Der VAP fördert den Güterverkehr
auf der Schiene.

Der VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft macht sich für markt­ge­rech­te Rah­men­be­din­gun­gen und ein zug­kräf­ti­ges Schwei­zer Güter­bahn­sys­tem stark. Rele­van­te Themen:

Güterverkehrsbranche

  • Was bewegt die Güterverkehrsbranche?
  • Wie gestal­ten wir die Zukunft des Güterverkehrs?
  • Ein Über­blick der Akteu­re des Schienengüterverkehrs.

Netz

Hier fin­den Sie nütz­li­che Infor­ma­tio­nen zu den Schie­nen­we­gen, deren Orga­ni­sa­ti­on und dem Netzzugang.

Finanzierung

Infor­ma­tio­nen zu finan­zi­el­ler För­de­rung und Abga­ben im Güter­ver­kehr.

Standorte

Alles zu Frei­ver­la­den, Ter­mi­nals, Anschluss­gleis­an­la­gen oder auch mul­ti­mo­da­len Logis­tik­hubs.

Interoperabilität

Der VAP enga­giert sich für die Har­mo­ni­sie­rung der Rah­men­be­din­gun­gen, damit Züge mühe­los auf euro­päi­schen Schie­nen­net­zen ver­keh­ren können.

Nachhaltigkeit

Für eine weit­sich­ti­ge Zukunft gilt es ver­schie­de­ne Berei­che nach­hal­tig zu gestalten.

Innovation

Wie kön­nen wir Inno­va­ti­on im Güter­ver­kehr vor­wärts trei­ben?

Betrieb

Zuguns­ten eines fai­ren Wett­be­werbs wol­len wir die Stär­ke aller Ver­kehrs­trä­ger nut­zen und opti­mal kom­bi­nie­ren. Denn so wird die Stre­cke für jeden Ein­zel­nen kür­zer – und wirtschaftlicher.

Veranstaltungen

Hier fin­den Sie wei­ter­füh­ren­de Infor­ma­tio­nen und Unter­la­gen zu unse­ren Ver­an­stal­tun­gen Forum Güter­ver­kehr, unse­rer Gene­ral­ver­samm­lung und weiteren.

Wissenswertes aus der Herbstsession 2021

Wissenswertes aus der Herbstsession 2021

Botschaft 20.081 zum Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport

Mit der Annah­me der Bun­des­ge­set­zes­vor­la­ge ist die gesetz­li­che Grund­la­ge für das Logis­tik­pro­jekt Cargo Sous Ter­rain (CST) geschaf­fen. Eine letz­te Dif­fe­renz über die Ent­eig­nung muss in der kom­men­den Win­ter­ses­si­on berei­nigt wer­den. Ab 2031 sol­len die ers­ten CST-Waren durch den unter­ir­di­schen Tun­nel beför­dert wer­den. Aller­dings wird der Güter­ver­kehr ober­ir­disch dadurch kaum ent­las­tet, da der Güter­trans­port kon­ti­nu­ier­lich zunimmt. Wir hal­ten daher wei­ter­hin an unse­ren Zie­len fest, den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr für die Zukunft effi­zi­en­ter zu gestal­ten. Mit unse­rem Enga­ge­ment zuguns­ten der «Auto­ma­ti­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs» ist dafür ein wich­ti­ger Start­schuss gefallen.

Postulat 21.3597 «Zukunft des Güterverkehrs»

Mit der Annah­me des Pos­tu­lats ver­pflich­tet sich der Bun­des­rat, bis Ende des 1. Quar­tals 2022 einen Bericht zur zukünf­ti­gen Aus­rich­tung der Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs-Poli­tik vor­zu­le­gen. Dabei muss er Aspek­te des Bin­nen- und Import-/Ex­port­ver­kehrs ver­tieft prü­fen und unter ande­rem auf diese Fra­gen antworten:

  • Wie sind Wir­kung und Ziel­er­rei­chung eines markt­ori­en­tier­ten und eigen­wirt­schaft­li­chen Ange­bots von SBB Cargo AG zu beur­tei­len bezüg­lich Orga­ni­sa­ti­ons­struk­tur, Ver­la­ge­rungs­ef­fek­te, Ver­kehrs­leis­tung, Infra­struk­tu­ren, Bedie­nungs­punk­te, Bedürf­nis­se der ver­la­den­den Wirt­schaft und Per­so­nal­be­stand, klima- und res­sour­cen­scho­nen­der Aus­rich­tung der Lieferketten?
  • Was sind die Aus­wir­kun­gen und Per­spek­ti­ven der stra­te­gi­schen Neu­aus­rich­tung von SBB Cargo AG?
  • Was sind die die poli­ti­schen Sze­na­ri­en für die Wei­ter­ent­wick­lung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs und gege­be­nen­falls gesetz­ge­be­ri­scher Handlungsbedarf?
  • Wel­che Rah­men­be­din­gun­gen bei der Schie­nen­in­fra­struk­tur­be­nut­zung (Tras­sen­prei­se) und der Finan­zie­rung der nöti­gen Inves­ti­tio­nen sind erfor­der­lich, damit das Ange­bot mög­lichst flä­chen- und kos­ten­de­ckend betrie­ben wer­den kann?
  • Wel­che Inves­ti­tio­nen in neues Roll­ma­te­ri­al, in Auto­ma­tis­a­ti­on und Digi­ta­li­sie­rung sind nötig und wie kön­nen diese finan­ziert werden?
In Chancen denken

Wir vom VAP sehen gros­sen Hand­lungs­be­darf bei den gesetz­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen, der Infra­struk­tur und den Logis­tik­platt­for­men. Der Markt soll­te sich auf das Aus­wer­ten von Chan­cen und Oppor­tu­ni­tä­ten kon­zen­trie­ren. Wir set­zen auf mul­ti­mo­da­le Ver­kehrs­kon­zep­te, mit denen sich die Stär­ken der jewei­li­gen Ver­kehrs­trä­ger nut­zen las­sen. Der Wagen­la­dungs­ver­kehr ist Teil die­ser Mul­ti­mo­da­li­tät. Als klas­si­scher Netz­werk­ver­kehr erfor­dert er neue Koope­ra­tio­nen aller Akteu­re, um Effi­zi­enz und Effek­ti­vi­tät zu stei­gern. Dafür haben wir gemein­sam mit ande­ren Inter­es­sen­ver­tre­tern die IG Wagen­la­dungs­ver­kehr ins Leben gerufen.

VAP unterzeichnet Absichtserklärung zur Automatisierung

VAP unterzeichnet Absichtserklärung zur Automatisierung

Der VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft hat gemein­sam mit dem Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) und dem Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr (VÖV) eine Absichts­er­klä­rung zur Auto­ma­ti­sie­rung des Schwei­zer Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs unter­zeich­net. Das lang­fris­ti­ge Gross­pro­jekt star­tet am 1. Okto­ber 2021 mit der Vor­be­rei­tung und Umset­zung der Migra­ti­on der Schrau­ben­kupp­lung zur digi­ta­len auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK).

Verkehrspolitische Grundlagen

Der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr soll pro­duk­ti­ver und wett­be­werbs­fä­hi­ger wer­den, sei­nen Markt­an­teil an der Gesamt­lo­gis­tik stei­gern und dadurch die Ver­la­ge­rungs­po­li­tik und die Kli­ma­schutz­zie­le 2050 des Bun­des stär­ken. VAP-Prä­si­dent und Stän­de­rat Josef Ditt­li hat mit sei­ner Moti­on 20.3221 «Durch Auto­ma­tis­a­ti­on Güter auf der Schie­ne effi­zi­en­ter trans­por­tie­ren» den Anstoss für ein Umset­zungs- und Finan­zie­rungs­kon­zept für die Auto­ma­ti­sie­rung und Digi­ta­li­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs gege­ben. Das Par­la­ment hat die Moti­on bereits gutgeheissen.

