­li­che Anrei­ze für Umschlag und Verlad

Das GüTG sieht zudem Umschlags- und Ver­la­de­bei­trä­ge sowie Inves­ti­ti­ons­bei­trä­ge vor. Damit soll der Trans­port von Gütern per Bahn und der Güter­um­schlag zwi­schen der Schie­ne und ande­ren Ver­kehrs­trä­gern geför­dert wer­den. Für Betrei­ber von Anschluss­glei­sen und Ver­la­de­an­la­gen des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs rich­tet der Bund ab Janu­ar 2026 soge­nann­te Umschlags- und Ver­la­de­bei­trä­ge aus. Für jeden emp­fan­ge­nen oder ver­sen­de­ten bela­de­nen Güter­wa­gen betra­gen diese pau­schal 40 Fran­ken. Ins­ge­samt ste­hen jähr­lich 50 Mil­lio­nen Fran­ken dafür zur Verfügung.

Die finan­zi­el­le Unter­stüt­zung ist auf 8000 Wagen pro Anschluss­gleis begrenzt. Die noch in der Ver­nehm­las­sungs­vor­la­ge vor­ge­se­he­ne Unter­gren­ze wurde auf­grund der Rück­mel­dun­gen aus der Ver­nehm­las­sung gestri­chen. Damit erhal­ten auch klei­ne und mitt­le­re Ver­la­der einen Anreiz, ver­stärkt auf die Bahn zu setzen.

Für Umschlags- und Ver­la­de­an­la­gen will der Bun­des­rat die För­de­rung über Inves­ti­ti­ons­bei­trä­ge aus­wei­ten und admi­nis­tra­tiv ver­ein­fa­chen. Mit Pau­schal­bei­trä­gen will er Inves­ti­tio­nen in Umschlag­flä­chen und mobi­le Anla­gen­tei­le zusätz­lich unterstützen.

Pau­schal­bei­trä­ge zur Migra­ti­on auf die DAK

Ein wich­ti­ger Bau­stein für einen effi­zi­en­te­ren und pro­duk­ti­ve­ren Schie­nen­gü­ter­ver­kehr ist die DAK. Zur Aus- und Umrüs­tung von Bahn­wa­gen und Loko­mo­ti­ven rich­tet der Bund Pau­schal­bei­trä­ge pro Fahr­zeug aus. Diese belau­fen sich ins­ge­samt auf 180 Mil­lio­nen Fran­ken. Basie­rend auf dem Feed­back aus der Ver­nehm­las­sung hat sich der Bund ent­schie­den, den Betrag pro Wagen auf 8000 Fran­ken pau­schal und unab­hän­gig von des­sen Alter festzusetzen.

Kaum Offer­ten für Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen eingereicht

Im Som­mer 2025 führ­te das Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) ein Offert­ver­fah­ren zur finan­zi­el­len Unter­stüt­zung von Teil­leis­tun­gen im EWLV-Sys­tem durch. Auf die Aus­schrei­bung hat bis­her nur SBB Cargo reagiert. Das BAV wird bis Ende 2025 zusam­men mit SBB Cargo eine Leis­tungs­ver­ein­ba­rung für den EWLV für die Jahre 2026 bis 2029 erarbeiten.

SBB Cargo prescht vor

Die GüTV steckt den Rah­men ab und stellt die finan­zi­el­len Mit­tel für einen eigen­wirt­schaft­li­chen EWLV bereit. Ziel ist es, mit einem effi­zi­en­te­ren und pro­duk­ti­ve­ren Betrieb bei SBB Cargo, mit aus­ta­rier­ten Preis­er­hö­hun­gen bei den Ver­la­dern und mit den degres­si­ven Sub­ven­tio­nen des Bun­des Eigen­wirt­schaft­lich­keit inner­halb von vier bis acht Jah­ren zu errei­chen. Die­ses Vor­ha­ben und die Ziele der GüTV hat SBB Cargo bereits vor Inkraft­tre­ten der revi­dier­ten Geset­ze und Ver­ord­nun­gen mit Preis­er­hö­hun­gen von teils zwei­stel­li­gen Pro­zent­sät­zen bei den Ver­la­dern torpediert.

