In der Früh­jahrs­ses­si­on vom 27. Febru­ar bis 17. März 2023 stan­den eini­ge bran­chen­re­le­van­te Trak­tan­den auf der Tages­ord­nung. Hier ein kur­zer Über­blick mit unse­rer kri­ti­schen Würdigung.

 Darum geht’s:
  • Mehr finan­zi­el­le Mit­tel für die rol­len­de Land­stras­se (Rola)
  • Voll­endung des Ver­kehrs­kreu­zes Schweiz
  • Ent­wick­lung des Bahninfrastrukturfonds
 
Begleiteter kombinierter Verkehr (Rollende Landstrasse, Rola)

Am 8. März 2023 behan­del­te der Natio­nal­rat die Bot­schaft des Bun­des­ra­tes vom 30. Sep­tem­ber 2022 zur Ände­rung des Güter­ver­kehrs­ver­la­ge­rungs­ge­set­zes und zu einem Bun­des­be­schluss über einen Zah­lungs­rah­men für die För­de­rung des beglei­te­ten kom­bi­nier­ten Ver­kehrs (Geschäft des Bun­des­ra­tes 22.064). Unse­re Ein­schät­zung: Es fehlt eine tech­no­lo­gie­neu­tra­le För­de­rung der Ver­keh­re, ins­be­son­de­re auch in aus­ge­such­ten Regio­nen mit Auf­kom­mens­po­ten­ti­al. Die Qua­li­täts­kon­trol­le soll­te auch auf die kon­ven­tio­nel­len Ver­keh­re aus­ge­wei­tet wer­den. Die Ver­län­ge­rung der RoLa bis 2026 gemäss Antrag BR hät­ten wir als ziel­füh­rend ange­se­hen. Der Natio­nal­rat hat sich an der Früh­jah­res­ses­si­on für eine Wei­ter­füh­rung der RoLa bis ins Jahr 2028 aus­ge­spro­chen. Die gros­se Kam­mer geneh­mig­te dafür 106 Mil­lio­nen Fran­ken für die Jahre 2024 bis 2028. Die Vor­la­ge geht nun in den Ständerat.

«Verkehrskreuz Schweiz»

Am 9. März 2023 setz­te sich der Stän­de­rat in zwei­ter Instanz mit der Moti­on 22.4258 «Per­spek­ti­ve Bahn 2050. Einen Fokus auch auf die Rea­li­sie­rung und Voll­endung des Ver­kehrs­kreu­zes Schweiz» aus­ein­an­der. Aus Sicht Güter­ver­kehr ist diese Moti­on ein­sei­tig und nicht ziel­füh­rend, da eine Misch­nut­zung von Per­so­nen­ver­kehr mit Hoch­ge­schwin­dig­keits­zü­gen und Güter­ver­kehr wegen zu hoher Geschwin­dig­keits­dif­fe­ren­zen auf der Infra­struk­tur Schweiz nicht funk­tio­niert. Es droht eine Qua­li­täts­ver­schlech­te­rung im Güter­ver­kehr, was den Umwelt‑, Ener­gie- und Ver­sor­gungs­zie­len der Schweiz grund­le­gend wider­spricht. Der VAP unter­stützt hin­ge­gen Bahn 2050 grund­sätz­lich. Der Stän­de­rat hat den Vor­stoss ange­nom­men. Zu dis­ku­tie­ren gab die Prio­ri­sie­rung des Fern­ver­kehr­net­zes, auch der Ver­kehr mit kur­zen und mitt­le­ren Distan­zen solle ent­spre­chend berück­sich­tigt wer­den. Ver­kehrs­mi­nis­ter Albert Rösti hielt fest, dass die Dif­fe­ren­zen zwi­schen Par­la­ment und Bun­des­rat nicht gross seien und ver­sprach, dass der Bun­des­rat die Bot­schaft zur Stra­te­gie “Per­spek­ti­ve Bahn 2050” Ende Som­mer prä­sen­tie­ren und dabei das Moti­ons­an­lie­gen berück­sich­ti­gen werde.

Bahninfrastrukturfonds

Stän­de­rat Mat­thi­as Michel hat die Inter­pel­la­ti­on 22.4367 «Ent­wick­lung des Bahn­in­fra­struk­tur­fonds» ein­ge­reicht. Diese wurde am 9. März 2023 im Stän­de­rat behan­delt. Wir sind der Mei­nung, dass der Bahn­in­fra­struk­tur­fonds gesund ist, und sehen der­zeit kei­nen Hand­lungs­be­darf für den VAP. Die Liqui­di­tät des Fonds ist weni­ger kri­tisch als die Aus­füh­rungs­rei­fe der Pro­jek­te und der Bau oder die Instand­hal­tung unter lau­fen­dem Betrieb. Auch Bun­des­rat Albert Rösti bestä­tigt, dass, gemäss aktu­el­len Pro­gno­sen, der Fonds bis Ende 2030 den Betrieb, den Sub­stanz­er­halt sowie die beschlos­se­nen Aus­bau­ten finan­zie­ren kann.

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