Alle Marktteilnehmer an den Tisch holen

Nun erar­bei­tet das BAV mit Unter­stüt­zung von VöV und VAP die Grund­la­gen für die Exe­ku­ti­ve. Auf die­ser Basis kön­nen Bun­des­rat und Par­la­ment die Migra­ti­on zur DAK beschlies­sen. Dabei ver­tritt der VAP die Bedürf­nis­se der Wirt­schaft. Diese will den mul­ti­mo­da­len Ver­kehr mit Güter- oder Behäl­ter­um­schlag zwi­schen den Ver­kehrs­trä­gern ent­spre­chend deren Stär­ken nach­hal­tig nut­zen. Dafür müs­sen alle Markt­teil­neh­mer ein­ge­bun­den wer­den. Zu die­sen zäh­len nicht nur Ver­ant­wor­tungs­trä­ger von Gütern wie Che­mie, Papier‑, Zell­stoff- und Holz­pro­duk­ten, Autos, Kon­sum­gü­tern, Lebens­mit­teln oder Bau­stof­fen, son­dern auch von den ent­spre­chen­den Trans­port­mit­teln wie Güterwagen.

Zur Erin­ne­rung: Von 600’000 Güter­wa­gen in Euro­pa sind 220’000 in pri­va­ter Hand. Diese Pri­vat­wa­gen leis­ten rund 50% der Ton­nen­ki­lo­me­ter auf dem euro­päi­schen Schie­nen­netz. Mit­glie­der des VAP bewirt­schaf­ten knapp 45’000 pri­va­te Güter­wa­gen. Zur Siche­rung der Inter­mo­da­li­tät ist eine enge Koor­di­na­ti­on mit Euro­pa unab­ding­bar. 

Mit Daten zur Tat schreiten

Der VAP will einen effi­zi­en­ten Infor­ma­ti­ons- und Daten­aus­tausch sowie ver­netz­te Inno­va­ti­ons­of­fen­heit zwi­schen den Akteu­ren im Bahn­sys­tem ent­lang der gesam­ten Logis­tik­ket­te und unter Ein­be­zug der Güter­bahn­kun­den vor­an­trei­ben und ent­spre­chen­de Instru­men­te (mit-)entwickeln. Als zen­tra­les Ele­ment für den Erfolg die­ses Pro­zes­ses sieht der VAP die DAK und setzt daher die fol­gen­den Themenschwerpunkte:

  • Betrieb: Die DAK ermög­licht sowohl den Daten­aus­tausch in Echt­zeit als auch deut­lich effi­zi­en­te­re Betriebs­ab­läu­fe für Güter­bah­nen in Bahn­hö­fen, auf Anschluss­glei­sen und an den Gren­zen. Am viel­ver­spre­chends­ten ist die Tech­nik, für die sich die Platt­form «Euro­pean DAC Deli­very Pro­gram­me EDDP» der­zeit ent­schei­det. Die betrieb­li­chen und mone­tä­ren Vor­tei­le der Auto­ma­ti­sie­rung kom­men vor allem den Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men zugu­te. Die Inves­ti­ti­ons- und Fol­ge­kos­ten hin­ge­gen fal­len bei den Wagen­hal­tern an.
  • Kosten/Nutzen: Der faire Aus­gleich von Kos­ten und Nut­zen ist in der Umset­zung zu berück­sich­ti­gen. Da die Umrüs­tung des euro­päi­schen Wagen­parks inner­halb eines defi­nier­ten Zeit­fens­ters erfol­gen muss, sind lücken­lo­se Finan­zie­rungs­hil­fen zwin­gend. Aktu­el­le Schät­zun­gen gehen von Migra­ti­ons­kos­ten von der Schrau­ben­kupp­lung auf die DAK von bis zu 20’000 Euro pro Güter­wa­gen aus. Für die pri­va­ten Wagen­hal­ter des VAP bedeu­tet das zirka 1 Mil­li­ar­de Schwei­zer Fran­ken. Darin nicht ein­ge­rech­net sind Aus­fall­zei­ten und Trans­port­kos­ten von und zur Werk­statt wäh­rend der Migrationsphase.
  • Daten: Die DAK ist vor allem wegen der zukünf­tig ver­füg­ba­ren Daten zen­tral. Diese sol­len in eine über­ge­ord­ne­te und frei zugäng­li­che Daten­platt­form ein­flies­sen. Dar­über kön­nen die Güter­bah­nen und Kun­den mit­ein­an­der kom­mu­ni­zie­ren und sich infor­mie­ren, zum Bei­spiel über Beschaf­fen­heit oder Gewicht der Wagen, Zug­län­ge oder Echt­zeit-Stand­or­te der Waren. Mit einer sol­chen Platt­form wird ein stär­ke­rer Wett­be­werb im Wagen­la­dungs­ver­kehr erst mög­lich. In Deutsch­land wer­den bereits ansehn­li­che Markt­an­tei­le von pri­va­ten Güter­bah­nen gehal­ten. In der Schweiz müs­sen für diese Ent­wick­lung zuerst die Rah­men­be­din­gun­gen ver­bes­sert wer­den. Die DAK legt einen ers­ten Mei­len­stein dafür.
BAV, SBB Cargo und VAP geben den Startschuss

Am 28. Sep­tem­ber 2021 haben BAV-Direk­tor Peter Füg­lis­ta­ler, Per-Anders Ben­thin (CEO TRANSWAGGON AG) vom VAP und Dési­rée Baer (CEO SBB Cargo AG) sowie Dirk Stahl (CEO BLS Cargo AG) vom VöV die Absichts­er­klä­rung gemein­sam mit Bran­chen­ver­tre­tern öffent­lich vor­ge­stellt. Anlass war ein Halt des «Con­nec­ting Euro­pe Express» – eines Son­der­zugs der EU zum «Jahr der Schie­ne» – im Con­tai­ner­ter­mi­nal Basel Wolf.

Hier geht’s zur Medi­en­mit­tei­lung.
Hier die Medi­en­mit­tei­lung auf Fran­zö­sisch.

Kompromiss für UGüTG: Diskriminierungsverbot ja, Offenlegung der Kalkulation nein

Kompromiss für UGüTG: Diskriminierungsverbot ja, Offenlegung der Kalkulation nein

Nach­dem der Stän­de­rat die Strei­chung des Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bots bei ange­bo­te­nen Trans­port­leis­tun­gen in Art. 5 UGüTG beschlos­sen hat, beschloss der Natio­nal­rat die Bei­be­hal­tung des Arti­kels unter Ver­zicht auf die Offen­le­gung der Kal­ku­la­ti­on des dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en Prei­ses. Die­ser Kom­pro­miss erlaubt es der Rail­Com, all­fäl­li­ge Dis­kri­mi­nie­rung bei der Ange­bots- und Preis­ge­stal­tung zu erken­nen. Der Stän­de­rat hat sich schliess­lich dem Beschluss des Natio­nal­rats angeschlossen.

VAP wird Mitglied von SWISS SUPPLY

VAP wird Mitglied von SWISS SUPPLY

VAP als neuer Kompetenzpartner

Mit dem Ver­ein SWISS SUPPLY wol­len die wich­tigs­ten Logistik‑, Sup­p­ly- und Trans­port­or­ga­ni­sa­tio­nen der Schweiz das Image von Logis­tik, Lie­fer­ket­te und Trans­port för­dern und öffent­li­che Auf­klä­rungs­ar­beit leis­ten. Der VAP, als Ver­tre­ter der ver­la­den­den Indus­trie im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr, ist der För­der­or­ga­ni­sa­ti­on im August 2021 bei­getre­ten, um zu die­sen Ziel­set­zun­gen bei­zu­tra­gen. So schaf­fen wir für unse­re Mit­glie­der beste Vor­aus­set­zun­gen für ein wirt­schaft­lich frucht­ba­res Umfeld und ein brei­tes öffent­li­ches Ver­ständ­nis für eine gut funk­tio­nie­ren­de Ver­sor­gung. Wir wer­den unse­re ver­kehrs­po­li­ti­schen Akti­vi­tä­ten im Cargo Forum Schweiz in Zukunft mit den Initia­ti­ven von Swiss Sup­p­ly koor­di­nie­ren, um gemein­sam noch mehr Schlag­kraft zu entwickeln.