Ein sol­ches Vor­ge­hen führt zwangs­läu­fig dazu, dass die Ver­la­der ihre Güter schon bald nicht mehr mit der Bahn, son­dern auf der noto­risch ver­stopf­ten Stras­se trans­por­tie­ren. Die­ser Effekt ent­spricht mit Sicher­heit nicht der Absicht der Poli­tik bei der Ver­ab­schie­dung des GüTG. Es erstaunt daher nicht, dass das Par­la­ment mit der Moti­on 25.4409 von Stän­de­rä­tin Eva Her­zog reagiert hat. Die Kom­mis­si­on für Ver­kehr und Fern­mel­de­we­sen hat die Moti­on am 7. Novem­ber 2025 mit 5 zu 2 Stim­men bei einer Ent­hal­tung angenommen.

 

Alpenquerender Güterverkehr:  Verlagerungsziel rückt in weite Ferne

Alpenquerender Güterverkehr: Verlagerungsziel rückt in weite Ferne

Am 19. Novem­ber 2025 hat der Bun­des­rat den «Bericht über die Ver­kehrs­ver­la­ge­rung Juli 2023 – Juni 2025» kom­mu­ni­ziert. Die­ser bestä­tigt die äus­serst anspruchs­vol­le Situa­ti­on des kom­bi­nier­ten alpen­que­ren­den Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs. Mit diver­sen Mass­nah­men will der Bun­des­rat den nega­ti­ven Ent­wick­lun­gen entgegenwirken.


Darum geht’s:

  • Ver­la­ge­rungs­auf­trag verpflichtet
  • Ziel zuneh­mend ver­fehlt, auch fremdverschuldet
  • Bun­des­rat schrei­tet zur Tat
  • Pro­blem erkannt, Auf­ga­be bleibt anspruchsvoll

Ver­la­ge­rungs­auf­trag verpflichtet

Mit dem Ver­la­ge­rungs­auf­trag ver­fügt die Schweiz über ein ein­zig­ar­ti­ges, in der Ver­fas­sung ver­an­ker­tes Instru­ment. Die­ses zwingt die Poli­tik, den alpen­que­ren­den Güter­ver­kehr auf die Schie­ne zu ver­la­gern. Ziel ist der Schutz der Alpen und die Begren­zung der LKW-Fahr­ten durch die Alpentäler.

Ziel zuneh­mend ver­fehlt, auch fremdverschuldet

Lei­der ging der Anteil der auf der Schie­ne trans­por­tier­ten Güter in den letz­ten Jah­ren kon­ti­nu­ier­lich zurück. Das Ver­la­ge­rungs­ziel von 650 000 alpen­que­ren­den Last­wa­gen­fahr­ten wird mit 960’000 Fahr­ten im Jahr 2024 wei­ter­hin klar über­schrit­ten. Ein Kern­pro­blem für diese Ent­wick­lung ist die maro­de Schie­nen­in­fra­struk­tur in den Nach­bar­län­dern, allen voran in Deutsch­land. Zwar geht man die Pro­ble­me vie­ler­orts an, doch wird die Moder­ni­sie­rung der nächs­ten Jahre die Zuver­läs­sig­keit des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs wei­ter verschlechtern.

Bun­des­rat schrei­tet zur Tat

Vor die­sem Hin­ter­grund ist nicht nur die ver­la­den­de Wirt­schaft, son­dern vor allem auch der Bund gefor­dert. Es ist erfreu­lich, dass sich der Bun­des­rat für moder­ne und gut aus­ge­bau­te Zulauf­stre­cken zu den Basis­tun­nels der Neuen Eisen­bahn-Alpen­trans­ver­sa­len (NEAT) ein­setzt. Eben­falls will er mit finan­zi­el­len Anrei­zen die nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen aus der Ein­stel­lung der Rol­len­den Land­stras­se (Rola) abfe­dern und die betrof­fe­nen Trans­por­te in den unbe­glei­te­ten kom­bi­nier­ten Ver­kehr über­füh­ren. Wei­ter will er sich für eine rasche Moder­ni­sie­rung der Bahn­in­fra­struk­tur in den Nach­bar­län­dern ein­set­zen, sich für leis­tungs­fä­hi­ge Aus­weich­rou­ten enga­gie­ren und dafür, dass die Akteu­re die Bau­ar­bei­ten inter­na­tio­nal koordinieren.

Pro­blem erkannt, Auf­ga­be bleibt anspruchsvoll

Das in der Ver­fas­sung ver­an­ker­te Ver­la­ge­rungs­ziel wird wei­ter­hin weit ver­fehlt. Die Grün­de dafür sind viel­fäl­tig. In ers­ter Linie lie­gen sie bei der teils maro­den Schie­nen­in­fra­struk­tur in Deutsch­land, wes­halb fast jeder fünf­te Zug aus­fällt. Vor die­sem Hin­ter­grund ist es begrüs­sens­wert, dass sich der Bun­des­rat der Sache annimmt und hand­fes­te Lösun­gen präsentiert.

Aller­dings bleibt es äus­serst anspruchs­voll, den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr in den kom­men­den Jah­ren nach­hal­tig am Lau­fen zu hal­ten, bis die Infra­struk­tur im Aus­land moder­ni­siert ist. Ange­sichts die­ser Her­aus­for­de­run­gen ist es umso ent­schei­den­der, dass die Güter­ver­kehrs­bran­che zusam­men­rückt und sowohl poli­tisch als auch ope­ra­tiv eng koope­riert. Nur so las­sen sich wei­te­re unnö­ti­ge Unweg­sam­kei­ten verhindern.

 

Cargo-S-Bahn: Bewährtes optimieren, Hürden eliminieren

Cargo-S-Bahn: Bewährtes optimieren, Hürden eliminieren

Mit dem Ansatz rXp Inter­re­gio­Car­go will eine bran­chen­über­grei­fen­de Alli­anz aus inno­va­ti­ven und leis­tungs­star­ken Unter­neh­men in den nächs­ten Jah­ren Güter von der noto­risch ver­stopf­ten Stras­se ver­stärkt auf die Bahn ver­la­gern. Das intel­li­gen­te Ver­kehrs­kon­zept nutzt Bewähr­tes und eli­mi­niert Schwach­stel­len des heu­ti­gen Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs. Wäh­rend sich SBB Cargo immer stär­ker vom kom­bi­nier­ten Ver­kehr zurück­zieht, kommt diese Initia­ti­ve im rich­ti­gen Moment.


Darum geht’s:

  • Über­las­tung der Stras­sen nimmt zu
  • Güter­trans­port auf Kurz- und Mit­tel­stre­cken neu gedacht
  • Fle­xi­bler und kos­ten­güns­ti­ger als der Einzelwagenladungsverkehr
  • Schnell und ein­fach wie die S‑Bahn – nur für Güter
  • Für eine ver­stärk­te Ver­kehrs­ver­la­ge­rung engagiert
  • Zukunfts­träch­ti­ge Sym­bio­se von Stras­se und Schiene

Über­las­tung der Stras­sen nimmt zu

Abb. 1 : Con­tai­ner-Ver­lad vom Lkw auf die Bahn. Quel­le: rXp RailTruck

Die Situa­ti­on auf den Schwei­zer Stras­sen spitzt sich zu: Die Stau­stun­den stei­gen an und die Kli­ma­zie­le des Bun­des rücken zuneh­mend in weite Ferne. Nach dem Nein des Schwei­zer Stimm­volks zum Auto­bahn­aus­bau blei­ben die Eng­päs­se bestehen. Vor die­sem Hin­ter­grund erweist sich die Per­so­nal­su­che der Cami­on­neu­re als zuneh­mend anspruchs­voll, wie es Hans-Peter Drei­er der Drei­er AG an einer Ver­an­stal­tung vom 4. Novem­ber 2025 in Olten ausführte.