Wie es dazu kam

Die Idee für SWISS SUPPLY ent­stand anfangs 2020 im Rah­men der neuen Schwer­punkt­aus­stel­lung «Logis­tik erle­ben!» im Ver­kehrs­haus der Schweiz. Man woll­te der­ar­ti­ge Image­pro­jek­te und ent­spre­chen­de Initia­ti­ven zukünf­tig unter dem Dach einer natio­na­len Non-Pro­fit-Orga­ni­sa­ti­on und mit ver­ein­ten Kräf­ten nach­hal­tig rea­li­sie­ren. So grün­de­ten die Schwei­ze­ri­sche Ver­ei­ni­gung für die Berufs­bil­dung in der Logis­tik (ASFL SVBL), der Schwei­ze­ri­sche Nutz­fahr­zeug­ver­band ASTAG, das Wert­schöp­fungs­netz­werk GS1 Switz­er­land, der Fach­ver­band für Ein­kauf und Sup­p­ly Manage­ment procure.ch, der Ver­band schwei­ze­ri­scher Spe­di­ti­ons- und Logis­tik­un­ter­neh­men SPEDLOGSWISS, das Logis­tik­netz­werk VNL Schweiz sowie die Stif­tung Logis­tik Schweiz am 26. März 2021 die neue Ver­ei­ni­gung SWISS SUPPLY. Die Orga­ni­sa­ti­on wird von Jörg Mathis, CEO von GS1 Switz­er­land, prä­si­diert. Die Orga­ni­sa­ti­ons­mit­glie­der bil­den zugleich die Trä­ger­schaft und ver­tre­ten weit über 10’000 Mitglieder.

Versorgung, Logistik und Transport in der Schweiz stärken

Viele wis­sen nicht: Die natio­na­le Ver­sor­gung mit den Berei­chen Beschaf­fung, Logis­tik, Lage­rung, Trans­port, Spe­di­ti­on, Ver­pa­ckung, Ent­sor­gung und Recy­cling bil­den ein sys­tem­re­le­van­tes Rück­grat der Schwei­zer Volks­wirt­schaft. Die Initi­an­ten von SWISS SUPPLY wol­len das Anse­hen die­ser Berei­che in der Schweiz nach­hal­tig ver­bes­sern und Inter­es­se sowie Ver­ständ­nis dafür in der Öffent­lich­keit wecken. Dazu wer­den in bestehen­de Initia­ti­ven inten­si­viert und neue Akti­vi­tä­ten lan­ciert. Zudem will die Ver­ei­ni­gung beim Nach­wuchs früh Begeis­te­rung für die Bran­che aus­lö­sen. Stu­den­ten und Quer­ein­stei­gern zeigt SWISS SUPPLY umfas­sen­de Kar­rie­re­chan­cen mit Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten in diver­se Rich­tun­gen auf.

Im Gespräch: Matthias Grieder

Im Gespräch: Matthias Grieder

VAP: Herr Grie­der, wie sieht Ihre Zusam­men­ar­beit mit dem VAP aus?
Mat­thi­as Grie­der: Wir haben regel­mäs­sig mit Gene­ral­se­kre­tär Frank Fur­rer zu tun. Zum Bei­spiel ist er Ver­tre­ter der Gleis-Genos­sen­schaft Ris­tet-Ber­ger­moos und hat diese bei einem gemein­sa­men Ent­wick­lungs­pro­jekt für die­ses Indus­trie­ge­biet auf dem Gemein­de­ge­biet von Urdorf und Bir­mensdorf reprä­sen­tiert. Zudem hat er bei der Erar­bei­tung der Teil­re­vi­si­on 2022 des kan­to­na­len Richt­plans mit­ge­wirkt und arbei­tet immer wie­der in ver­schie­de­nen logis­tik­be­zo­ge­nen Arbeits­grup­pen mit. Frank Fur­rer bringt sowohl die Per­spek­ti­ve der Anschluss­gleis­be­sit­zer als auch die natio­na­le Gesamt­sicht einer mul­ti­mo­da­len Logis­tik ein. Er unter­stützt uns mit sei­nem enor­men Fach­wis­sen und sei­nem weit­läu­fi­gen fach­po­li­ti­schen Netz­werk. Ich emp­fin­de diese Zusam­men­ar­beit als sehr ange­nehm und fruchtbar.

Wo sehen Sie den dring­lichs­ten Hand­lungs­be­darf für den Schie­nen­gü­ter­ver­kehr?
Die wich­tigs­te und gleich­zei­tig schwie­rigs­te Auf­ga­be ist mei­nes Erach­tens die Siche­rung der Umschlag­flä­chen Bahn/Strasse in urba­nen Gebie­ten. Dazu ein Bei­spiel: Da, wo heute hin­ter dem Haupt­bahn­hof Zürich die «Euro­pa­al­lee» steht, war frü­her ein Post­ver­teil­zen­trum mit zehn Glei­sen. Mit der Neu­ent­wick­lung des Are­als gin­gen die gesam­te Ver­sor­gungs­in­fra­struk­tur sowie gros­se Logis­tik­flä­chen ver­lo­ren, die für die Sicher­stel­lung der zukünf­ti­gen Ver- und Ent­sor­gung der Stadt Zürich wich­tig gewe­sen wären. Güter­ver­kehr und Logis­tik­ein­rich­tun­gen zie­hen aus der Stadt hin­aus und wer­den zuneh­mend ins Mit­tel­land ver­drängt. Diese Ver­teil­cen­ter sind oft nicht bahn­ge­recht erschlos­sen. Des­we­gen fah­ren immer mehr Last- und Lie­fer­wa­gen von dort in die Stadt, was den Stau­gür­tel rund um die Agglo­me­ra­tio­nen zusätz­lich belastet.

Das Raum­pla­nungs­ge­setz ver­langt zudem ver­dich­te­tes Bauen in den bestehen­den Sied­lungs­ge­bie­ten. Der Mehr­ver­kehr durch das Bevöl­ke­rungs­wachs­tum muss auf den bestehen­den Ver­kehrs­flä­chen abge­wi­ckelt wer­den. Also müs­sen diese Flä­chen effi­zi­en­ter genutzt wer­den und man muss auch Flä­chen für Ver- und Ent­sor­gung zur Ver­fü­gung stel­len. Je dich­ter man baut, desto wich­ti­ger wird zudem eine attrak­ti­ve Aus­sen­raum­ge­stal­tung. Eine eben­erdi­ge Ver­sor­gung beein­träch­tigt diese Attrak­ti­vi­tät. Des­halb ist es wich­tig, auch dafür schon früh in der Are­al­pla­nung zu prü­fen, wie sich ober­ir­di­sche Berei­che vom Anlie­fe­rungs­ver­kehr ent­las­ten und Anlie­fe­rung sowie Ent­sor­gung in Unter­flur­an­la­gen inte­grie­ren las­sen. Gute Bei­spie­le für der­ar­ti­ge Lösun­gen sind der neue Cir­cle am Flug­ha­fen Zürich oder das Ein­kaufs­zen­trum Sihlcity.

Wie sieht die Situa­ti­on bei den Anschluss­glei­sen aus?
Hier zeigt sich eine ähn­li­che Pro­ble­ma­tik. Anschluss­glei­se und Wei­chen wer­den lau­fend zurück­ge­baut und deren Bedie­nung wird redu­ziert. So ent­steht eine Abwärts­spi­ra­le: weni­ger Glei­se, weni­ger Bahn­trans­port­vo­lu­men, weni­ger Bahn­ver­lad, weni­ger Ein­zel­wa­gen­la­dun­gen, weni­ger bedürf­nis­ori­en­tier­te Bahn­an­ge­bo­te. Das bedeu­tet auf der ande­ren Seite mehr Stras­sen­trans­port, mehr Stau, mehr Lärm und mehr CO2. Lang­fris­tig muss sich die­ser Trend wie­der umkehren.

Wie könn­te man das Pro­blem lösen?
Wir brau­chen Lösun­gen, die Sen­dun­gen noch stär­ker bün­deln und effi­zi­ent durch den Stau­gür­tel in die Zen­tren brin­gen. Ansät­ze, um den Stau zu umfah­ren oder zu unter­fah­ren. Zudem benö­ti­gen wir Ange­bots­kon­zep­te für eine schnel­le und direk­te Bedie­nung. Und wir brau­chen bes­se­re finan­zi­el­le Anrei­ze, die die Bahn stär­ken und den Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr nicht schwin­den las­sen. Die Bahn hat hier mit ihren aus­ge­zeich­ne­ten Infra­struk­tu­ren eine gros­se Chan­ce und kann diese Auf­ga­be wahr­neh­men. Aber auch neue inno­va­ti­ve Ver­kehrs­trä­ger wie zum Bei­spiel das digi­ta­le Gesamt­lo­gis­tik­sys­tem Cargo Sous Ter­rain (CST) kön­nen gros­se Men­gen trans­por­tie­ren, ohne den Stras­sen­ver­kehr zusätz­lich zu belas­ten. Alle diese Sys­te­me kön­nen über gemein­sa­me digi­ta­le Platt­for­men ver­knüpft und noch effi­zi­en­ter gemacht werden.

Wie ent­ste­hen sol­che Lösun­gen?
Nur, wenn alle Par­tei­en kom­plett umden­ken und part­ner­schaft­lich koope­rie­ren. Lei­der kal­ku­liert heute jeder Betrieb iso­liert für sich und ist auf kurz­fris­ti­ge Gewinn­ma­xi­mie­rung aus­ge­rich­tet. Die Bahn kon­zen­triert sich auf den ertrags­rei­chen Ganz­zug­ver­kehr und ver­nach­läs­sigt den auf­wen­di­gen Ein­zel­wa­gen­ver­kehr, der wesent­lich zu einer Umla­ge­rung vor der Stras­se auf die Schie­ne bei­tra­gen kann. Stras­sen­trans­por­teu­re rich­ten den Fuhr­park auf die kos­ten­güns­tigs­te Pro­duk­ti­on, in der Regel mit klei­ne­ren Fahr­zeu­gen, aus und opti­mie­ren ihre Tou­ren inner­be­trieb­lich. Dies, obwohl sich durch Koope­ra­tio­nen mit Mit­be­wer­bern Fahr­zeug­ki­lo­me­ter redu­zie­ren lies­sen. Auch Immo­bi­li­en­stra­te­gien oder ‑kon­zep­te sowohl pri­va­ter Grund­ei­gen­tü­mer als auch der öffent­li­chen Hand las­sen inno­va­ti­ve Lösun­gen für eine ver­ti­ka­le Nut­zungs­glie­de­rung nicht zu und ver­hin­dern damit Lösun­gen für eine flä­chen­spa­ren­de und effi­zi­en­te Ver- und Ent­sor­gung im urba­nen Raum.

Eine ver­netzt den­ken­de Sicht­wei­se fehlt in der Wirt­schaft, in der Poli­tik, in den Ver­wal­tun­gen und auch in der Aus­bil­dung von Ver­kehrs- und Raumplanern.

Hat die Pan­de­mie denn kein Umden­ken ange­stos­sen?
Doch, Covid-19 hat die Rele­vanz einer funk­tio­nie­ren­den Ver­sor­gung stär­ker ins Bewusst­sein der Men­schen gerückt. Das Thema Güter­ver­kehr und Logis­tik hat stark an Bedeu­tung gewon­nen. Auf Fach­ebe­ne beschäf­tig­te man sich schon lange vor der Pan­de­mie mit die­sen kom­ple­xen Zusam­men­hän­gen und auch in der Poli­tik rückt die The­ma­tik mehr und mehr ins Bewusst­sein. Wir ver­su­chen immer wie­der auf diese Zusam­men­hän­ge auf­merk­sam zu machen. Manch­mal sogar mit Erfolg, wie zum Bei­spiel beim Ein­kaufs­zen­trum Sihl­ci­ty auf dem Areal der ehe­ma­li­gen «Zür­cher Papier­fa­brik an der Sihl» in Zürich-Wie­di­kon. Die Pla­ner haben die Ver- und Ent­sor­gung hier ins Unter­ge­schoss gleich neben der Gara­gen­zu­fahrt inte­griert. Von dort aus wird ver­ti­kal nach oben fein­ver­teilt. Genau in diese Rich­tung müs­sen wir bei Are­al­pla­nun­gen den­ken: weg von Kuchen­stü­cken, hin zu Tor­ten­schich­ten. So wird eine kom­bi­nier­te Nut­zung von städ­ti­schen oder stadt­na­hen Flä­chen möglich.

Wie las­sen sich Umschlag­flä­chen und ‑stand­or­te lang­fris­tig sicher­stel­len?
Logis­tik­flä­chen im urba­nen Raum sind rar, neue wird es kaum geben. Die öffent­li­che Hand ver­sucht, bestehen­de Umschlag­flä­chen über Richt­plan­ein­trä­ge zu sichern. Aller­dings sind diese pla­ne­ri­schen Vor­ga­ben nicht grund­ei­gen­tü­mer­ver­bind­lich. Zu einer Flä­chen­si­che­rung, zu der auch pri­va­te Grund­ei­gen­tü­mer ver­pflich­tet sind, käme man nur über eine ent­spre­chen­de Zonen­ord­nung oder durch einen ver­mehr­ten Kauf der ent­spre­chen­den Grund­stü­cke durch die Kan­to­ne und Städ­te. Diese stre­ben län­ger­fris­ti­ge Ziel­set­zun­gen mit einem wei­te­ren Pla­nungs­ho­ri­zont wie die Sicher­stel­lung der Güter­ver- und ‑ent­sor­gung an und sind nicht so renditegetrieben.

Wie könn­te man die Wirt­schaft bei der Erstel­lung von Raum­pla­nungs­kon­zep­ten stär­ker ein­bin­den?
Der Ein­be­zug der Wirt­schafts­ak­teu­re bei der Ent­wick­lung von Area­len ist zen­tral für die Zukunft des Güter­ver­kehrs. Immer­hin müs­sen diese eine Are­al­ent­wick­lung umset­zen. Beim Kan­ton Zürich bin­den wir die Wirt­schafts­ver­tre­ter im Rah­men von Arbeits­grup­pen bereits in der Ana­ly­se­pha­se ein, obwohl wir als Kan­ton kei­nen gesetz­li­chen Auf­trag für die Güter­ver­kehrs­pla­nung haben, son­dern nur bera­tend und unter­stüt­zend wir­ken. Im Kan­ton Zürich haben wir einen Leit­fa­den für die Ent­wick­lung des Güter­ver­kehrs in einem kan­to­na­len Güter­ver­kehrs- und Logis­tik­kon­zept fest­ge­hal­ten. Da neh­men wir sicher­lich eine Vor­rei­ter­rol­le ein. Doch auch ande­re Kan­to­ne wie Aar­gau, Bern, Waadt oder Basel-Stadt agie­ren fort­schritt­lich. Durch den regel­mäs­si­gen Aus­tausch über die SBB Cargo Platt­form und die Güter­ver­kehrs­grup­pe des Schwei­ze­ri­schen Städ­te­ver­bands ler­nen wir voneinander.

Wie sieht Ihrer Ansicht nach eine opti­ma­le Aus­las­tung der Infra­struk­tur durch Per­so­nen- und Güter­ver­kehr aus?
Ich meine, dass man den aktu­el­len Ansatz mit sepa­ra­ten Tras­sen für Per­so­nen- und Güter­ver­kehr im Netz­nut­zungs­kon­zept wei­ter­ver­fol­gen und opti­mie­ren soll­te. Einer fle­xi­blen Tras­sen­zu­tei­lung stehe ich eher skep­tisch gegen­über, denn der Güter­ver­kehr könn­te dabei wört­lich unter die Räder kom­men. Der Bedarf an Infra­struk­tur­aus­bau­ten ist erkannt, was der Aus­bau­schritt 2040 zeigt.