Güter­trans­port auf Kurz- und Mit­tel­stre­cken neu gedacht

Da kommt das Ver­kehrs­mo­dell der rXp Inter­re­gio Cargo GmbH wie geru­fen. Mit dem elek­tri­schen Trieb­zug rXp Rail­T­ruck als Kern­stück sol­len Güter, die bis­her auf der Stras­se trans­por­tiert wur­den, den Weg leich­ter auf die Schie­ne fin­den. Der rXp Rail­T­ruck ist für den Fahr­be­trieb rich­tungs­un­ab­hän­gig und soll rein pri­vat rea­li­siert werden.

Fle­xi­bler und kos­ten­güns­ti­ger als der Einzelwagenladungsverkehr

Abb. 2 : Antei­le der Trans­port­stre­cke von Bahn und Strasse.

Das Kon­zept rXp Inter­re­gio­Car­go unter­schei­det sich in eini­gen Punk­ten vom auf­wen­di­gen und bis­her defi­zi­tä­ren Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr (EWLV). Mit dem rXp Rail­T­ruck lässt sich ein Gross­teil der kos­ten­trei­ben­den Arbei­ten und Auf­wen­dun­gen des EWLV umge­hen. Das erhöht nicht nur die Ren­ta­bi­li­tät, son­dern stei­gert auch die Fle­xi­bi­li­tät erheb­lich. Diese Schlüs­sel­ar­gu­men­te über­zeu­gen Stras­sen­trans­port­un­ter­neh­men wie die Drei­er AG, die sich am Pro­jekt betei­li­gen. Geschäfts­füh­rer Hans-Peter Drei­er sieht das Modell denn auch als Ant­wort auf den ange­kün­dig­ten Rück­zug von SBB Cargo aus dem kom­bi­nier­ten Verkehr.

Schnell und ein­fach wie die S‑Bahn – nur für Güter

Dank des elek­tri­schen Trieb­zugs rXp Rail­T­ruck ent­fal­len auf­wen­di­ge und kost­spie­li­ge Ran­gier­ar­bei­ten – ana­log zur S‑Bahn im Per­so­nen­ver­kehr. Das Ver­la­den der Con­tai­ner oder Wech­sel­brü­cken erfolgt auf Neben- oder Anschluss­glei­sen mit oder ohne Fahr­lei­tung. Das ist mög­lich, weil der rXp Rail­T­ruck dank Bat­te­rie­be­trieb auch auf Glei­sen ohne Fahr­lei­tung ein­setz­bar ist. Das erspart zeit­rau­ben­de Stopps und erhöht die Fle­xi­bi­li­tät des Lok­füh­rers. Das Wagen­ma­te­ri­al wird vom VAP-Mit­glied MFD Rail GmbH zuge­mie­tet und instand­ge­hal­ten. Das Rad muss also auch hier nicht neu erfun­den wer­den, da bewähr­te Kon­zep­te vor­han­den sind.

Für eine ver­stärk­te Ver­kehrs­ver­la­ge­rung engagiert

Die Initi­an­ten von rXp Inter­re­gio­Car­go sehen ihren inno­va­ti­ven Ansatz nicht als Kon­kur­renz zum bis­he­ri­gen Schie­nen­gü­ter­ver­kehr, son­dern als Ergän­zung für eine ver­stärk­te Ver­kehrs­ver­la­ge­rung auf die Bahn. Dank der schlan­ken und kos­ten­op­ti­mier­ten Abwick­lung beim Ver- und Ent­la­den wird es für die Trans­por­teu­re inter­es­sant, Güter auch auf kür­ze­ren Stre­cken mit der Bahn zu transportieren.