Wo sehen Sie bei der Infra­struk­tur die gröss­ten Auf­ga­ben?
Bei der Wei­ter­ent­wick­lung der Infra­struk­tur muss man auf die spe­zi­el­len Bedürf­nis­se des Güter­ver­kehrs ein­ge­hen. Der Kno­ten Zürich Vor­bahn­hof ist schon heute voll­kom­men über­las­tet und der Schie­nen­ver­kehr im Raum Zürich wird wei­ter zuneh­men. Es müs­sen daher Umfah­rungs­mög­lich­kei­ten geschaf­fen wer­den wie der Güter­tun­nel vom Ran­gier­bahn­hof Lim­mat­tal ins Furt­tal und wei­ter Rich­tung Ost­schweiz. Auch Schie­nen­gü­ter­trans­por­te, die aus dem Mit­tel­land kom­men und Rich­tung Kno­nau­er Amt wei­ter­fah­ren möch­ten, müs­sen im Vor­bahn­hof Zürich mit einer Spitz­keh­re wen­den. Das belas­tet die Infra­struk­tur mehr­fach zusätz­lich. Hier braucht es «Abkür­zun­gen», um Brenn­punk­te zu umfah­ren. Zum Bei­spiel könn­te man den Ran­gier­bahn­hof Lim­mat­tal über das Kno­nau­er Amt direkt Rich­tung Zug und Luzern anschlies­sen. Sol­che Vor­ha­ben sind natür­lich enorm teuer und nur lang­fris­tig umsetz­bar. Trotz­dem müs­sen bereits heute die pla­ne­ri­schen Wei­chen dafür gestellt werden.

Was wün­schen Sie sich für die Zukunft des Schwei­zer Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs?
Ich hoffe sehr, dass die Chan­cen der Bahn für eine Ver­la­ge­rung des Ver­kehrs von der Stras­se auf die Schie­ne auch im natio­na­len Ver­kehr genutzt wer­den. Dazu braucht es eine Trend­wen­de mit rasche­ren und effi­zi­en­te­ren Ange­bots­kon­zep­ten beson­ders auch im Ein­zel­wa­gen­la­dungs­ver­kehr. Hier sind inno­va­ti­ve Ange­bots­kon­zep­te gefragt, die bedarfs­ge­recht und effi­zi­ent sind.

Die da wären?
Die Digi­ta­li­sie­rung bie­tet Oppor­tu­ni­tä­ten, die im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr der­zeit noch unge­nutzt blei­ben. Zum Bei­spiel wis­sen die Güter­bah­nen über digi­ta­le Codes genau, wann, wo und wie lange ihre Ware steht. Die­ses Wis­sen soll­ten sie ihren Kun­den in Form einer Sen­dungs­ver­fol­gung über die gesam­te Trans­port­ket­te hin­weg vom Sen­der bis zum Emp­fän­ger zur Ver­fü­gung stel­len. Das würde ihre Attrak­ti­vi­tät mar­kant steigern.

Digi­ta­li­sie­rung und Auto­ma­ti­sie­rung sind eben­falls ent­schei­dend für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Güter­bahn. Natür­lich sind kurze Distan­zen von weni­gen Kilo­me­tern, wie wir sie in der Schweiz häu­fig antref­fen, wenig bahn­ge­recht. Aber wenn man gewis­se Pro­zes­se auto­ma­ti­siert – etwa mit der Digi­ta­len Auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK) oder durch ein auto­ma­ti­sier­tes Umla­den von Wech­sel­be­häl­tern –, lies­se sich die Effi­zi­enz deut­lich stei­gern. Sol­che Lösun­gen müss­ten Pri­vat­wa­gen­be­sit­zer imple­men­tie­ren, um ihre Flot­te ren­ta­bler zu hal­ten und Lauf­zei­ten zu verkürzen.

Warum tut sich die Güter­bahn so schwer mit der Wett­be­werbs­fä­hig­keit?
Das ist eine schwie­ri­ge Frage. Man müss­te sehr sorg­fäl­tig ana­ly­sie­ren, warum der Schie­nen­gü­ter­ver­kehr so wenig wett­be­werbs­fä­hig ist und wel­che Mass­nah­men für attrak­ti­ve­re Ange­bo­te oder nied­ri­ge­re Kos­ten grei­fen. Eine sol­che Stu­die könn­te eine Auf­ga­be des VAP sein.

Apro­pos VAP: Was könn­ten wir bes­ser machen?
Ich kenne Frank Fur­rer und ich weiss, wie das VAP-Logo aus­sieht. Aber als Gesamt­or­ga­ni­sa­ti­on nehme ich den VAP kaum wahr. Hier sehe ich Opti­mie­rungs­po­ten­zi­al. Zudem werde ich immer wie­der zu inter­es­san­ten und gehalt­vol­len Anläs­sen ein­ge­la­den. Doch für uns Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te ist der admi­nis­tra­ti­ve Auf­wand für die Bewil­li­gung eines kos­ten­pflich­ti­gen Events so gross, dass wir oft auf eine Teil­nah­me ver­zich­ten. Das ist eigent­lich schade.

Wem wür­den Sie eine Zusam­men­ar­beit mit dem VAP emp­feh­len?
Allen Kan­to­nen und Gemein­den der Schweiz. Für die Ver­wal­tun­gen ist der VAP ein Kom­pe­tenz­part­ner und Infor­mant, der den Know-how-Trans­fer unter­stützt; gera­de auch dank sei­ner natio­na­len Gesamt­sicht. Für Anschluss­gleis­be­sit­zer stellt der VAP einen wich­ti­gen Inter­es­sens­ver­tre­ter dar, der sich für den Aus­bau des Bahn­an­ge­bots, den Erhalt der Anla­gen und die Flä­chen­si­che­rung engagiert.

 

Herr Grie­der, herz­li­chen Dank für das Gespräch.

Zur Per­son
Mat­thi­as Grie­der ist aus­ge­bil­de­ter Raum- und Ver­kehrs­pla­ner und seit vier Jah­ren Pro­jekt­lei­ter für den Bereich Güter­ver­kehr und Logis­tik beim Amt für Mobi­li­tät des Kan­tons Zürich.

 

Datenplattformen: Bessere Kooperation, mehr Wettbewerb

Datenplattformen: Bessere Kooperation, mehr Wettbewerb

Unse­re Auf­merk­sam­keit im Year of Rail 2021 gilt unter ande­rem den Ent­wick­lun­gen soge­nann­ter Daten­platt­for­men in Deutsch­land. Bereits 2022 soll eine erste neu­tra­le Daten­platt­form für den kom­bi­nier­ten Ver­kehr live gehen. Betei­ligt sol­len alle Akteu­re des kom­bi­nier­ten Ver­kehrs (KV) wer­den. Das Pro­jekt wird vom deut­schen Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Ver­kehr und digi­ta­le Infra­struk­tur (BMVI) unterstützt.

Öffnung für alle Anbieter angestrebt

Unter der Ägide des Ver­bands Deut­scher Ver­kehrs­un­ter­neh­men (VDV) befin­det sich eine ver­gleich­ba­re Platt­form für den Wagen­la­dungs­ver­kehr im Auf­bau. Unter­stüt­zung für die­ses Pro­jekt fin­det der VDV beim Ver­band der Che­mi­schen Indus­trie Deutsch­lands (VCI). Auch die­ser scheint ange­sichts der Ent­wick­lun­gen des Wagen­la­dungs­ver­kehrs in Deutsch­land von der Leis­tungs­fä­hig­keit des gröss­ten Anbie­ters nicht mehr über­zeugt zu sein. Genau wie wir strebt auch der VCI keine Sub­ven­tio­nen an, son­dern sieht die Lösung in der Öff­nung der Ran­gier- und Kno­ten­bahn­hö­fe für alle Anbie­ter. Nur so wird ein stär­ke­rer Wett­be­werb auch im Wagen­la­dungs­ver­kehr mög­lich. Mit einer neu­tra­len Daten­platt­form lies­se sich ein markt­wirt­schaft­lich offe­nes Netz­werk deut­lich bes­ser und schnel­ler auslasten.

Gartendenken ade

Die Tren­nung der Bahn­ver­keh­re in KV und kon­ven­tio­nel­le Ver­keh­re war noch nie wirk­lich nach­voll­zieh­bar. Gar­ten­den­ken ist kon­tra­pro­duk­tiv und ver­kom­pli­ziert das Gesamt­sys­tem. Getrenn­te Buchungs­platt­for­men sind ein Indiz dafür, dass im Mit­tel­punkt nicht ein Gesamt­sys­tem mit einem Gesamt­nut­zen für die ganze Güter­bahn­wirt­schaft steht. Ein nach­hal­ti­ger, kon­kur­renz­fä­hi­ger und end­kun­den­ori­en­tier­ter (Schienen-)Güterverkehr kann nur im Zusam­men­spiel aller Akteu­re erfolgen.

Darum set­zen wir uns inten­siv mit der Idee einer Platt­form für den Güter­bahn­ver­kehr aus­ein­an­der. Dabei ste­hen wir im engen Kon­takt mit dem VDV und des­sen Part­ner­un­ter­neh­men einer Platt­form für einen grenz­über­schrei­ten­den KV. Denn wir sind über­zeugt, dass nur euro­pa­weit kom­pa­ti­ble Platt­for­men erfolg­reich sein werden.

25 Jahre «Vertrag von Lugano» – ein Blick in die Zukunft

25 Jahre «Vertrag von Lugano» – ein Blick in die Zukunft

Exakt 25 Jahre nach der Unter­zeich­nung des «Ver­trag von Luga­no» wurde im deut­schen Bahn­hof der Schwei­zer Grenz­me­tro­po­le Basel Bilanz gezo­gen. Für den VAP ist neben dem Aus­bau der rechts­rhei­ni­schen auch der­je­ni­ge der links­rhei­ni­schen Stre­cke für den Güter­ver­kehr dring­lich. Eben­so rasch ist die Auto­ma­ti­sie­rung ins­be­son­de­re durch die digi­ta­le auto­ma­ti­sche Kupp­lung umzu­set­zen. Schliess­lich begrüsst der VAP die vor­ge­schla­ge­ne Öff­nung der EU-Kom­bi­ver­kehrs­för­der­richt­li­nie auf mul­ti­mo­da­le Ver­keh­re mit Güter- statt Behäl­ter­um­schlag beim Verkehrsträgerwechsel.

Neue Vereinbarung

Unter dem Motto «Zu Gast bei Freun­den» schlos­sen die Ver­trags­län­der eine neue Ver­ein­ba­rung, die den Ver­trag von Luga­no ergänzt und neue Schwer­punk­te setzt. Sie sieht die nach­hal­ti­ge Stär­kung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs vor, will des­sen inter­mo­da­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit opti­mie­ren und die Zusam­men­ar­beit in Inno­va­ti­on – ins­be­son­de­re der Digi­ta­len Auto­ma­ti­schen Kupp­lung (DAK) – sowie im Rah­men des Gemein­schafts­pro­jekts Shift2Rail inten­si­vie­ren. Nach den Reden der Gäste Win­fried Her­mann, Ver­kehrs­mi­nis­ter von Baden-Würt­tem­berg, und Adolf Ogi, Alt-Bun­des­rat der Schweiz, äus­ser­te sich Josef Ditt­li, Stän­de­rat und Prä­si­dent des VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft zu den Kern­the­men die­ses Jubiläums.

Adolf Ogi, Alt-Bun­des­rat der Schweiz

 

Sicherung der Zulaufstrecke notwendig

Josef Ditt­li brach­te die Per­spek­ti­ve des VAP ein. Die­ser trägt auf Schwei­zer Seite mit ver­schie­de­nen Mass­nah­men zur För­de­rung eines leis­tungs­fä­hi­gen Güter­bahn­sys­tems bei. Ditt­li beton­te die Not­wen­dig­keit, zur Siche­rung der Zulauf­stre­cken den Aus­bau der Bahn­stre­cke auch links­rhei­nisch in Frank­reich zu rea­li­sie­ren. Mit der Moti­on «Staats­ver­trag für links­rhei­ni­sche NEAT-Zulauf­stre­cke» hatte die Kom­mis­si­on für Ver­kehr und Fern­mel­de­we­sen NR im Janu­ar 2020 den Bun­des­rat beauf­tragt, einen Staats­ver­trag mit Frank­reich und Bel­gi­en für eine leis­tungs­fä­hi­ge links­rhei­ni­sche Alter­na­tiv­rou­te (Flach­bahn) mit den not­wen­di­gen Infra­struk­tur­pa­ra­me­tern für den Güter­ver­kehr anzu­stre­ben. Zudem soll­te der Aus­bau der Rhein­tal­bahn in Deutsch­land mit Nach­druck wei­ter­ver­folgt wer­den. Bezüg­lich der neuen Ver­ein­ba­rung der Schweiz (UVEK) mit dem Ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um von Deutsch­land stell­te Josef Ditt­li fest, dass die­ser zwar gut gemeint sei, aber mehr einer unver­bind­li­chen Absichts­er­klä­rung gleich­kommt, und for­der­te: «Die neue Ver­ein­ba­rung darf den Ver­trag von Luga­no nicht aus­ser Kraft set­zen, son­dern soll die­sen ergän­zen.» Josef Ditt­li wer­te­te es als erfreu­lich, dass nun von Sei­ten Frank­reichs Pläne zur Ver­grös­se­rung der Licht­raum­pro­fi­le in Tun­neln auf dem Abschnitt Réding–Saverne der Stre­cke Saarbrücken–Basel über Frank­reich vor­an­ge­trie­ben wer­den, wie dies der fran­zö­si­sche Infra­struk­tur­be­trei­ber SNCF Réseau ver­lau­ten liess.

Josef Ditt­li, Stän­de­rat und Prä­si­dent des VAP

 

Der VAP fördert Automation und Digitalisierung

Auch in den The­men Auto­ma­ti­on und Digi­ta­li­sie­rung setzt sich der VAP für eine Abstim­mung auf euro­päi­scher Ebene ein. Mit der Moti­on «Durch Auto­ma­ti­on Güter auf der Schie­ne effi­zi­en­ter trans­por­tie­ren» hat er die nöti­gen finan­zi­el­len Mit­tel gefor­dert. Und mit der Inter­es­sens­ge­mein­schaft Wagen­la­dungs­ver­kehr (IG WLV) enga­giert er sich gemein­sam mit wei­te­ren Akteu­ren der Wirt­schaft für die Umset­zung ent­spre­chen­der Massnahmen.

Multimodaler Verkehr zukunftsweisend

Für den VAP gilt es, nicht nur den kom­bi­nier­ten Ver­kehr im enge­ren Sinn, son­dern auch den mul­ti­mo­da­len Ver­kehr mit Umschlag von Gütern zu för­dern. Letz­te­rer ver­eint eben­falls ver­schie­de­ne Ver­kehrs­trä­ger und wird gera­de den Anfor­de­run­gen des stark wach­sen­den Stück­gut­ge­schäfts gerecht. So begrüsst der VAP die ent­spre­chen­den Vor­schlä­ge der EU-Kom­mis­si­on zur Revi­si­on der Kom­bi­ver­kehrs­richt­li­nie. Der­ar­ti­ge Vor­stös­se kön­nen mass­ge­bend mit­hel­fen, die Ziele des euro­päi­schen Green Deals zu errei­chen. In der Schweiz zeigt sich im mul­ti­mo­da­len Schie­nen­gü­ter­ver­kehr ein fünf­mal höhe­res Auf­kom­men als im kom­bi­nier­ten Ver­kehr. Nicht von unge­fähr fand die Ver­an­stal­tung in Basel statt; immer­hin ist der Bas­ler Hafen als Dreh­schei­be für lose Güter für den mul­ti­mo­da­len Ver­kehr Wasser/Schiene erfolg­reich unterwegs.