Zukunfts­träch­ti­ge Sym­bio­se von Stras­se und Schiene

In einer Zeit, in der sich die Schlag­zei­len über den Abbau des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs meh­ren, sind Licht­bli­cke wie das Ver­kehrs­mo­dell rXp Inter­re­gio­Car­go höchst will­kom­men. Indem das Kon­zept bewähr­te Aspek­te nutzt und Schwä­chen des heu­ti­gen Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs besei­tigt, schafft es ein viel­ver­spre­chen­des Pro­dukt für den inlän­di­schen Güter­trans­port auf der Schie­ne. Fol­gen wei­te­re Stras­sen­spe­di­teu­re dem Vor­bild der Drei­er AG, könn­te die lang ersehn­te Sym­bio­se zwi­schen der Bahn und der Stras­se bald Rea­li­tät werden.

 

SBB Cargo baut Einzelwagenladungsverkehr ab – statt um

SBB Cargo baut Einzelwagenladungsverkehr ab – statt um

Mit dem revi­dier­ten Güter­trans­port­ge­setz (GüTG) woll­te das Par­la­ment den Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr (EWLV) stär­ken. Mit ihrer Preis­po­li­tik tut SBB Cargo exakt das Gegen­teil – im Schnell­zugs­tem­po. Und dies alles, noch bevor das revi­dier­te Gesetz mit der ent­spre­chen­den Ver­ord­nung in Kraft ist.


Darum geht’s:

  • Hor­ren­de Preis­er­hö­hun­gen füh­ren zu Ver­la­ge­rung auf Strasse
  • Ver­la­der waren bereit, mode­rat höhe­re Prei­se zu bezahlen
  • Abbau wider­spricht dem Wil­len des Par­la­ments grundlegend
  • Licht am Hori­zont: Poli­tik nimmt sich der Sache an
  • Bun­des­rat und Par­la­ment müs­sen sofort Not­brem­se ziehen

Hor­ren­de Preis­er­hö­hun­gen füh­ren zu Ver­la­ge­rung auf Strasse

Am 20. Sep­tem­ber 2025 hat SBB Cargo eine Mit­tei­lung publi­ziert, die auf­hor­chen lässt. Darin spre­chen die Ver­ant­wort­li­chen von einer Siche­rung des umwelt­freund­li­chen Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs und von Arbeits­plät­zen in der Schweiz. Lei­der geschieht zur­zeit das Gegen­teil. SBB Cargo hat über die letz­ten Mona­te teils hor­ren­den Preis­er­hö­hun­gen vor­ge­nom­men. Das führt dazu, dass viele Kun­den der ver­la­den­den Wirt­schaft in Zukunft noch stär­ker oder sogar aus­schliess­lich auf den Trans­port auf der Stras­se set­zen. Dies bestä­ti­gen zahl­lo­se Rück­mel­dun­gen aus der VAP-Mit­glied­schaft. Diese ist sich einig: Die Ver­la­der wür­den auch zukünf­tig auf den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr set­zen, aller­dings ist die­ser ange­sichts der von SBB Cargo gefor­der­ten Prei­sen gegen­über der Stras­se nicht mehr län­ger konkurrenzfähig.

Ver­la­der waren bereit, mode­rat höhe­re Prei­se zu bezahlen

Ursprüng­lich woll­te das Par­la­ment den EWLV eigen­wirt­schaft­lich machen. Dazu soll die­ser acht Jahre finan­zi­ell geför­dert wer­den, wobei für die ers­ten vier Jahre 260 Mio. CHF zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Zudem stellt der Bund ein­ma­lig 180 Mio. CHF für die digi­ta­le auto­ma­ti­sche Kupp­lung (DAK) im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr bereit. Der Weg zur Eigen­wirt­schaft­lich­keit war so gedacht: Die Ver­la­der tra­gen mit mode­ra­ten Preis­er­hö­hun­gen, SBB Cargo mit mehr Pro­duk­ti­vi­tät und Effi­zi­enz und der Bund mit der befris­te­ten För­de­rung ihren Teil dazu bei. Dazu hät­ten der VAP und seine Mit­glie­der Hand gebo­ten; die Ver­la­der wären gröss­ten­teils bereit gewe­sen, die­sen Preis für einen eigen­wirt­schaft­li­chen EWLV zu bezahlen.