Automatisierung des Wagenladungsverkehrs im Fokus

Automatisierung des Wagenladungsverkehrs im Fokus

Im Year of Rail 2021 steht die Moder­ni­sie­rung durch eine Auto­ma­ti­sie­rung des Wagen­la­dungs­ver­kehrs ganz oben auf unse­rer Agen­da. Unse­re Koope­ra­ti­on mit dem Bun­des­amt für Ver­kehr (BAV) und dem Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr (VöV) für ein gemein­sa­mes Vor­ge­hen bei der Auto­ma­ti­sie­rung im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr schrei­tet plan­mäs­sig voran. Im Mit­tel­punkt steht unter ande­rem die Digi­ta­le Auto­ma­ti­sche Kupp­lung (DAK). Dem­nächst wer­den die Details der gemein­sa­men Auf­ga­ben in Abstim­mung mit den Güter­bah­nen, Wagen- und Lok­be­trei­bern sowie Ver­la­dern fest­ge­legt, damit schon bald kon­kre­te Fort­schrit­te zu sehen sind.

Modellevaluation läuft

Par­al­lel dazu läuft auf euro­päi­scher Ebene die Eva­lua­ti­on der ver­schie­de­nen Model­le der DAK. Den Ent­scheid für ein bestimm­tes Sys­tem erwar­ten wir im Herbst. Im Anschluss dürf­te der ent­spre­chen­de Umset­zungs­plan auf EU-Ebene vor­ge­legt wer­den. Mit ande­ren Wor­ten: Die DAK und damit die Auto­ma­ti­sie­rung im Schie­nen­gü­ter­ver­kehr neh­men Gestalt an.

Förderung erforderlich

Die Moder­ni­sie­rung des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs setzt eine klare poli­ti­sche und finan­zi­el­le För­de­rung vor­aus. Daher hat unser Prä­si­dent und Stän­de­rat Josef Ditt­li mit der Moti­on 20.3221 «Durch Auto­ma­tis­a­ti­on Güter auf der Schie­ne effi­zi­en­ter trans­por­tie­ren» den ent­spre­chen­den poli­ti­schen Pro­zess ins Rol­len gebracht. Mit der Annah­me der Moti­on hat das Par­la­ment den Bun­des­rat mit der Aus­ar­bei­tung eines Kon­zepts betraut.

Umsetzungskonzept angestrebt

Wir vom VAP wer­den des­halb gemein­sam mit BAV und VöV ein Kon­zept in Angriff neh­men und es zu gege­be­ner Zeit dem Par­la­ment zur Bera­tung über­ge­ben. Die­ses Kon­zept soll die tech­ni­sche Lösung, einen Trans­for­ma­ti­ons­plan sowie die Initi­al­kos­ten mit den erwar­te­ten Effi­zi­enz­stei­ge­run­gen ent­hal­ten. Es wird Auf­ga­be des Par­la­ments sein, über die finan­zi­el­le För­de­rung und geeig­ne­te Rah­men­be­din­gun­gen (Ent­schla­ckung der gesetz­li­chen Sicher­heits- und Arbeits­vor­schrif­ten, Über­nah­me der euro­päi­schen Inter­ope­ra­bi­li­täts­vor­schrif­ten usw.) zu entscheiden.

Kombinierter Verkehr und Multimodalität (Teil 2)

Kombinierter Verkehr und Multimodalität (Teil 2)

Neben dem Bund defi­nie­ren auch die Kan­to­ne und gros­sen Schwei­zer Städ­te zuneh­mend ganz­heit­li­che Güter­ver­kehrs­kon­zep­te zu ihrer effi­zi­en­ten, siche­ren und umwelt­ver­träg­li­chen Güter­ver­sor­gung und ‑ent­sor­gung. Die Güter­trans­port­bran­che strebt eine part­ner­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit mit Kan­to­nen und Städ­ten an, um die Kräf­te zu bün­deln und Logis­tik­stand­or­te wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Von zuneh­men­der Bedeu­tung ist dabei die City-Logis­tik inner­halb von Städ­ten und Agglo­me­ra­tio­nen. Die nach­fol­gen­den Mass­nah­men erach­ten wir vom VAP als not­wen­dig, damit im kom­bi­nier­ten und im mul­ti­mo­da­len Ver­kehr die Stär­ken des Schie­nen­gü­ter­ver­kehrs zum Tra­gen kommen.

1. Infrastrukturausbau
  • Zur lang­fris­ti­gen Wett­be­werbs­fä­hig­keit sind dedi­zier­te Inves­ti­tio­nen in Stre­cken­aus­bau­ten für den Güter­ver­kehr erfor­der­lich. Diese müs­sen zwin­gend in die Arbei­ten für den nächs­ten STEP-Aus­bau­schritt 2040/45 auf­ge­nom­men wer­den, namentlich: 
    • Pla­nung und Rea­li­sie­rung der Güter­um­fah­rungs­li­nie Zürich für zusätz­li­che Kapa­zi­tät und Ent­flech­tung des Per­so­nen- und Güter­ver­kehrs inkl. Eng­pass­be­sei­ti­gung in den Kno­ten zwi­schen Aarau und Winterthur
    • Prü­fung der voll­stän­di­gen Ent­flech­tung von Güter­ver­kehr und Per­so­nen­ver­kehr im Raum Basel, Genf und Zürich-Win­ter­thur sowie des Kno­tens Lausanne
  • Das Schwei­zer Stras­sen­netz muss drin­gend moder­ni­siert wer­den. Die von Bun­des­rat und Par­la­ment beschlos­se­nen Mass­nah­men im Rah­men des neuen Natio­nal­stras­sen- und Agglo­me­ra­ti­ons­ver­kehrs­fonds NAF bzw. des stra­te­gi­schen Ent­wick­lungs­pro­gramms STEP Natio­nal­stras­sen müs­sen so rasch wie mög­lich umge­setzt wer­den. Es braucht sowohl Sanie­run­gen wie auch die Besei­ti­gung von Eng­päs­sen und Kapa­zi­täts­er­wei­te­run­gen auf den stau­mäs­sig am stärks­ten belas­te­ten Abschnitten.
  • Die Koor­di­na­ti­on von über­ge­ord­ne­tem und unter­ge­ord­ne­tem Stras­sen­netz muss in den Mit­tel­punkt rücken. Das heisst, es müs­sen mehr Mit­tel in den Städ­ten und Agglo­me­ra­tio­nen direkt für die spe­zi­fi­schen Bedürf­nis­se der City­lo­gis­tik ein­ge­setzt wer­den, als dies in den Agglo­me­ra­ti­ons­pro­gram­men 1 und 2 der Fall ist.
  • Für komo­da­le Lösun­gen im Import/Export sind die Umschlags­ka­pa­zi­tä­ten im Tes­sin deut­lich zu erhö­hen. Dazu sol­len bestehen­de Ter­mi­nals aus­ge­baut und zusätz­li­che neue grenz­na­he Stand­or­te eva­lu­iert werden.
  • Logis­tik­stand­or­te müs­sen in der Raum­pla­nung berück­sich­tigt und bes­ser erreich­bar wer­den: Dazu gehö­ren die Zufahrt via Stras­se (National‑, Kantons‑, Kom­mu­nal­stras­se), die Zufahrt via Schie­ne (Netz­ka­pa­zi­tät zum (Annahme-)Bahnhof) und Ran­gier­ka­pa­zi­tät für die Zufahrt ins Anschluss­gleis ab (Annahme-)Bahnhof. Letz­te­re ist gesetz­lich der­zeit nicht gesi­chert. Dazu wären regio­na­le Netz­plä­ne entscheidend.
2. Regulatorische Rahmenbedingungen für die Strasse
  • Das gel­ten­de Stras­sen­re­gu­la­tiv soll inte­gral erhal­ten blei­ben. Die LSVA, das Nacht- und Sonn­tags­fahr­ver­bot für LKW, die 40-Ton­nen-Gewichts­li­mi­te und das Kabo­ta­ge­ver­bot sind in der Trans­port­bran­che unbe­strit­ten und sor­gen für faire sozia­le und wett­be­werb­li­che Bedingungen.
  • Zen­tral ist ins­be­son­de­re das Kabo­ta­ge­ver­bot. Jeg­li­che Locke­rung der gel­ten­den Bestim­mun­gen wäre für das gesam­te CH-Trans­port­ge­wer­be auf Schie­ne und Stras­se exis­tenz­be­dro­hend. Zudem müss­te mit fata­len Aus­wir­kun­gen auf Umwelt und Ver­la­ge­rungs­po­li­tik gerech­net wer­den. Im lau­fen­den Pro­zess über den all­fäl­li­gen Abschluss eines insti­tu­tio­nel­len Abkom­mens darf des­halb am Kabo­ta­ge­ver­bot nicht gerüt­telt wer­den. Es muss im bestehen­den Land­ver­kehrs­ab­kom­men in der heu­ti­gen Form unver­än­dert ver­an­kert bleiben.
  • Als finan­zi­el­ler Anreiz für mul­ti­mo­da­le Ver­keh­re soll die LSVA-Rück­erstat­tung im kom­bi­nier­ten Ver­kehr auf dem Stras­sen­vor­lauf oder ‑nach­lauf zusätz­lich erhöht und neu auch bei der Kom­bi­na­ti­on von Stras­se und Schie­ne im Wagen­la­dungs­ver­kehr mit Güter- statt Behäl­ter­um­schlag gewährt werden.
  • Das (Strassen-)Transportgewerbe im Aus­land arbei­tet mit kom­plett ande­ren Kos­ten­struk­tu­ren als die Schwei­zer Trans­port­un­ter­neh­men. Die gröss­ten Unter­schie­de bestehen bei der Ent­löh­nung des Fahr­per­so­nals. Die Folge ist ein soge­nann­tes «Sozi­al­dum­ping», das den Wett­be­werb auf den auf­kom­mens­stärks­ten Güter­ver­kehrs­märk­ten in Euro­pa mas­siv ver­zerrt. Zudem braucht es ver­stärk­te Kon­trol­len des heute bestehen­den Kabo­ta­ge­ver­bots inklu­si­ve mas­siv höhe­rer Bus­sen bei Verstössen.
3. Regulatorische Rahmenbedingungen für die Schiene
  • Um Infra­struk­tu­ren für Per­so­nen- und Güter­zü­ge mög­lichst effi­zi­ent zu nut­zen, sol­len die Netz­nut­zungs­kon­zep­te nach­fra­ge­ge­recht wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Damit kön­nen teure Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur ver­mie­den und Kno­ten wirk­sam ent­las­tet wer­den. Die Güter­ver­kehrs­bran­che ist bereit, die Nach­fra­ge etwa im Nord-Süd-Ver­kehr dank stun­den- bzw. tages­schar­fer Pla­nung zu dyna­mi­sie­ren. Im Gegen­zug for­dern die Güter­ver­kehrs­un­ter­neh­men eine Dis­kus­si­on betref­fend der Tras­sen­nut­zung von Güter- und Regio­nal­zü­gen zu Rand­zei­ten früh­mor­gens und spätabends.
  • Instand­hal­tungs­kon­zep­te der Infra­struk­tur­be­trei­ber müs­sen die Bedürf­nis­se des Güter­ver­kehrs in der Nacht stär­ker berück­sich­ti­gen. Die ein­ge­führ­te Ent­schä­di­gung für Stre­cken­sper­ren auf­grund von Bau­stel­len ist als Kom­pen­sa­ti­on zwar sinn­voll, letzt­lich benö­tigt die ver­la­den­de Wirt­schaft jedoch mehr Zuver­läs­sig­keit in der Ange­bots­er­stel­lung der Güter­bah­nen. Instand­hal­tungs­ar­bei­ten sol­len des­halb zukünf­tig ver­mehrt auch tags­über und an Wochen­en­den mit gleich­mäs­si­gen Ein­schrän­kun­gen für alle Ver­kehrs­ar­ten geplant werden.
  • Zur Stär­kung der Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Bahn in komo­da­len Ver­kehrs­ket­ten sind die Grenz­kos­ten der Infra­struk­tur­nut­zung pro gefah­re­nen Zug unter Berück­sich­ti­gung der unter­schied­li­chen Ansprü­che von Per­so­nen- und Güter­ver­kehr neu zu definieren.
Unternehmerisches Engagement

Güter­bah­nen, Stras­sen­trans­por­teu­re und ver­la­den­de Wirt­schaft sind sich ihrer Ver­ant­wor­tung für die Güter­ver­sor­gung der Schweiz bewusst und haben bereits diver­se Mass­nah­men zuguns­ten von ko- oder mul­ti­mo­da­len Güter­trans­port­lö­sun­gen umgesetzt.

  • Die Part­ner­schaft zwi­schen SBB Cargo und Swiss Combi stärkt die Ver­la­ge­rung von der Stras­se auf die Schie­ne und erhöht die Aus­las­tung im Sys­tem-Wagen­la­dungs­ver­kehr und im kom­bi­nier­ten Ver­kehr nach­hal­tig. Damit soll die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der Bahn in der Logis­tik­ket­te der Kun­den wei­ter stei­gen und die Ver­kehrs­trä­ger wer­den nach ihren Stär­ken eingesetzt.
  • SBB Cargo, der VAP Ver­band der ver­la­den­den Wirt­schaft und der Ver­band öffent­li­cher Ver­kehr VöV ent­wi­ckeln eine gemein­sa­me Sicht zum Ange­bot der Güter­trans­port­bran­che. Im Rah­men des Aus­bau­schritts STEP 2030/35 wur­den For­de­run­gen wie aus­rei­chen­de Kapa­zi­tä­ten, schnel­le­re Tras­sen und Ertüch­ti­gun­gen und Neu­bau­ten von Güter­ver­kehrs­an­la­gen und Bahn­hö­fen durchgesetzt.
  • Der Stras­sen­gü­ter­trans­port stei­gert seine Effi­zi­enz lau­fend durch inner­be­trieb­li­che Opti­mie­run­gen (z.B. Pla­nung, Dis­po­si­ti­on, Digi­ta­li­sie­rung). Die Anzahl von unpro­duk­ti­ven Leer­fahr­ten liegt auf einem sehr tie­fen Niveau. Ein beträcht­li­cher Teil der erziel­ten Effi­zi­enz­ge­win­ne geht jedoch durch Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bus­sen infol­ge der zuneh­men­den Stau­be­las­tung auf dem gesam­ten Stras­sen­netz wie­der verloren.
Mehr Dialog für mehr Nachhaltigkeit und Effizienz

Die Trans­port­un­ter­neh­men und die ver­la­den­de Wirt­schaft der Schweiz ste­hen ein für einen nach­hal­ti­gen und leis­tungs­fä­hi­gen Güter­ver­kehr als Bei­trag an eine öko­lo­gi­sche und wett­be­werbs­fä­hi­ge Schweiz. Die Ver­kehrs­ver­la­ge­rung von der Stras­se auf die Schie­ne im Tran­sit­ver­kehr von Gren­ze zu Gren­ze und ein sinn­vol­ler (Multi-)Modalsplit sol­len wei­ter gestärkt wer­den. Der VAP und seine Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen unter­stüt­zen eine part­ner­schaft­li­che, dyna­mi­sche Bezie­hung zwi­schen den Behör­den und den Bran­chen­ak­teu­ren und sind bereit, sich aktiv an den Arbei­ten zu beteiligen.

No results found.