Nun geschieht ein Abbau des Defi­zits von SBB Cargo fast aus­schliess­lich zulas­ten der Ver­la­der. Für die wenigs­ten Ver­la­der besteht so wei­ter­hin ein Anreiz, auf den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr zu set­zen. Das führt zu einem ein­schnei­den­den Abbau von Schie­nen­gü­ter­in­fra­struk­tur. Ange­sichts der hohen Anfangs­in­ves­ti­tio­nen dürf­ten sich diese Fir­men in Zukunft kaum je wie­der auf die Schie­ne set­zen, womit der EWLV und somit der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr nach­hal­tig abge­baut wer­den. Für Bun­des­rat und Par­la­ment wird die­ser irrever­si­ble Abbau der Güter­men­gen auf der Schie­ne spä­tes­tens nach vier Jah­ren ersichtlich.

Abbau wider­spricht dem Wil­len des Par­la­ments grundlegend

Die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen ent­spre­chen nicht dem Wil­len des Par­la­ments. Die­ses woll­te den EWLV stär­ken, unter ande­rem um die Dekar­bo­ni­sie­rung des Ver­kehrs vor­an­zu­trei­ben und das Netto-Null-Ziel bis 2050 zu errei­chen. Ohne einen leis­tungs­star­ken EWLV rückt die­ses Ziel in immer wei­te­re Ferne. Und letzt­lich hat auch das Volks-Nein zum Auto­bahn­aus­bau im Novem­ber 2024 dazu bei­getra­gen, dass sich ein Kol­laps auf der Stras­se nur ver­hin­dern lässt, wenn mög­lichst viele Güter auf der Schie­ne trans­por­tiert werden.

Licht am Hori­zont: Poli­tik nimmt sich der Sache an

Erfreu­lich ist, dass die Poli­tik sich der Sache annimmt. So hat Stän­de­rä­tin Eva Her­zog am 25. Sep­tem­ber 2025 die Moti­on 25.4147 «Siche­rung des Leis­tungs­ni­veaus bei SBB Cargo inklu­si­ve Erhalt eines Kern­net­zes im kom­bi­nier­ten Güter­ver­kehr» ein­ge­reicht. Die Moti­on ver­langt, dass SBB Cargo die Prei­se ab 2026 maxi­mal noch um die Teue­rung erhö­hen kann. Dem­nach müss­te SBB Cargo die Eigen­wirt­schaft­lich­keit haupt­säch­lich durch einen pro­duk­ti­ve­ren und effi­zi­en­te­ren Betrieb sicher­stel­len, wie es auch vom Par­la­ment im GüTG gedacht war. Bedau­er­li­cher­wei­se hat SBB Cargo in der Zwi­schen­zeit Tat­sa­chen geschaf­fen: Bereits hat sich ein beträcht­li­cher Teil der Kund­schaft des EWLV von der Schie­ne abgewandt.

Bun­des­rat und Par­la­ment müs­sen sofort Not­brem­se ziehen

Der VAP appel­liert an den Bun­des­rat und ans Par­la­ment, der Pra­xis von SBB Cargo mit Preis­er­hö­hun­gen im teils zwei­stel­li­gen Bereich sofort Ein­halt zu gebie­ten. Die­ses eigen­mäch­ti­ge Vor­ge­hen von SBB Cargo treibt immer mehr Ver­la­der vom EWLV auf die Stras­se – was dem Wil­len der Poli­tik und den Bestre­bun­gen der Schweiz zur Dekar­bo­ni­sie­rung dia­me­tral entgegenläuft.

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